07. März 2018, 10:00 Uhr

Erste Bilanz

Grünberger Windpark wirft mehr ab als erwartet

Seit einem halben Jahr nun drehen sich die drei Windräder oberhalb des Lehnheimer Kreuzes. Und offenbar drehen sie sich oft – das macht sich vor allem in der Grünberger Stadtkasse bemerkbar.
07. März 2018, 10:00 Uhr

Von Thomas Brückner , 1 Kommentar

Seit einem halben Jahr nun drehen sich die drei Windräder oberhalb des Lehnheimer Kreuzes. Und offenbar drehen sie sich oft: Für den Zeitraum 1. September bis 31. Dezember hat die Stadt vom Betreiber Trianel (Aachen) Abschlagszahlungen von insgesamt 29 000 Euro erhalten. »26 Prozent mehr als die vertraglich fixierte Mindestpacht«, rechnet Grünbergs Bürgermeister Frank Ide vor.

Gemäß Nutzungsvertrag – 2014 vom Stadtparlament bei wenigen Gegenstimmen beschlossen – überweist das Achener Unternehmen 4,5 Prozent der Einspeisevergütung. Bei einer Genehmigung bis Ende 2016 wären das 8,5 Cent je Kilowattstunde gewesen. Das Ziel aber wurde verfehlt, die Vergütung sank gemäß Vorgaben des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) sukzessive auf 7,9 Cent. Dieser Betrag aber ist festgeschrieben über die gesamte Laufzeit von 25 Jahren.

 

22 900 Euro je »Mühle«

 

Zu erinnern ist auch an die Klausel, wonach Trianel in schlechten Windjahren eine Mindestpacht von 22 900 Euro je »Mühle« zahlt. Die Abschlagszahlung deutet nun darauf hin, dass in den letzten vier Monaten des vergangenen Jahres der Wind kräftig und dauerhaft geblasen hat

Abzuwarten bleibt freilich die Endabrechnung für 2017. Was seitens der Trianel auf Nachfrage bestätigt wurde: »Aktuell lassen sich noch keine abschließenden Aussagen zum Ertrag machen.«

 

Lärmmessungen stehen aus

 

Die Grünberger Anlagen also freuen den Kämmerer. Anders sieht es bei Bewohnern der Stadtteile aus, die in Hauptwindrichtung liegen. Bereits im Oktober hatte so der Ortsbeirat Weickartshain von Klagen von Bewohnern berichtet, die Windräder raubten ihnen den Schlaf. Trianel hatte seinerzeit auf Nachfrage dieser Zeitung angekündigt, einen unabhängigen Gutachter mit Messungen zu beauftragen. Der Auftrag, so sagte am Dienstag Pressesprecher Maik Hünefeld, sei auch erteilt worden. Das Büro – eine nach §§ 29b/26 Bundesimmissionsschutzgesetz für das Land Hessen genehmigte »Messstelle« – habe sich mit dem RP Gießen abgestimmt, bisher aber seien die erforderlichen Witterungsverhältnisse nicht gegeben gewesen.

 

Warten auf passendes Wetter

 

Vier Monate ohne passende Voraussetzungen, kann das sein? Nach Angaben des Betreiber schon. Für die Prüfung, ob die Schallgrenzwerte eingehalten werden, müsse die Hauptwindrichtung West und zugleich eine maximale Leistung und mithin Lärmemission vorliegen. Letztere sei erst bei einer Windstärke von sechs bis zehn Metern pro Sekunde der Fall. Diese Bedingungen seien bislang nicht gegeben gewesen, sagte Hünefeld, und: »Wir warten selbst händeringend auf die Messungen.«

Beschwerden hatte es ebenso über nicht von den Rotoren verursachte Geräusche eines Windrades gegeben. Vor zwei Wochen erst seien Techniker vor Ort gewesen, sagte dazu der Pressesprecher. »Die Anlagen wurden umfänglich auf Unregelmäßigkeiten der Geräuschentwicklung geprüft – ohne Befund.« (tb/Foto: tb)

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