»Ich bin gerne Seelsorgerin«

09. Februar 2018, 21:26 Uhr
Während der Reformationsfeiern im vergangenen Jahr ist Pfarrerin Angelika Maschke in die Rolle von Martin Luther geschlüpft. (Foto: Zeiler-Held)

Man mag es kaum glauben, aber auch Pfarrerin Angelika Maschke hat in der Vergangenheit schon an Gott gezweifelt: »Das gehört dazu und ist auch gut.« Denn eingefahrene Bilder und Vorstellungen werden weder Gott noch den Menschen gerecht. »Zweifel haben das Potenzial, uns wachsen zu lassen«, hält die Geistliche fest. Glaube nehme den Menschen nicht das selbst Denken ab oder die Aufgabe, sich ein eigenes Urteil zu bilden. »Glaube kann aber Kraft geben, für die eigenen Überzeugungen einzustehen und schwierige Lebenssituationen zu bewältigen«, sagt Maschke.

Ab Sonntag geht es für die Pfarrerin in der Kirchengemeinde Leihgestern richtig los. Zwar hat sie bereits seit Dezember 2015 eine Vakanzvertretung in der Gemeinde inne, im vergangenen November wurde sie nun vom Kirchenvorstand gewählt, um die zweite, halbe Pfarrstelle auch offiziell zu besetzen.

»Ich freue mich über das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Pfarrer Edwin Tonn«, sagt Maschke. Mit ihm teilt sie sich die Pfarrstelle. Sie hofft darauf, dass die Arbeit im Team, das die beiden Pfarrer gemeinsam mit dem Kirchenvorstand bilden, auch in Zukunft erfüllt weitergeht.

In Leihgestern fühlt sich die Pfarrerin sehr wohl. An den Menschen dort gefällt ihr, dass sie sehr offen und engagiert sind. Dies zeige sich an deren Flüchtlingsarbeit, der Tafel, dem Sammeln für »Brot für die Welt«, der Kinder- und Jugendarbeit sowie dem Seniorenzentrum. »Außerdem gibt es einen schwungvollen Kirchenchor. Die Menschen hier sind diskussionsfreudig und probieren auch gern etwas aus«, sagt Maschke. Ihr ist es wichtig, möglichst viel mit den Menschen zu sprechen. Besonders persönliche Kontakte sind für sie von großer Bedeutung. Daher geht sie meistens zu Fuß durch den Ort.

Maschke ist einfach gern Pfarrerin. »Ich mag den Beruf, weil er sehr abwechslungsreich ist und man viele Menschen erreichen kann«, erklärt sie. »Die Auslegung der Bibel und auch die der christlichen Tradition ist immer wieder eine spannende Aufgabe. Gottesdienste zu halten, macht mir Spaß, und ich bin gerne Seelsorgerin. Aber ich bin nicht wirklich ein Verwaltungsmensch. Das können andere besser«, räumt sie ein.

Bevor sie sich in Marburg für das Studium der Theologie entschied, studierte sie einige Semester Ökotrophologie (Ernährungswissenschaften). »Das Studium hat mir das naturwissenschaftliche Denken nahegebracht«, sagt sie. Darüber ist sie froh. Während dieses Studiums war sie in der Evangelischen Studierendengemeinde aktiv. Dort kam sie auf den Geschmack und sattelte auf Theologie um. Nach ihrem Studium nahm sich Maschke ein halbes Jahr Auszeit und ging mit einer Frauenorganisation auf die Philippinen, um dort zu leben und zu arbeiten. »Das war eine sehr spannende und nicht immer einfache Zeit, die mich sehr geprägt hat«, erzählt sie.

Zum Glauben kam Maschke durch die Jugendarbeit in ihrer Heimatkirchengemeinde. Ihre damaligen Pfarrerinnen haben sie beeindruckt und waren inspirierende Vorbilder für sie – menschlich wie theologisch.

Ihrer Zukunft in der Kirchengemeinde Leihgestern sieht die Pfarrerin positiv entgegen, möchte aber nicht, dass die Leute allein aus Pflichtgefühl in ihren Gottesdienst gehen. »Sie sollen kommen, weil sie es sich zuliebe tun. Singen, nicht allein bleiben mit den Sorgen und sich in ein größeres Ganzes begeben. Das alles kann sehr guttun«, sagt Maschke.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Evangelische Kirche
  • Glaube
  • Gott
  • Linden-Leihgestern
  • Pfarrer und Pastoren
  • Seelsorgerinnen und Seelsorger
  • Linden
  • Katharina Ganz
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.