15. Januar 2018, 20:26 Uhr

Kromm ist noch nicht fertig

15. Januar 2018, 20:26 Uhr
Seinen Schreibtisch im ersten Stock des Reiskirchener Rathauses möchte Dietmar Kromm noch nicht so bald räumen. Bei der Bürgermeisterwahl tritt der Parteilose noch einmal an.

Er hat die Verwaltung neu geordnet, den Schuldenabbau vorangetrieben, verschiedene Sanierungsprojekte angestoßen und umgesetzt. Weil Dietmar Kromm aber nicht alle Wahlversprechen eingelöst hat, will er bei der Bürgermeisterwahl noch einmal antreten, wie er am Montag in einer Pressekonferenz erklärte. Der Termin für den Urnengang steht noch nicht fest. Kromm favorisiert aus Kostengründen eine Zusammenlegung mit der Landtagswahl.

Sollte ihm die Mehrheit der Reiskirchener erneut das Vertrauen aussprechen, will der Parteilose sich in einer zweiten Amtszeit verschiedenen Problemen annehmen. Allen voran der Nahversorgung. Während diese in Reiskirchen selbst wohl kaum etwas zu wünschen übrig lässt, sieht es in den anderen Ortsteilen – mit Ausnahme von Ettingshausen – eher schlecht aus. Die Lösung könnte laut Kromm ein »rollender Markt« bringen. Angestoßen von der Gemeinde in Kooperation mit anderen Kommunen würde ein fahrender Händler künftig verschiedene Dörfer zu festen Terminen ein bis zwei Mal pro Woche ansteuern und die Menschen mit einem Grundsortiment an Lebensmitteln versorgen, so seine Idee. Mit Landesfördermitteln will der Rathauschef das Geschäft anschieben, das sich auf Dauer von selbst tragen soll.

Elf Bauplätze für Bersrod

Auch in die Infrastruktur will der Bürgermeister mit Blick auf die sich teils seit Jahrzehnten in schlechtem Zustand befindlichen Straßen investieren, die Haushaltskonsolidierung weiter vorantreiben und neue Baugebiete ausweisen. Denn im Gegensatz zu anderen Kommunen hat Reiskirchen, wo in den vergangenen Jahren einzig die Sportplatz-Bebauung vorangetrieben wurde, Nachholbedarf. Warum? Kromm verweist auf Probleme mit der Abwasserbeseitigung bei anderen anvisierten Flächen. Außerdem »hat dafür die Zeit nicht gereicht«, sagt der Bürgermeister. Immerhin: In Bersrod sollen angrenzend an das Baugebiet »Obig dem Berggarten I« noch in diesem Jahr elf Bauplätze entstehen. Und damit noch vor einer möglichen zweiten Amtszeit.

Warum für Baugebiete und andere Dinge bisher die Zeit fehlte? »Wir mussten erstmal aufgestaute Arbeiten erledigen«, sagt der Verwaltungschef und meint damit vor allem die Neustrukturierung der Verwaltung, die zahlreiche organisatorische und personelle Veränderungen mit sich brachte. Abgeschlossen ist der Prozess noch nicht. Das Bürgerbüro soll bald ins Foyer umziehen, das Gebäude in der Schulstraße eine bauliche Frischekur (neue Fenster, Elektroinstallation, IT-Bereich) erhalten. 250 000 Euro sind dafür in diesem Jahr im Haushalt eingestellt.

Was Kromm darüber hinaus vorzuweisen hat? Die Finanzsituation zählt in seinen Augen dazu. Wies der Haushalt bei seinem Amtsantritt 2013 noch ein Defizit von zwei Millionen Euro zuzüglich einer Gewerbesteuerrückzahlung von 1,5 Millionen Euro aus, konnte der Rathauschef 2017 erstmals ein ausgeglichenes Zahlenwerk vorlegen. »Wir haben in diesem Zeitraum in nicht unerheblichem Maße Schulden abgebaut, rund vier Millionen Euro«, sagt Kromm. Außerdem schreibt er sich die Lösung des »Wasserstreites«, die Existenz der seit rund drei Jahren tätigen Ehrenamtsagentur und die des mit seiner Unterstützung entstandenen Seniorenbeirates inklusive -werkstatt auf die Fahnen, wenn auch Letzteres auf einen Antrag der Grünen zurückgeht, wie er zugibt.

Nicht zu vergessen eine Reihe von Sanierungsprojekten, die unter der Führung des 53-Jährigen umgesetzt wurden: Sport- und Kulturhalle Ettingshausen, Dorfgemeinschaftshaus Hattenrod, Kindertagesstätte Saasen. Noch nicht abgeschlossen, aber auf Kromms Drängen hin seitens des Landkreises früher auf die Agenda genommen als angedacht, wurde die Erneuerung der Wasserstraße in Burkhardsfelden, die wohl schneller fertig sein wird als geplant. (Foto: ti)

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