Sternsinger

Pohlheimer Kinder treten bei Bundeskanzlerin auf

Vier der 50 Sternsinger aus St. Martin dürfen am 8. Januar nach Berlin fahren. Dabei würde sich ein Besuch in Pohlheim für Angela Merkel lohnen...
28. Dezember 2017, 10:05 Uhr
Singen für Angela Merkel (v. l.): Janosch Kunz, Benita Becker, Helena Michalski und Davina Rehberg mit Helferin Kerstin Rehberg-Schroth.

Dafür gehen wir auf die Straße!« Leise, fast schon schüchtern singen die Jungen ihre Textzeilen. Kerstin Rehberger-Schroth spricht ihnen Mut zu: »Na, das klingt doch schon ganz gut!« Nun sind die Mädchen dran – und der Unterschied ist deutlich zu hören. Kein bisschen leise und voller Freude erklingen ihre Stimmen: »Für die Kinder, die in Not sind. So verändern wir die Welt.«

Es ist die erste große gemeinsame Probe der Sternsinger von St. Martin Pohlheim. 50 Kinder sind dieses Mal mit dabei, um Spenden für bedürftige Alterskameraden in aller Welt in den ersten Tagen des Jahres 2018 zu sammeln. Indien steht diesmal im Fokus der Sammelaktion. Aber es sind nicht nur Katholiken als Sternsinger unterwegs: Seit vielen Jahren sind auch protestantische Kinder mit dabei. In Pohlheim helfen zudem Kinder der aramäischen Gemeinde mit.

 

Mädchen wollen Glitzer-Kronen

Während im großen Saal des Gemeindezentrums die Proben laufen, hat nebenan die Kleiderkammer geöffnet. Kartons voller Kronen, Ständer voller Königskleider stehen bereit. Dort werden die Sternsinger für ihre Mission eingekleidet. Ihre Krone dürfen sie sich selbst aussuchen. »Die Mädchen wollen meist eine mit Glitzer«, sagt Alexandra Schmidt-Ulrich. Zusammen mit Beate Schmüßer und Julia Priebe hilft sie beim Anprobieren der Überkleider. Das geübte Team hat einen Blick dafür, wem welches Outfit steht. Meist mit einem Griff zaubern sie das passende Gewand aus dem großen Kleiderständer hervor.

 

Pohlheimer vertreten Bistum Mainz

Am Ende der Probe wimmelt es von gekrönten Häuptern im Gemeindesaal. Nur vier Sternsinger müssen noch auf die Verkleidung verzichten. Denn diese wird für ihre besondere Mission eigens angefertigt: Janosch Kunz, Benita Becker, Helena Michalski und Davina Rehberg werden nicht nur an den Häusern in Pohlheim klingeln und den Segensspruch »Christus mansionem benedicat« anbringen. Sie sind auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast, am Montag, 8. Januar. Als Delegation des Bistums Mainz werden die vier, begleitet von Kerstin Rehberg-Schroth, nach Berlin reisen und zusammen mit anderen Sternsingern der 27 Bistümer aus ganz Deutschland vor der Bundeskanzlerin auftreten.

 

Sternsinger fit in Politikfragen

Helena Michalski ist schon ein wenig aufgeregt. »Ich weiß nicht, ob sie dann jedem die Hand schüttelt«, sagt die Zehnjährige. Janosch Kunz freut sich auf die wohl einmalige Chance eines Treffen mit der Bundeskanzlerin: »Es gibt ja auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann keine Kanzlerin mehr ist.« Alle vier kennen sich übrigens mit der Bundespolitik sehr gut aus. Die zehnjährige Davina Rehberg wagt sogar eine Prognose für etwaige Neuwahlen: »Da würden doch wieder alle das Gleiche wählen.« Aber vielleicht klappen die neu geplanten Koalitionsverhandlungen ja mit einem Segen aus Pohlheim viel besser.

Die vier sind erfahrene Sternsinger. Benita Becker etwa ist schon seit sechs Jahren mit dabei. »Weil es einfach Spaß macht, von Tür zu Tür zu gehen«, sagt sie. »Und weil man etwas für andere Kinder macht«, ergänzt Janosch Kunz. Über den Alltag der Kinder in Indien haben sie sich vor dem Treffen informiert. Dort müssen ihre Altersgenossen teils giftige Pflanzen ernten oder Arbeiten verrichten, die wegen des Gefahrenpotenzials Erwachsenen verboten sind. Um die Lebensbedingungen der indischen Kinder zu verbessern, werden die Sternsinger an zahlreichen Türen in Pohlheim klingeln und Spenden sammeln. Für einen Besuch muss man sich vorher anmelden, wenn Zeit ist, klingeln die Sternsinger aber auch noch einmal an den Nachbarhäusern. Begleitet werden sie jeweils von einem erwachsenen Betreuer. Die heißen in Pohlheim »Kamele« – vermutlich, weil sie die Verantwortung tragen.

 

Merkel nach Pohlheim eingeladen

Zum Abschluss der Probe fragen noch einige Kinder nach, ob nicht vielleicht doch noch ein Plätzchen mehr auf der Fahrt nach Berlin frei wäre. Der Ausflug zur Bundeskanzlerin ist heiß begehrt. »Es ist sehr schade, dass wir nicht alle hinfahren können«, bedauert Helena Michalski. »Wenn Angela Merkel alle Pohlheimer Sternsinger hören wollte, müsste sie hierherkommen. Das würde sich lohnen!«

Für einen Besuch der Sternsinger kann man sich in Pohlheim noch anmelden. Es liegen Listen in den Kirchen aus, zudem ist die Anmeldung im Pfarrbüro und bis 10. Januar unter sternsinger@st-martin-pohlheim.de möglich.

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