Potpourri aus Musik, Lesung, Kunst

06. Februar 2018, 21:08 Uhr
55 Veranstaltungen an 20 unterschiedlichen Orten: Die Licher Kulturtage bestechen durch ihre Vielfalt. (Foto: nab)

»Das ist eine richtige Tapete«, sagt Rezitator Oliver Steller und hält dabei den Flyer hoch, der das Programm der 16. Licher Kulturtage beinhaltet. Unglaublich lang sei er. Das ist allerdings den vielen unterschiedlichen Veranstaltungen geschuldet, die vom 1. bis 18. März Lich wieder zu einem angesagten Ort der Kulturszene der Region machen. 55 Veranstaltungen an 20 unterschiedlichen Orten halten unter dem Motto »KunstAusTausch« ein Potpourri aus Konzert, Lesung, Kunstausstellung und Workshops bereit.

Als am Montagabend die Kulturwerkstatt – ein Netzwerk aus 25 Einrichtungen, Institutionen und Vereinen – das Programm in der Kinokneipe vorgestellt hat, zeigte schon die erste Nachricht, die Kulturkoordinator Peter Damm zu überbringen hatte, dass der Kulturreigen stets gut ankommt. Denn das Eröffnungskonzert mit dem Frauenquartett Les Brünettes am 1. März im Kino Traumstern ist restlos ausverkauft. Die gute Nachricht für alle Interessierten: Am Donnerstag, 21. Juni, soll es im Kino Traumstern ein Zusatzkonzert geben, für das ab sofort Karten im Kino erhältlich sind.

Erholsamer Schlaf

Vorher kann man eine Sängerin des Quartetts, Stephanie Neigel, mit ihrer Band am 10. März im Kulturzentrum ehemalige Bezalel-Synagoge erleben. Da hat die Nichte von Jule Neigel nicht nur ihre eigenen Lieder im Gepäck, sondern auch Ehemann Thomas Sauerborn, ein Schlagzeuger, der in der Licher Musikschule seine Karriere begann.

Mit Musik hat fast die Hälfte der Veranstaltungen zu tun. Und nicht wenige Künstler sind »Wiederholungstäter«. So mag noch manchen der Auftritt der Queenz of Piano in der Lagerhalle der Firma Branopac in Erinnerung sein. Eine der beiden Damen, Anne Folger, kommt am 8. März in das Kulturzentrum Bezalel-Synagoge, um dort am Flügel zu beweisen, dass sie nicht nur eine hervorragende Pianistin ist, sondern mit ihrem spitzfindigen, witzigen und komischen Kleinkunstprogramm auch als »Selbstläufer« – so der Titel – fasziniert. Ein gern gesehener Gast ist Sven Görtz, der am 5. März in den Hardtberggärten der Licher Privatbrauerei sich der Songwriter-Legende Leonard Cohen verschrieben hat. Andere Töne gibt es bei »SUKAwave«, bei Ines Schmid und Karla Katja Leising, die mit ihren Gongs und Klanginstrumenten am 11. März auf dem Hofgut Kolnhausen zu hören sind. Außerdem wollen sie mit einer Gong-Nacht von 22 bis 6 Uhr vom 3. auf den 4. März im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge einen besonders erholsamen Schlaf für die Besucher zaubern – Frühstück in der Kinokneipe Statt Gießen inklusive. Wer noch nie 30 Blockflöten auf einmal gehört hat, kann dies am 18. März mit »picobella«, dem Karlsruher Blockflötenorchester tun, das von Daniel Koschitzki geleitet wird, der mit seiner Band Spark 2017 die Kulturtage eröffnet hatte.

Regionale Gruppen bestreiten die Nacht der Chöre am 2. März. Und wem bei dieser Musikauswahl der verzerrte E-Gitarren-Sound fehlt, ist bei den Jungs von Retina Crude am 15. März im Kino Traumstern richtig.

Bei den beliebten Schaufensteransichten stellen elf Künstlerinnen und ein Künstler aus, die verschiedene Richtungen wie Malerei, Skulpturen und Klöppeln abdecken. Afrikanische Impressionen in Form von Scherenschnitt, Linoldruck und Aquarell gibt es ab dem 3. März im Restaurant Savanne, die Licherin Susanne Jakobs zeigt diesmal in der Kinokneipe »Ziegen im Garten – schrullig schön«.

Bei vielen Gelegenheiten können die Besucher auch selbst tätig werden: Allein die Kreis-Volkshochschule hält Workshops in den Bereichen Kalligrafie, Tänzerische Bewegung, Kochen, Design und Kunst bereit. Andere Workshops richten sich an Blockflöten-Ensembles oder Leute, die mal in die Rolle eines Clowns schlüpfen wollen, Lust haben zu trommeln, malen oder jammern. Ja, jammern. Erst kann man beim gemeinsamen Jammern am 16. März in der Kinokneipe testen, ob einem die Disziplin liegt, und dann am 17. März in der Kreis-Volkshochschule als Körper- und Stimmtraining die verschiedenen Zustände des Jammerns wie stöhnen, ächzen und seufzen erleben.

Was gibt es noch? Die Stadtbibliothek lädt zum 7. Jahrestag ihrer Eröffnung zu Licher lesen und sensibilisiert zusammen mit der Kreis-Volkshochschule für das Schicksal verfolgter Schriftsteller, wenn am 11. März Hörbuchsprecher Sven Görtz Texte verfolgter Autoren liest. Im Anschluss können die Besucher mit der tunesischen Autorin und Journalistin Najet Adouani, die aufgrund ihrer schriftstellerischen Tätigkeit in ihrer Heimat verfolgt wird, sprechen. Der Jungendchor Songlines der Musikschule Lich feiert sein zehnjähriges Bestehen am 14. März und Martin Guth hält in der Asklepios Klinik für Kabarett-Fans seinen Roman »Meine Frau, ihr Mann und ich« und seine Kolumne »Vatertage« bereit.

Eingangs erwähnter Oliver Steller fehlt auch nicht. Der Rezitator war schon viermal mit »Dichterinnen – Spiel der Sinne« in Lich zu Gast – immer war das Kino ausverkauft. Wäre doch gelacht, wenn er das nicht wieder schafft.

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