20. September 2018, 05:00 Uhr

Diabetes

Probleme bei der Betreuung von Grundschülern mit Diabetes auch in anderen Regionen

Ein Anfang August veröffentlichte Artikel in der GAZ über eine Grünberger Familie und ihr ein Jahr lang andauernder Kampf um eine Betreuung für den sechsjährigen Sohn mit Diabetes hat hohe Wellen geschlagen. Viele Familien auch aus anderen Regionen haben sich daraufhin gemeldet.
20. September 2018, 05:00 Uhr
(Foto: Jens Kalaene/dpa)

Natalie Sommer berichtete gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung, wie ihre vierjährige Tochter Mara in Nidda zeitweise den Kindergarten nicht mehr besuchen konnte, weil dort niemand die Hilfe und Kontrolle der Insulinpumpe übernehmen wollte. Seit wenigen Monaten übernimmt der Wetteraukreis für die Familie in Vorleistung die Kosten für eine Kinderkrankenschwester mit Fachkenntnissen über Diabetes, obwohl dies laut  Wetteraukreis Aufgabe der Krankenkasse wäre – allerdings vorerst nur bis Ende des Jahres. Der Gesetzgeber regelt nicht, wer im Kindergarten die Betreuung von Kindern mit Diabetes bezahlt. »Da herrscht viel Willkür«, bedauert Sommer.

 

Noch immer keine Lösung für den kleinen Aaron gefunden

Von einem »langen und anstrengenden Weg« berichtet auch eine Familie aus Ebsdorfergrund. Die Kita im Dorf lehnte ab, die Betreuung des zuckerkranken Sohnes zu übernehmen. »Am Ende geht es immer nur um eine Frage«, hält die Mutter fest. »Wer bezahlt es?«

Im Ungewissen ist derweil weiterhin Familie Kräter in Grünberg. Sohn Aaron besucht seit diesem Schuljahr die erste Klasse der Schule am Diebsturm. Die Eltern wissen aber nicht, ob ihr Sohn mit Typ 1-Diabetes die Grundschule in drei Monaten weiter besuchen kann. Hilfe in der Schule – eine sogenannte Teilhabeassistenz – wurde der Familie durch die Krankenkasse nur für drei Monate garantiert. »Wir wissen noch immer nicht, wie es weitergeht«, sagte Mutter Maike Kräter am Mittwoch. Im zähen Kampf mit der Bürokratie rennt ihr nun die Zeit davon. »Wir werden mürbe gemacht«, sagt Kräter.

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