Sozialwohnungen in Alter Schule?

06. Februar 2018, 20:59 Uhr
Die Alte Schule in Ruppertsburg: Das sanierungsbedürftige Obergeschoss steht lange leer, erwogen wird nun die Schaffung von vier Wohnungen. (Foto: tb)

Laubach (tb). Nach kontroverser Debatte fasste das Stadtparlament im Herbst mehrheitlich den Beschluss: Wie zehn andere Kreiskommunen trat damit auch Laubach der Gesellschaft »Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung im Landkreis Gießen« (SWS) bei. Dass sich daraus Chancen und Perspektiven auch für eine Stadt in »Randlage« ergäben, betonte nun vor den Fachausschüssen Hagen Roth, Geschäftsführer der GmbH.

Laubach darf danach auf mehr als »nur« die Vermittlung von Zuschüssen hoffen. Nur ein Beispiel, das Roth darlegte, ist die Expertise der Gesellschaft, wenn die Stadt eigene Projekte des sozialen Wohnungsbaus angeht.

 

20 000 Euro je Wohneinheit

 

Mittel dafür stehen bereit, allein 500 000 Euro für Immobilienkäufe sind im städtischen Haushalt eingestellt, erste Vorverträge gemacht. Ebenso fördert Laubach private Altbausanierungen und die Umwidmung verwaister Ladenlokale. Strukturförderung im kleinen Maßstab zwar, doch passend zum kreisweiten Kooperationsprojekt.

Wie Roth vor den Parlamentsausschüssen betonte, geht es der GmbH um »gesamtheitliche Strukturförderung«. Der Fokus liegt dabei auf dem – vom Bund stiefmütterlich behandelten – sozialen Wohnungsmarkt. Die Gesellschaft soll da einen Beitrag zur Besserung leisten. In der Präambel des GmbH-Vertrags heißt es: »Selbstbestimmtes, solidarisches, generationsübergreifendes und auch für das Älterwerden geeignetes Wohnen ist zu fördern und zu realisieren.«

Die jüngste Prognose, so der Geschäftsführer, schreibe für den Kreis Gießen eine »heterogene Struktur« fort. Heißt: Dem prosperierenden Speckgürtel um Gießen stehen Randlagen gegenüber, in denen die Einwohnerzahl stagniert oder sinkt. Immerhin falle die auf 2030 ausgerichtete Prognose besser als ihre Vorläufer aus: Für den Kreis insgesamt werde ein Bevölkerungsrückgang von nur einem Prozent errechnet – bei einer Zunahme der (Senioren-)Haushalte.

Nicht anders in Laubach: Nicht weniger als 500 Seniorenwohnungen werden laut Prognose in den nächsten zwölf Jahren benötigt. Wie Roth anfügte, resultieren auch in der Ostkreiskommune Probleme aus den Baualtersklassen. Ein Vielzahl der Häuser, zwischen 1949 und 1990 errichtet, seien heute zu groß. »Zwei Personen auf 140 qm, da droht die Gefahr der ›Eigentumsfalle‹.« Gesucht würden heute nämlich meist kleinere Einheiten, passend für Single- und/oder Seniorenhaushalte.

Ein Trend, der Antworten der Politik verlangt. Mithin von der Gesellschaft zur Strukturförderung im Landkreis. Zu deren Instrumenten zählt zuvörderst das Vermitteln von Zuwendungen. Nicht minder wichtig aber ist nach Roth die Beratung privater Sanierer, wie ein Altbau modernen Ansprüchen anzupassen ist; Stichwort: »Altbauinformationszentrum« Grünberg.

Ein SWS-Gesellschafter profitiere ferner aus Bedarfsanalysen auf Basis demografischer Prognosen für jedes Dorf. Und aus der Expertise der GmbH: Etwa wenn es um Leerstandsmanagement oder das Entwickeln konkreter Bauprojekte geht, wenn Fragen zu Baurecht, Finanzierung zu beantworten sind.

Für von der SWS reklamierte »aktive Wohnungspolitik« stehen erheblicheMittel, nicht zuletzt des Landes, bereit. Je Wohneinheit winken so 20 000 Euro Zuschuss. Bis Mitte 2019 rechnet Roth mit Bewilligungen im Umfang von 1,2 Mio. Euro. Einen ersten Förderantrag hat die örtliche Baugenossenschaft gestellt, das Geld fließt in den Neubau des Mehrfamilienhauses in Grünberg. In Laubach stehen die Alte Schule Ruppertsburg, der Bau eines Mehrfamilienhauses in der Schottener Straße oder der alte Feuerwehrstützpunkt auf der Liste möglicher Projekte. Vor allzu großen Erwartungen aber warnte Roth: »Die Förderung ist ein Baustein, investitionsentscheidend ist das nicht.«

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