25. März 2019, 21:33 Uhr

Tropensturm zerstört Schulen

25. März 2019, 21:33 Uhr
Lebendiger Austausch: Jan Ferdinand hilft 2015 den afrikanischen Schülern beim Beantworten von Briefen aus Hungen. (pm)

Schüler und Lehrer der Gesamtschule Hungen waren nach dem verheerenden Tropensturm »Idai« in Südostafrika tagelang in großer Sorge um die Menschen in Mosambik, mit denen sie eine Schulpartnerschaft verbindet. Jetzt haben sie Rückmeldungen von ihren Partnerschulen. Die gute Nachricht: Die Menschen im Distrikt Gondola, wo sich unter anderem die Uli-Seibert-Schule befindet, sind körperlich relativ unversehrt geblieben, teilte am Montag Dr. Agathe Venedey-Grenda vom Verein der Schulpartnerschaften mit Mosambik mit. Aber Sturm und Regenfälle haben Schäden an den Gebäuden verursacht. Die Gesamtschule und der Verein starten nun eine Hilfsaktion und wollen Geld für die vom Unwetter betroffenen Menschen sammeln.

Am 15. März hatte der Zyklon Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Rund 700 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen, die wahre Zahl dürfte nach Einschätzung von Hilfsorganisationen deutlich höher liegen. Das Katastrophengebiet erstreckt sich über Hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi.

Aktionstag in Planung

Im Katastrophengebiet warten Zehntausende Menschen auf Hilfe, außerdem steigt die Angst vor dem Ausbruch von Krankheiten. Vor allem in überschwemmten Gebieten ist mit der Verbreitung von Durchfallerkrankungen wie Cholera zu rechnen. Experten warnten zudem, dass auch die Zahl der Malaria-Erkrankungen schnell ansteigen könne, denn Moskitos können sich in stehenden Gewässern gut vermehren.

»Endlich, nach einer Woche des Bangens, haben wir von all unseren Partnerschulen in der Provinz Manica Rückmeldungen bekommen. Sie sind relativ glimpflich davongekommen«, schreibt die Hungener Lehrerin Venedey-Grenda. Sturm und Regenfälle hätten zwar Schäden an den Gebäuden verursacht, aber außer den psychischen Traumata seien Personen unversehrt geblieben.

Viele Menschen haben aber das Dach über dem Kopf verloren. Deshalb dienen die Schulgebäude zum Teil als Notunterkünfte. »Wenn die ersten Schäden beseitigt sind, wird der Verlust der Ernte durch die massiven Wassermassen als Nächstes zu einem enormen Versorgungsengpass führen«, vermutet die Gesamtschul-Lehrerin.

Schulgemeinde und Partnerschaftsverein wollen nicht untätig bleiben, sondern den Menschen in dem schwer getroffenen Land auch finanzielle Unterstützung geben. Deshalb soll ein Aktionstag für Mosambik veranstaltet werden, an dem Spenden gesammelt werden. Wann und wie genau dieser Aktionstag aussehen wird, wird in den nächsten Tagen beraten.

Sollte bei der Spendenaktion mehr Geld zusammenkommen, als für die Instandsetzung der Partnerschulen benötigt wird, wird das übrige Geld an das »Inkota«-Netzwerk weitergeleitet. Es unterstützt in Mosambik lokale Bauernorganisationen und setzt sich für lokales Saatgut und den Erhalt der Landrechte von Kleinbauern ein. »Inkota« verfüge über die nötigen Strukturen vor Ort, »um die Spenden den Richtigen zukommen zu lassen«, berichtet Vendey-Grenda.

Die Gesamtschule engagiert sich seit 38 Jahren in Mosambik. Einmal im Jahr rückt die Schulpartnerschaft in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, wenn beim großen Schulbasar im Advent Spenden für die entwicklungspolitische Arbeit gesammelt werden. Damit wurden verschiedenste Aktivitäten finanziert, zuletzt zum Beispiel der Aufbau einer Sekundarstufe an einer Partnerschule, andere Einrichtungen bekamen neue Klassenzimmer, Lehrerhäuser oder Brunnen.

Spenden können auf folgendes Konto getätigt werden:

Schulpartnerschaft mit Mosambik e. V.

IBAN: DE59 5139 0000 0081 3333 19

bei der Volksbank Mittelhessen.

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