02. März 2018, 21:17 Uhr

»Wo eine Kita ist, da wird gebaut«

02. März 2018, 21:17 Uhr
Süßigkeiten kann man auch malen – das ist auch dem Minister neu. (Foto: jsh)

Es wirkt fast wie im Märchenbuch: Schnee liegt neben den sich eng windenden Straßen und hoch oben auf einem Berg in der Schlossstraße in Königsberg thront ein altes Fachwerkgebäude. Innendrin: Alles bunt und in Miniatur, fast wie bei Schneewittchen. Aber weder Prinz noch böse Stiefmutter werden hier erwartet, sondern Hessens Staatsminister Axel Wintermeyer höchstpersönlich. »Land hat Zukunft« heißt das Projekt, das ihn in das Familienzentrum nach Königsberg geführt hat. Bei dem Projekt dreht es sich darum, ein Auge auf das große Zukunftspotenzial im ländlichen Raum zu lenken: Immerhin sind 80 Prozent der Fläche in Hessen ländlich, was bedeutet, dass über die Hälfte der Einwohner auf dem Land wohnt. Viel Raum und Fläche für Zukunft also.

Wo »Zukunft« gesagt wird, da kommen auch Kinder ins Spiel. An diesem Ort, eine Kindertagesstätte, spielen die Kinder tatsächlich und sie spielen eine große Rolle. Denn vor einigen Jahren stand der Kindergarten kurz vor dem aus. Die Gelder haben gefehlt und der Nachwuchs auch – 22 Kinder waren es zum Schluss nur noch. Aber durch engagierte Eltern und Erzieherinnen sowie eine starke Gemeindestruktur wurde das drohende Schicksal abgewendet. Nachdem die Idee geboren wurde, sich zu einem Familienzentrum zu wandeln, also ein Haus der Begegnung zwischen unterschiedlichen Generationen zu werden, kam 2016 die offizielle Zertifizierung. Hier gibt es nun Projekte wie den Oma-Opa-Kinder-Garten, in dem Kinder und Großeltern gemeinsam ein Beet pflegen oder den Familiennachmittag, den Kinder und Eltern zusammen in der Kita verbringen.

Einige Eltern haben erzählt, dass sie nicht nach Königsberg gezogen wären, wenn es nicht diese Kindertagesstätte geben würde. »Da wo eine Kita ist, da werden auch Häuser gebaut« bestätigt Sascha Lepper, einer der beiden Väter, die den Förderverein leiten. Das Familienzentrum wäre ohne den Förderverein nicht möglich gewesen, weil die Finanzierung ohne Zuschüsse aus der Kommunalpolitik auskommen muss. Mittlerweile sind Mittel für das zukunftsträchtige Projekt in den Haushalt mit eingeplant, auch wenn das allein nicht reichen wird, pflichtet Patricia Ortmann bei, Biebertals neue Bürgermeisterin.

Wie ist das Ministerium auf das Familienzentrum in Königsberg aufmerksam geworden? Der Staatsminister selbst hatte sich an das Projekt erinnert, da es sich 2016 für den hessischen Demografie-Preis beworben hatte. Es ist ihm als etwas Besonderes im Kopf geblieben, weil es sich durch Engagement von kurz vor Schließung zu »Wir haben eine Warteliste« gerettet hat.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Axel Wintermeyer
  • Kindertagesstätten
  • Märchenbuch
  • Schnee
  • Schneewittchen
  • Biebertal
  • Redaktion
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.