Zwei Haftstrafen von vier und fünf Jahren, zweimal Bewährung und eine Geldstrafe – so lauten die Urteile der Ersten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichts gegen fünf junge Männer aus Gießen, Reiskirchen und Buseck. Sie haben in unterschiedlicher Zusammensetzung einen Raubüberfall in Stuttgart und einen versuchten Raubüberfall in Großen-Buseck begangen (die GAZ berichtete).

Die Angeklagten hatten zunächst einen Mitarbeiter einer Heuchelheimer Kanalreinigungsfirma in Stuttgart überfallen und die Wocheneinnahmen der Firma erbeutet. Damit wollten sie der Firma eins auswischen, da die Chefs drei der Täter als ehemalige Mitarbeiter schlecht behandelt und unter Druck gesetzt hätten. Zudem haben sie ein Elektronikgeschäft in Buseck überfallen, verschwanden aber ohne Beute.

Die Haupttäter wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Zur Tatzeit war ein Täter noch 20 Jahre alt, auch von Experten wurde ihm eine damals noch eher jugendliche Entwicklung attestiert. Deshalb bleibt es für ihn bei einer vierjährigen Jugendstrafe – für den Vater eines jungen Kindes trotzdem eine harte Strafe. »Wir mussten uns die Frage stellen, was hier noch für eine Erziehung sinnvoll ist«, erklärte der vorsitzende Richter Andreas Wellenkötter das Urteil. »Sie sollen die Chance bekommen, ihr Leben zu ändern – dafür ist allerdings eine entsprechende Strafzeit notwendig.« In die Jugendstrafe wurde eine vorhergehende Verurteilung des Gießener Gerichts mit aufgenommen.

Sicherheitsverwahrung droht

Der zweite Haupttäter muss für fünf Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Er hat bereits einige Vorstrafen, auch wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung. Der Überfall sei für ihn auch eine Gelegenheit gewesen, seine Finanzen aufzubessern. Das gab der 26-Jährige auch zu. »Sie müssen jetzt die Kurve in Ihrem Leben hinbekommen, denn bei der nächsten Verurteilung wird man sich Gedanken wegen einer Sicherheitsverwahrung machen müssen«, erklärte der Richter. Von den Haftstrafen wurden bereits vier Monate in der Untersuchungshaft verbüßt.

Die einjährige Freiheitsstrafe des dritten Täters wurde für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt, er muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit tätigen. Die zweijährige Freiheitsstrafe für den vierten Täter wird für eine fünfjährige Bewährungszeit ausgesetzt, während der er 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten muss. Obwohl er der Initiator des Überfalls war, handelt es sich laut Richter Wellenkötter um einen minderschweren Fall des Raubes: »Sie waren als Erster geständig«, das sei berücksichtigt worden. »Aber auch die vorhergehende Behandlung durch ihren damaligen Arbeitgeber war nicht in Ordnung«. Der fünfte Angeklagte, der am versuchten Überfall in Buseck beteiligt war, muss eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 10 Euro leisten.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Geldstrafen
  • Haftstrafen
  • Jugendstrafen
  • Raubüberfälle
  • Sicherungsverwahrung
  • Strafkammern
  • Gießen
  • Buseck
  • Constantin Hoppe
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.