08. September 2011, 09:15 Uhr

Alsfelder Ex-Bürgermeister in Grünberg straffällig?

Alsfeld/Grünberg (bf). Der Alsfelder Ex-Bürgermeister Herbert Diestelmann (SPD) steht erneut im Fokus der Justiz. Er war wegen Untreue in Millionenhöhe zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
08. September 2011, 09:15 Uhr
Der frühere Bürgermeister von Alsfeld, Herbert Diestelmann (SPD) 2009 auf der Anklagebank im Landgericht in Gießen. (Archivfoto: dpa)

Als er nun in der Folge davon in einer Grünberger Einrichtung Sozialstunden ableistete, füllte er offenbar auf deren Kosten an einer Tankstelle sechs Kanister mit Kraftstoff – zum Privatgebrauch. Dafür steht er jetzt bald wieder vor Gericht.

Diestelmann war vom Landgericht Gießen im März 2009 zu einer Haftstrafe von 21 Monaten auf Bewährung und zur Zahlung einer Geldstrafe von 9000 Euro als Bewährungsauflage verurteilt worden. Zumindest einen Teil dieser Summe leistete der 60-Jährige in einer Grünberger Altenpflege-Einrichtung als Sozialstunden ab.

Dabei benutzte eine Tankkarte des Hauses, um an einer Grünberger Tankstelle eigene Benzinkanister zu füllen. »Es handelt sich um sechs Fälle zwischen dem 15. Februar und dem 1. März«, sagte Jochen Fabricius, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, auf Anfrage eines Journalisten. Der Schaden liegt nach Angaben der Anklagebehörde bei etwa 120 Euro. Diestelmann habe die Taten bei der Polizei eingeräumt, berichtete Fabricius.

Die Staatsanwaltschaft will jetzt Anklage wegen des Vorwurfs der Untreue erheben. Falls das Gericht die Anklage zulässt, würde vor dem Amtsgericht in Gießen verhandelt.

Dabei wird das Gericht einen Widerruf der Bewährung prüfen, auch deshalb, weil Diestelmann 2009 wegen Untreue verurteilt worden war.

Nach Überzeugung des Landgerichts Gießen hatte der Bürgermeister zwischen 2003 und 2005 eigenmächtig Kredite aus dem Stadthaushalt an eine teils kommunale Firma vergeben, deren Geschäftsführer er, Diestelmann, selbst war. Der Betrieb wurde insolvent.

Zudem verwandte Diestelmann Geld für sich, das für die Stadt bestimmt war, und nahm Gegenstände an sich, die der Stadt gehörten. Der Vorsitzende Richter warf ihm damals vor, er habe er das Eigentum der Stadt als das Seine betrachtet.

Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil im September 2009.

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