07. März 2018, 14:15 Uhr

Raser in der Neustadt

Anwohner beklagen Raser und Poser in Gießener Neustadt

Die Männer, die den Unfall am Freitag an der Westanlage verursacht haben, sollen Raser sein. Ein Anwohner erzählt, er habe sie vorher »posend« am Neustädter Tor gesehen. Offenbar gibt es eine Szene.
07. März 2018, 14:15 Uhr

Von Stefan Schaal , 2 Kommentare
In der Neustadt sind nur 20 km/h erlaubt. Anwohner beobachten immer wieder auch Raser, die wesentlich schneller durch die Straße düsen. (Foto: srs)

Die Neustadt und die Bahnhofstraße sind unter Anwohnern als Raserstrecken bekannt. Der Unfall am Freitagnachmittag an der Westanlage, bei dem ein 12-jähriger Junge verletzt wurde, soll nach einem illegalen Rennen geschehen sein. Darüber ist Marcus Helgert, der mit seiner Familie im Pfarrgarten lebt, überhaupt nicht verwundert.

Eine Frage der Zeit, bis es zu einem schweren Unfall kommt

Marcus Helgert

»Den Porsche Cayenne und andere habe ich eine halbe Stunde vor dem Unfall bei uns vor dem Neustädter Tor gesehen«, berichtet er gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung. »Die Fahrer - alle junge Männer - haben mit ihren Autos geprotzt, haben ihre Motoren aufheulen lassen«, sagt er. »Dann sind sie mit quietschenden Reifen losgefahren.«

 

Polizei bestätigt Probleme mit »Poser-Szene«

Auch die Polizei bestätigt, in der Neustadt gebe es Probleme mit einer »Autoposer-Szene«. Aufheulende Motoren mit Sportwagen und »Macho-Gehabe« stelle man immer wieder fest, erklärt Polizeisprecher Jörg Reinemer. »Das sind bisweilen Ordnungswidrigkeiten.« Einen Zusammenhang zwischen den Posern und Rasern könne die Polizei nicht ausschließen.



Schon seit mehreren Jahren mahnt Anwohner Helgert eine »Autoposer-Szene« in Gießen an. »Mich wundert nicht, dass jetzt so ein Unfall in Gießen passiert ist.« Das Areal am Pfarrgarten nahe der Galerie Neustädter Tor sei ein Treffpunkt. »Da stehen dann Autos der Marken Bentley, Maserati, Porsche, oft abends. Sie geben Gas. Der Auspuff dröhnt, als würde ein Jet starten. Dann starten sie mit Rennen durch die Innenstadt.« Immer wieder, beklagt der Gießener, würden die Raser auch durch den Löbershof fahren. »Das hallt dann durch das ganze Wohngebiet.« Oft stünden die Sportwagen im Parkverbot, behindern die Feuerwehrgasse.

 

Mit 100 Sachen durch die Neustadt

In der Neustadt sind maximal 20 km/h erlaubt. »Die rasen mit mehr als 100 Sachen durch die Neustadt und die Bahnhofstraße«, beobachtet Helgert. »Für uns war es nur eine Frage der Zeit, bis es hier einmal zu einem schweren Unfall kommt«, sagt der besorgte Vater einer zehnjährigen Tochter. »Das ist ihr Schulweg. Und die Neustadt ist doch eine Einkaufsstraße.«

Auch andere Anwohner haben sich bei der Gießener Allgemeinen Zeitung gemeldet, beschweren sich über Raser in der Neustadt. »Könnte man hier nicht eine Radarfalle aufstellen um die Raser zur Räson zu bringen?«, fragt Helgert. Bisher sei überhaupt nichts geschehen, wirft er dem Ordnungsamt vor. Er ist sich sicher: »Die Kosten der Radarfallen würden sich innerhalb kürzester Zeit amortisieren.«

 

Polizei und Staatsanwaltschaft: Zeugenaussagen ergeben Verdacht auf illegales Autorennen

Polizei und Staatsanwaltschaft Gießen bestätigten in einer Pressemitteilung am Mittwoch, dass nach Zeugenvernehmungen und Befragungen der Verdacht auf ein illegales Autorennen der an dem Unfall beteiligten 18 und 21 Jahre alten Autofahrer vorliege.

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