GFV-Prinzessinnen

Fast Food im Prinzessinnenkleid

Einmal Prinzessin sein – ein wahrer Mädchentraum. Mit welchen Überraschungen man rechnen muss, verraten GFV-Prinzessin Katrin I. und ihre Vorgängerin Sabrina I. im »Interview der Woche«.
09. Februar 2018, 14:00 Uhr
Prinzessin Katrin I. genießt die intensive Zeit mit ihrem Prinzen und Ehemann Andt I. Vorgängerin Sabrina I. schaut gern zu, freut sich aber auf ein bequemes Kostüm. (Foto: Schepp)

Frau Niedermayer, Sie haben mal gesagt, Sie wollten schon immer Prinzessin werden. Jetzt ist dieser Traum wahr geworden. Ist es so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Katrin Niedermayer: Ich war 1990 Kinderprinzessin in Launsbach, aber man rechnet natürlich nicht damit, dass man dies zweimal erleben darf. Jetzt ist es soweit, und ich kann sagen: Es ist einfach toll.

Wie ist es mit all den Traumvorstellungen: tolles Kleid, glitzernde Krone?

Sabrina Schneider: Natürlich kennt man die Bilder all der schönen Prinzessinnen der letzten Jahre und trotzdem kann man sich im Vorfeld nicht vorstellen, wie es sich anfühlen wird, ein zehn Kilo schweres Kleid oder eine Krone zu tragen.

Gibt es Tipps, die Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben können?

Schneider: Man muss sich komplett auf das Know-How des Friseurs verlassen. Bei mir wurde zum Beispiel ein kleines Bändchen in die Krone genäht, damit sie fest auf dem Kopf sitzt. Zudem werden unglaublich viele Nadeln zum Feststecken der Frisuren genutzt. Ich erinnere mich noch genau an einen Tag, an dem ich 80 Nadeln auf dem Kopf hatte. Da ist man nachts dann eine Weile beschäftigt, bis die alle wieder draußen sind.

Das klingt zeitaufwendig – wie lange braucht man, bis man sich in eine prinzessin verwandelt hat?

Schneider: Man wird schneller, je kürzer die Nächte werden. Irgendwann habe ich geschafft, beim Friseur zu sitzen und mich parallel zu schminken. Gleiches gilt für das Kleid. Irgendwann ist man in drei, vier Minuten umgezogen. Anfangs braucht man aber natürlich ein bisschen, bis Rock und Korsage an der richtigen Stelle sitzen.

Niedermayer: Allerdings. Vor dem ersten Termin war der Gedanke daran, sich in eine Prinzessin zu verwandeln ganz schön aufregend – und zunächst benötigt man dafür auch Hilfe.

Mein Prinz hat am 11.11. zum ersten Mal ›Helau‹ gerufen

Katarina I.

Da weiß man abends wahrscheinlich auch, was man getan hat: Stundenlang ein schweres Kleid tragen, die Haare festgesteckt, immer gerade sitzen und lächeln. Wie erschöpft ist man nach so einem Tag?

Niedermayer: Ziemlich. Man ist in der Hochphase von morgens bis spät in die Nacht unterwegs. Dann freut man sich darauf, wenn man Krone und Schuhe wieder ausziehen kann.

Apropos Schuhe: Trägt man Prinzessinnen-Pumps oder bequemes Schuhwerk?

Niedermayer: Da man die Schuhe sieht, wenn man zum Beispiel die Treppe zur Bühne hoch- und wieder runtergeht, müssen diese auch entsprechend aussehen.

Schneider: Auf Kinderveranstaltungen ist das übrigens die Frage Nummer eins: Welche Schuhe trägt die Prinzessinnen? Danach kommen: Was trägst du für Schmuck? Wie viel Kleider hast du? Wie groß ist dein Schloss? Wie viele Pferde hast du?

Spielt Sie mit?

Schneider: Na klar. Man muss aber ganz schön kreativ sein und immer wieder etwas Neues erfinden. Ich habe meine Geschichte immer mit dem Schloss von Eiskönigin Elsa aufgebaut. Irgendwann wurde ich dann auch mal gefragt, ob ich auch einen Olaf habe. Da bin ich dann auch mal kurz in Stocken geraten.

Sie haben ja selber zwei Töchter, Frau Niedermayer. Was sagen die dazu, dass Mama jetzt eine echte Prinzessin ist?

Niedermayer: Als die Große, sie ist sechs Jahre alt, mich das erste Mal im Kleid gesehen hat, hat sie gesagt: ›Also du weißt schon, dass ich Vampir werde.‹ Und die Kleine, zweieinhalb Jahre, wollte auf meinen Arm, das ging aber mit dem Kleid nicht. Da hat sie geschimpft: ›Du das wieder ausziehen!‹ Inzwischen haben sich aber beide daran gewöhnt und finden es ganz toll.

Dass die Kinder bei all den Terminen versorgt sind, ist wahrscheinlich eine logistische Meisterleistung. Wie organisieren Sie das?

Niedermayer: Ich habe eine doppelseitige Tabelle, da steht genau drauf, wer die Kinder wann wo abholt oder bei uns zu Hause betreut. Ohne die Unterstützung von Eltern, Schwiegereltern, Schwägerin und Freundin würde das gar nicht gehen. Das haben wir bereits im Vorfeld abgeklärt, noch bevor wir zugesagt haben.

Angefangen hat ja alles mit einem Abendessen bei GFV-Präsident Jörg Langsdorf, bei dem Ihr Mann gefragt hat, wie man eigentlich Prinzenpaar wird. War das ein geplanter Schachzug oder Zufall?

Niedermayer: Das war alles andere als geplant. Mein Mann stellt bereits seit Jahren die Zäune und rosa Toilettenhäuschen für den Umzug. Bei einem gemeinsamen Abendessen, zu welchem Präsident Jörg Langsdorf geladen hatte, war mein Mann ganz neugierig, wie diese vielen Ehrenämter funktionieren und welche Funktion das Prinzenpaar hat. Geplant war das nicht, Arndt hatte mit Fasching zuvor gar nichts am Hut. Am 11.11. hat er zum ersten Mal in seinem Leben Helau gerufen. Inzwischen ist er Prinz mit Leib und Seele.

Wie Sie beide dort aufgetreten sind, ist auch aus einer Idee Ihres Mannes entstanden. Erzählen Sie davon.

Wir waren beeindruckt, was wir als Paar für ein Stress-Level schaffen

Sabrina I.

Niedermayer: Mein Mann ist Geschäftsführer der Gießener Toiletten-Miet-Service GmbH. Da dachte er: Wie wäre es, wenn wir bei der Vorstellung einfach zwei Häuschen auf die Bühne stellen und da rauskommen? Also hat er alles ausgebaut und die Rückwand abmontiert, damit wir hinter der Bühne unbemerkt einsteigen konnten. Das war einer der aufregendsten Momente für uns beide. Schließlich war der ganze Katharinen-Platz voller Menschen.

Aufregend. Das Präsentieren vor so vielen Menschen muss man mögen.

Niedermayer: Auf jeden Fall. Vor diesem großen Publikum etwas zu sagen, kostet Überwindung. Man ist aufgeregt, und kann sich das vorher auch nicht groß aufschreiben oder es ausformulieren, denn wenn es auswendig gelernt klingt, ist es für die Zuhörer nicht schön.

Was haben Sie in diesen Situationen gemacht, Frau Schneider?

Schneider: Ich habe geschwiegen (lacht). Aber im Ernst: Zu Beginn dachte ich, ich werde nach und nach in die Rolle auf der Bühne und das Sprechen vor so vielen Menschen hineinwachsen, aber das liegt mir einfach nicht. Ich bin dann so aufgeregt, dass nichts mehr rauskommt. Mein Mann hat das zum Glück komplett für uns übernommen.

Da trifft es sich natürlich gut, dass es eine Paar-Rolle ist. Was macht diese Zeit denn eigentlich als Pärchen mit einem?

Niedermayer: Es ist ganz viel Zeit, die man mal wieder zusammen verbringt. Wir sind beide berufstätig, selbstständig, haben zwei Kinder. Da bleibt im Alltag nicht viel Zeit zu zweit. Daher ist die Kampagne etwas ganz Besonderes. Auch die Momente, wenn man nachts nach der letzten Veranstaltung vom Hofmarschall in ein Fastfood-Restaurant gefahren wird und in königlicher Robe Hamburger isst, vergisst man so schnell nicht.

Haben Sie sich nicht auch im Fast-Food-Restaurant kennengelernt?

Niedermayer: Ja genau, vor mittlerweile fast 17 Jahren. Man wächst in dieser Zeit einfach wieder enger zusammen.

Schneider: So ist es. Auch dieser Augenblick, wenn man den Ball mit dem ersten Tanz eröffnet. Das ist ein ganz intensiver Moment als Paar. Zudem waren wir auch beeindruckt, was wir als Paar für ein Stress-Level schaffen. Zu sehen, wie gut man Hand in Hand arbeiten kann, und immer nach dem anderen guckt und dabei fröhlich bleibt, das tut der Beziehung unheimlich gut.

Genießen Sie es, nun in der Faschingszeit auch einfach mal zuzuschauen?

Schneider: Ja sehr. Es ist total toll, denn man erlebt ein stückweit alles noch einmal mit. Bei eurer Inthronisation zum Beispiel war ich total gerührt, weil ich genau wusste, wie ihr euch gerade fühlt. Bis zur Inthronisierung weiß man gar nicht so recht, was auf einen zukommt. Wenn man dann in die Kongresshalle hineinkommt und Helau ruft und sich alle freuen, das ist der Wahnsinn. Man ist in dem Moment Prinz und Prinzessin. und es ist irre, was das in den Menschen auslöst. Wenn man unten sitzt und zuschaut, erlebt man all das noch einmal ein bisschen mit.

Also ist es Ihnen nicht schwergefallen, das Zepter abzugeben?

Schneider: Nein, alles im Leben hat seine Zeit. Viele Dinge sind auch einfach deshalb schön, weil man sie nur einmal erlebt. Meinem Prinzen ist das ein bisschen schwerer gefallen. Der war am 11.11. ganz ruhig und hat einen Augenblick gebraucht. Aber inzwischen hat er sich daran gewöhnt, und es geht ihm genau wie mir.

Und was tragen Sie heuer zu Fasching?

Schneider: Defintiv etwas bequemes.

Zusatzinfo

Die Prinzessinnen

 Sabrina Schneider (ehem. Zerwas) war Prinzessin in der Kampagne 2016/2017. Die 30-Jährige ist seit zwei Jahren bei der Gießener Textilveredlungsfirma Corpotex als Prokuristin tätig und verantwortlich für Marketing, Personal und die Unternehmensentwicklung . Gründer und Inhaber ist ihr Mann Sören Schneider, mit dem sie seit September 2017 verheiratet ist.  Katrin Niedermayer ist die Prinzessin der Kampagne 2017/2018. Die zweifache Mutter ist selbstständige Rechtsanwältin. Mit ihrer Familie lebt sie im Gießener Stadtteil Rödgen. Ursprünglich stammt die 36-Jährige aus Wettenberg-Launsbach. Dort war sie 1990 schon einmal Kinder-Prinzessin.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Abendessen
  • Gießen
  • Helau und Alaaf
  • Interviews
  • Kampagnen
  • Prinzessinnen
  • Schuhe
  • Theater
  • Gießen
  • Valerie Pfitzner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.