Alte Post

"Geschäftsschädigende Demo": BI für Rettung der Alten Post stößt auf Kritik

Die BI »Rettet die Alte Post« hat am Freitag vor dem Restaurant Alt-Gießen demonstriert. Die neue Pächterin der Gaststätte kritisierte die Proteste als "geschäftsschädigend".
12. Januar 2018, 21:28 Uhr
Tuba Düs (r.), Geschäftsführerin des Alt-Gießen, diskutiert mit den Demonstranten.

Das Ziel, die Alte Post zu bewahren, mag unter Gießener Bürgern auf breite Zustimmung stoßen. Eine Demo für dieses Ansinnen am Freitagabend erreichte allerdings einen bescheidenen Anklang. Knapp 20 Menschen stellten sich mit Plakaten und Kerzenlichtern vor das Alt-Gießen – das Gebäude gehört der Eigentümerfamilie der Alten Post. Die Demonstranten stießen indes auf Kritik der neuen Geschäftsführerin der Gaststätte. Die Proteste seien »geschäftsschädigend«, beklagte sie.

Wir haben mit der Alten Post nichts zu tun

Tuba Düs, Geschäftsführerin Alt-Gießen

 

Die Demo hatte gerade begonnen, Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) »Rettet die Alte Post« hoben Schilder in die Höhe: »Die Alte Post ist eine betagte Lady, die lässt man nicht sterben« hieß es auf Plakaten. Auf einem Schild stand in Anspielung auf den Namen des Restaurants und die Eigentümerfamilie der Alten Post, Shobeiri: »Sh. kALT stellen, GIESSEN bewahren.« Da trat Tuba Düs zu den Demonstranten. Zum 1. Januar habe sie die Geschäftsanteile des Alt-Gießen von Karim Shobeiri gekauft, sagte die 32-Jährige. Die Eigentümer der Alten Post seien somit in die Führung der Gaststätte nicht mehr eingebunden. »Wir haben mit der Alten Post nichts zu tun«, betonte Düs. »Ich möchte Sie daher bitten, die Demonstration einzustellen.«

Kurz entflammte eine hitzige Diskussion. »Wir lassen uns die Meinungsfreiheit nicht verbieten«, brüllte ein Demonstrant. Immerhin sei die Shobeiri und Würtele GbR noch immer Besitzer der Immobilie des Alt-Gießen. Nach wenigen Minuten beruhigte sich der Wortwechsel. »Wir sind mit der Demo in einer Stunde zu Ende«, versprach Peter Eschke von der BI. »Wir haben nichts gegen Sie persönlich«, sagte eine Demonstrantin zur Geschäftsführerin der Gaststätte. Düs äußerte derweil Verständnis für das Anliegen der BI.

Proteste vor Privathaus geplant

Per Megafon schwor Eschke anschließend die Teilnehmer der Demo auf das Ziel ein, ein Museum in der Alten Post zu errichten. Ein prägnanter Satz im Flyer der Bürgerinitiative, den Mitglieder im Rahmen der Demonstration verteilten, wonach der Betrieb des Alt-Gießen durch Familie Shobeiri »purer Hohn« sei, ist unterdessen nicht mehr aktuell.

Man werde weiter für den Erhalt der Alten Post kämpfen, erklärte der BI-Vorsitzende Jan-Patrick Wismar. Im Februar will die Bürgerinitiative in Heuchelheim vor einem privaten Wohnhaus der Eigentümerfamilie der Alten Post demonstrieren.

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