11. Oktober 2018, 14:00 Uhr

»Die Wolf-Gäng«

Lena Fischer vom Schauspiel-Virus infiziert

Die zwölfjährige Lena Fischer hat sich einen Traum erfüllt: Sie durfte als Komparsin mitwirken im Film »Die Wolf-Gäng«. Sie hofft, weitermachen zu können mit der Schauspielerei.
11. Oktober 2018, 14:00 Uhr

Der Besuch in den Bavaria-Filmstudios in München war ein Höhepunkt der Sommerferien. Auf der Rückfahrt im Zug sagte Lena: »Wäre es nicht cool, auch mal in einem Film mitzuspielen?« Wenige Wochen später war es so weit. Die zwölfjährige Gießenerin wirkt als Komparsin mit im Film »Die Wolf-Gäng«, der derzeit in Mittelhessen gedreht wird.

Den Aufruf zum Mitmachen las Lenas Vater Holger Fischer kurz nach der Rückkehr aus dem Bayern-Urlaub. 1000 Nebendarsteller – Erwachsene wie Kinder – wurden gesucht für die Verfilmung der Jugendbücher von Wolfgang Hohlbein. Lena war Feuer und Flamme. Beim Casting in Marburg wurden Fotos gemacht. Der Regieassistent sagte, sie komme für eine besondere Rolle in Frage. Dann die E-Mail: Lena könne eine Mitschülerin der Hauptdarsteller spielen. Sechs Tage sollten ihre Dreharbeiten in Marburg dauern.

Schülerin der Ostschule

Zuvor musste die Familie »jede Menge Blätter ausfüllen«, erzählt Lena im GAZ-Gespräch. Nötig waren die Zustimmung von Schule und Jugendamt sowie ein ärztliches Attest. Die Gesamtschule Gießen-Ost entschied: Die Siebtklässlerin, eine gute Schülerin, kann den Unterrichtsstoff und eine Klassenarbeit nachholen. Sie verpasste außerdem einige Proben für das Theater-Großprojekt »Surrogate Cities«.

Die Drehwoche war aufregend. Beim »Fitting« erhielt Lena ihr Kostüm, Hotpants und gelbe Bluse im Stil der 1950er Jahre. Ihre schulterlangen Naturwellen wurden in einen wilden Lockenkopf verwandelt. Bis zu acht Stunden täglich verbrachte sie »am Set«. Selbst Wartezeiten waren mitunter anstrengend, »man ist dauernd in einer Anspannung«. Die Kinder nutzten die Zeit, um Freundschaften zu knüpfen.

»Eine Sprechrolle wäre cool«

Über die Schulszenen, in denen sie mitwirkte, darf die Zwölfjährige nichts erzählen. Auch Fotografieren war verboten – Ausnahme: Ein Schnappschuss abseits der Kulissen mit dem bekanntesten Darsteller Rick Kavanian. Eines jedoch darf sie sagen, und zwar mit leuchtenden Augen: »Es hat Spaß gemacht!« Zugleich merkte Lena: Filmen ist Arbeit, selbst wenn man kein Wort sagen darf. Nicht umsonst erhält sie eine Gage. Ihre Eltern registrierten derweil erleichtert, wie gut die Kinder betreut wurden, von der Einhaltung der Drehzeiten bis zu ständigem Lob durch die Mitarbeiter der renommierten Produktionsfirma Rat Pack. »Der Regieassistent Fabian Alexander Götz hat schon mit Cate Blanchett gearbeitet, jetzt befasst er sich mit Lena Fischer«, staunt Holger Fischer.

Wird sie auf der Leinwand zu sehen sein? »Vielleicht wird manches rausgeschnitten«, weiß Lena. »Aber ich glaube schon. Ich bin einige Male direkt hinter den Hauptdarstellern gewesen.«

Vater Holger Fischer unterstützt sie

Holger Fischer hat selbst oft im Tinko-Theater auf der Bühne gestanden. Diese Erfahrung habe zu seiner Persönlichkeitsbildung beigetragen, sagt der Unternehmer. Nun unterstützt er Lena bei ihrem Traum, weiter als Schauspielerin tätig zu sein. Gemeinsam haben Vater und Tochter ein Werbeclip-Video für ihre »Sedcard« – die elektronische Bewerbungsmappe, auf die Filmfirmen zugreifen können – erdacht und gedreht. »Eine Sprechrolle wäre cool«, sagt Lena. Vielleicht erweisen sich ihre Hobbys als Plus für manche Filme: Die Zwölfjährige reitet und trainiert den Kampfsport KidKuneDo.

Auch die Schauspielerei sieht sie bisher eher als schöne Nebensache. Ihr Berufswunsch? »Anwältin fände ich gut.« Auch bei diesem Satz leuchten Lenas Augen.

"Die Wolf-Gäng"

Dreharbeiten in Mittelhessen?>

¬Seit 4. September dreht die Produktionsfirma Rat Pack in Mittelhessen den Fantasy-Film »Die Wolf-Gäng«. Er basiert auf einer Kinderbuchreihe von Wolfgang Hohlbein. Im Mittelpunkt stehen ein Vampir, der kein Blut sehen kann, ein Werwolf mit Tierhaarallergie und eine Fee, die das Fliegen nicht mag. Die Botschaft: Lerne dich so zu akzeptieren, wie du bist. Insgesamt 40 Drehtage sind geplant in der Stadt Alsfeld, in der Alten Universität in Marburg und im Schloss Braunfels. Wann der Film in die Kinos kommt, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich frühestens im Herbst 2019, vielleicht sogar erst 2020.

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