11. Oktober 2018, 06:00 Uhr

Stadt Gießen

Marktplatz Gießen: Bauarbeiten werden wohl früher als erwartet beendet

Aufatmen am Gießener Marktplatz: Die Baustelle kommt zügiger voran als geplant. Das ist einerseits dem guten Wetter zu verdanken, andererseits einem neuen Belohnungssystem.
11. Oktober 2018, 06:00 Uhr
Vor allem an der Ecke Schulstraße geht es derzeit eng zu für Fußgänger und Radfahrer. (Foto: kw)

Gute Nachricht für Anlieger und Buskunden: Die Bauarbeiten auf dem Marktplatz schreiten schneller voran als vorgesehen. »Das Wetter hat gepasst«, erklärt Hendryk Gaidies, Sachgebietsleiter für den Straßenbau im städtischen Tiefbauamt, im GAZ-Gespräch. Wann die Fläche wieder freigegeben wird, stehe noch nicht fest. Insbesondere sei unklar, wann die Stadtbusse wieder über den Marktplatz fahren können. Anvisiert waren die Umleitungen bis zum 28. Oktober.

Offenbar gewirkt hat ein neues Belohnungssystem der Stadt für schnelles Bauen (siehe unten). »Es hat definitiv einen Anreiz gegeben, zügig voranzukommen«, sagt Gaidies. Auch die Kommunikation – in diesem Fall mit der Gießener Baufirma Faber & Schnepp – sei angenehmer, wenn man mit Extra-Geld winken könne, statt mit Vertragsstrafen bei Verzögerungen zu drohen.

Radfahrer werden den Marktplatz bald wieder nutzen können. Auch Fußgänger, für die es in den letzten Wochen reichlich eng zuging, profitieren sofort vom Abbau der Absperrungen. Wie kurzfristig der Busverkehr umgestellt werden kann, ist offen. So lange die Umleitungen im Internet-Fahrplan stehen, sollen sie auch gefahren werden.

 

Umsatzverluste registriert

In der Westanlage, wo ebenfalls gebaut wird, verursachten die zusätzlichen Busse weniger Chaos als befürchtet. Größere Verspätungen entstanden nur in den Stoßzeiten.

Aufatmen können insbesondere die Inhaber der Geschäfte rund um den Platz. »Die erwarteten Umsatzverluste sind eingetreten«, berichtet Thomas Kirchhof, Vorsitzender des Business Improvement District (BID) Marktquartier. Die meisten Betroffenen könnten sich indes noch an die Marktplatz-Umgestaltung 2005 erinnern, die ein Jahr dauerte. Im Vergleich damit seien die aktuellen Einbußen »ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend«, so Kirchhof. Dass die für Fußgänger und Radler gefährlichen Stolperfallen verschwinden mussten, sehe jeder ein – allerdings wäre die Nachbesserung nicht nötig gewesen, wenn man schon damals einen harten Belag verbaut hätte.

Eine Durststrecke war für die Anlieger die vorletzte Woche, in der die Neustadt bis zum Pfarrgarten abgeriegelt war. Die Anlieferung zu den Läden sei schwierig gewesen, erläutert Kirchhof. Außerdem habe es sich deutlich bemerkbar gemacht, dass die Fußgänger die Fahrbahn nicht queren konnten.

Etliche taten es trotzdem und räumten die Absperrungen zur Seite – den Verantwortlichen trieben sie damit mitunter den Schweiß auf die Stirn. »Es gab heikle Situationen«, so Gaidies. Aus Sicherheitsgründen sei diese umfassende Sperrung nötig gewesen. Sie wurde so kurz wie möglich anberaumt, Hinweisschilder informierten über die Umwege.

 

Oberfläche muss durchtrocknen

Die Trockenheit und die warmen Tage kommen der neuen Betonoberfläche zugute, die vor dem ersten Befahren gründlich durchtrocknen muss. Aus optischen Gründen sei etwas dunklerer Beton verwendet worden ähnlich wie am Bahnhofsvorplatz, erläutert Gaidies. Im Bereich um die eigentliche Haltestelle herum wurde normaler Asphalt verlegt. Dort habe es ja bisher keine Probleme mit Spurrillen gegeben, so der Fachmann.

Solche Falten entstehen an vielen Stellen, an denen die Busse auf immer derselben Linie nah an die Bordsteine heranfahren. Am Berliner Platz vor der Kongresshalle will die Stadt das Problem demnächst angehen.

Die Trocknungszeit des Betons am Marktplatz nutzt die Stadt, um das Blindenleitsystem auf den neuesten Stand zu bringen. Die Taststreifen im Pflaster waren abgenutzt. Auch die Bordsteine wurden ersetzt. Zudem wurde die Stadtbus-Umleitung genutzt, um die Haltestelle am Stadttheater zu erneuern.

Info

Wer eilt, gewinnt

Mit gut 380 000 Euro war die Marktplatz-Umgestaltung veranschlagt. Erstmals winkte die Stadt mit Zuschlägen: Die Baufirma erhält für jeden Tag, um den sie die Bauzeit verkürzen kann, 1000 Euro netto. Diese Vergütung ist auf fünf Prozent der Abrechnungssumme begrenzt, also in diesem Fall auf 20 000 Euro. Anlass für diese Premiere war die gute Auftragslage im Baugewerbe: Viele Firmen geben erst gar kein Angebot ab, wenn bei Verzögerungen Vertragsstrafen drohen.

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