08. März 2018, 17:46 Uhr

Mode Meid

Mode Meid und »andijs« im Seltersweg Gießen geben auf

Traurige Nachrichten vom Gießener Kreuzplatz: Mode Meid und das Geschäft »andjis« schließen. Warum die Inhaber keine Perspektive mehr sehen.
08. März 2018, 17:46 Uhr

Von Jens Riedel , 5 Kommentare
Foto: Schepp

Zwei inhabergeführte Modegeschäfte in der Fußgängerzone geben auf: Sowohl Mode Meid am Kreuzplatz als auch der gegenüber liegende Modeladen »andijs« werden schließen. Seit Donnerstag läuft dort der Räumungsverkauf. Der Grund: Die jeweiligen Inhaber sehen keine Zukunft mehr im Gießener Textil-Einzelhandel.

Es tobt eine Rabattschlacht, viele Menschen kaufen lieber im Online-Handel

Christoph Leibold-Meid

Vor allem die Nachricht vom endgültigen Aus bei Mode-Meid überrascht: Im Dezember hatte es noch gehießen, dort stünde lediglich ein Generationswechsel an: Jörg Leibold-Meid geht in den Ruhestand, sein Sohn Christoph Leibold-Meid übernimmt das über 600 Quadratmeter große Fachgeschäft. Nun hat sich Christoph Leibold-Meid aber doch gegen die Fortführung des seit 1950 in Gießen angesiedelten Familienbetriebes entscheiden.

»Ich bin nach längerem Nachdenken zu der Entscheidung gekommen, dass ich es nicht weitermachen will. Es gibt im Textil-Einzelhandel viele Probleme: Es tobt eine Rabattschlacht, viele Menschen kaufen lieber im Online-Handel, die Digitalisierung kostet den stationären Einzelhandel viel Geld und es ist völlig unklar, ob daraus ein Mehrwert erwächst, die Kundenfrequenz wird geringer und die Kaufkraft lässt nach, weil die Leute lieber in Wohnungen und Immobilien investieren«, nennt der 28-Jährige eine ganze Reihe von Gründen, warum er sich gegen die Geschäftsfortführung entscheiden hat.


    
Schock für die Angestellten
    
Für die Angestellten ist dies ein Schock. Sie müssen sich nun einen neuen Job suchen. Ein Nachmieter für das Geschäft ist allerdings schon gefunden. Ein namhafter Mode-Filialist, der bereits in Gießen ansässig ist, wird die Geschäftsräume im Erdgeschoss ab 1. Juli anmieten. Welches Unternehmen dies ist, will Christoph Leibold-Meid aber noch nicht verraten. Auch zu seinen persönlichen Zukunftsplänen hält er sich bedeckt . »Das ist noch nicht spruchreif«.

Die Geschäftsfläche im 1. Obergeschoss – rund 350 Quadratmeter – wird voraussichtlich zu Studentenwohnungen umgebaut. Das Haus am Kreuzplatz gehört der Familie Leibold-Meid, die im Jahr 2009 das ehemalige Leder-Meid-Geschäft umgestaltet und als Mode Meid neu eröffnet hat. Seniorchef Jörg Leibold-Meid bleibt dem Marktquartier immerhin als Vorstandsmitglied des Vereins BID Marktquartier erhalten.

 

BID Marktquartier bedauert Schließungen

Seit genau zehn Jahren ist Antje Russ mit »andijs« in der Fußgängerzone beheimatet. Die gelernte Schneiderin und Textileinkäuferin gibt das 80 Quadratmeter große Geschäft auf, weil der Mietvertrag ausläuft und ihr »die neue Miete zu hoch und die Vertragsdauer zu lang« ist. »Wir hätten eigentlich gerne weitergemacht, aber in Gießen ist es für den Textil-Einzelhandel nicht wirklich leicht«, sagt sie. Ende Juni ist nun Schluss mit »andijs«, was Antje Russ danach genau machen will, steht noch nicht fest.

Thomas Kirchhof, Vorsitzender des BID Marktquartier, bedauert die beiden Schließungen. »Es ist immer traurig, wenn ein inhabergeführtes Geschäft aufgibt.« Aus BID-Sicht hoffe er zumindest auf qualitätsvolle Nachfolger. »Die Textilbranche hat einen sehr schweren Kampf auszufechten. "Das wird man auch künftig deutlich merken«, prophezeit Kirchhof. Der BID-Chef will aber nicht schwarzmalen: Handel sei Wandel, und »Veränderungen gehören zur normalen Weiterentwicklung dazu.«

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