Marktplatz gesperrt

Nächste Großbaustelle: Die wichtigsten Infos zur Marktplatz-Sanierung in Gießen

Massive Beeinträchtigungen wird die geplante Sanierung des Gießener Marktplatzes mit sich bringen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur kommenden Großbaustelle.
09. August 2018, 10:57 Uhr
Deutlich sichtbar sind die Spurrillen vor den Bushäuschen. Sie sind eine Gefahr für Fußgänger und Fahrradfahrer. (Foto: Schepp)

Warum sind die Arbeiten auf dem Marktplatz notwendig?

Etwa 900 Busse fahren täglich über den Marktplatz. Durch die immer gleiche Fahrlinie, das Gewicht von bis zu 20 Tonnen pro Bus sowie das Ruckeln und die Hitze durch die Motoren versinken die Busse geradezu im Asphalt. Das hat zur Folge, dass sich tiefe Spurrillen gebildet haben, die sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer gefährlich sein können. Diese Rillen sollen nun beseitigt werden. Dafür muss der Platz voll gesperrt werden.

 

Wie sehen die Arbeiten auf dem Marktplatz im Detail aus?

Der Haltestellenbereich erhält eine Betonschicht. Diese soll in einem Anthrazitton eingefärbt werden. Nicht nur aus ästhetischen Gründen, wie Stadtrat Peter Neidel erklärt. Durch die Einfärbung sollen auch die Blendwirkung verringert sowie der Kontrast zu den Bordsteinen erhöht werden. Letztere sollen zudem versetzt werden, auch die Entwässerung soll in die Bordanlage integriert werden. Während der Abbindezeit des Betons ist zudem geplant, die verschlissene Asphaltschicht auf Marktstraße und Neustadt bis zum Pfarrgarten zu erneuern. Voraussichtlich eine Woche lang bleibt dieser Bereich daher gesperrt. Die Fahrbahnschäden im weiteren Verlauf bis zur Westanlage sollen nach der für 2019 geplanten Fassadenerneuerung an der Galerie Neustädter Tor beseitigt werden.

 

Warum wurde ausgerechnet Beton gewählt?

Weil die Stadt gute Erfahrungen mit dem Baustoff gemacht hat. Zum Beispiel am Berliner Platz. Während auf der Seite der Kongresshalle ebenfalls tiefe Spurrillen vorhanden sind, hält der Belag auf der gegenüberliegenden Seite den Belastungen stand. Grund: Hier wurden massive Betonplatten verlegt. Das gleiche Verfahren hat sich auch beim Neubau des Bahnhofsvorplatzes vor sechs Jahren bewährt. Die Asphaltvariante am Marktplatz bereitet hingegen schon seit der Sanierung im Jahr 2005 Probleme.

 

Wann beginnen die Bauarbeiten, wann sollen sie enden?

Losgehen soll es am 29. August. Die Bauzeit soll laut Ausschreibung acht Wochen nicht überschreiten. Sind die Arbeiter schneller, wird es für die ausführende Baufirma lukrativ (siehe nächste Frage).

 

Welche Summe muss die Stadt für das Vorhaben zahlen?

383 222,41 Euro. Zumindest ist das die Höhe der Auftragssumme, über die das Stadtparlament abzustimmen hat. Den Auftrag soll die heimische Baufirma Faber&Schnepp erhalten, die bei der Ausschreibung das günstigste Angebot unterbreitet hat. Stadtrat Peter Neidel kündigt in diesem Zusammenhang auch eine Premiere an. Da aufgrund der guten konjunkturellen Lage im Baugewerbe viele Firmen keine freien Kapazitäten haben, wurde auf die übliche Vertragsstrafe für die Überschreitung der auf acht Wochen ausgelegten Bauzeit verzichtet. Stattdessen soll Schnelligkeit belohnt werden: Die Baufirma erhält daher für jeden Tag, den sie die Bauzeit verkürzen kann, 1000 Euro netto. »Die Vergütung ist jedoch auf fünf Prozent der Abrechnungssumme begrenzt«; sagt Neidel und rechnet vor, dass die Kosten der Stadt sich dementsprechend um 20 230 Euro erhöhen könnten. Nämlich dann, wenn Faber&Schnepp die Bauzeit um 17 Kalendertage verkürzt.

 

Welche Auswirkungen haben die Bauarbeiten auf den Busverkehr?

Die Busse sollen über die Westanlage umgeleitet werden. Details, zum Beispiel über Ersatzhaltestellen, will die Stadt noch bekanntgeben. Fest steht, dass die Umleitung auch genutzt werden soll, um die Haltestelle am Stadttheater barrierefrei umzubauen.

 

Mit welchen Auswirkungen rechnen die Verantwortlichen für die Bevölkerung?

»Natürlich wird es zu Beeinträchtigungen kommen«, sagt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Besonders für ältere Menschen seien Umwege stets eine Belastung. Auch die rund um den Marktplatz angesiedelten Geschäftsleute dürften während der Bauzeit Probleme bekommen. Neidel geht ebenfalls davon aus, dass es anfangs »knirschen« wird. »Ich hoffe aber, dass die Menschen sich nach einigen Tagen an die Beeinträchtigungen gewöhnen werden.«

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