Alpenverein

Schallende Ohrfeige: Theiß nicht mehr Alpenverein-Boss

Schallende Ohrfeige für Gunnar Theiß: 113 Mitglieder sprachen sich am Donnerstag gegen eine weitere Amtszeit des Vorsitzenden des Alpenvereins aus. Nur 13 waren für ihn. Der neue Vorsitzende kommt aus der Wetterau.
05. Oktober 2017, 23:20 Uhr
Gunnar Theiß ist nicht mehr Vorsitzender des DAV-Sektion Gießen-Oberhessen. (Foto: Vogel)

Die Sektion Gießen-Oberhessen des Deutschen Alpenvereins hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung wählten die Anwesenden am Donnerstagabend im vollbesetzten Seminarraum der Kletterhalle in der Rödgener Straße zunächst den umstrittenen bisherigen Vorsitzenden Gunnar Theiß ab. Danach schenkten sie dem Bad Nauheimer Ulrich Schlör das Vertrauen.

Für Theiß, der bereits bei der chaotischen Mitgliederversammlung im Juli mit seiner Wiederwahl gescheitert und fortan nur kommissarisch im Amt war, setzte es eine krachende Niederlage. 13 Mitglieder stimmten für eine weitere Amtszeit des Juristen aus Solms, 113 waren dagegen.

Diese Ohrfeige hätte er sich ersparen können. Immer wieder waren ihm in der Versammlung Brücken gebaut worden. Doch auch als sich abzeichnete, dass Schlör auf eine Kampfabstimmung gegen ihn verzichten werde, da er seinem Vorgänger darauf das Wort gegeben hatte, weigerte sich Theiß, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.

Im Vorfeld hatte Theiß immer wieder bekräftigt, nicht am Stuhl des Vorsitzenden zu kleben. Während der Versammlung wollte er davon aber offenbar nicht wissen. »Ich trete nicht deshalb nicht an, weil sich ein anderer gelangweilt fühlt und mal eben Alpenverein spielen möchte«, sagte Theiß. Die Quittung dafür gab es von den Mitglieder in einer geheimen Abstimmung.

Schlör, der sich nach der Abwahl von Theiß im zweiten Gang zur Wahl stellte, konnte sich über ein eindeutiges Ergebnis freuen. 126 Mitglieder stimmten für den Wanderfreund aus der Wetterau (Kasten), bloß sechs dagegen. »Ich habe in meinem Berufsleben gelernt, Menschen und Abteilungen zu führen. Ich weiß, dass man Mitarbeiter nur gewinnen und motivieren kann, wenn man kollegialen Führungsstil zeigt, Verantwortung delegiert und gerne und aktiv zuhört«, hatte Schlör im Vorfeld geäußert.

Die Sektion hat Probleme mit der Finanzierung der Kletterhalle. Schulden von 2,5 Millionen Euro waren aufgelaufen. Die Mitgliederzahl sank unter Theiß von 4000 auf 2865. Vor allem sein Führungsstil stand häufig in der Kritik. Vorschläge aus den eigenen Reihen sollen von ihm regelmäßig abgebügelt worden sein. Dies will Schlör nun anders machen. Er setzt auf Zusammenarbeit. Reaktionen und Hintergründe am Samstag

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