11. April 2008, 18:20 Uhr

Verein »nicht von politischen Wirren verschont«

Alsfeld (ml). Auf ein »außerordentliche turbulentes und in Teilen unschönes Jahr« blickte am Donnerstag der Geschichts- und Museumsverein zurück. Die derzeitige finanzielle Situation der Stadt Alsfeld könne auch für den Verein »dramatische Konsequenzen« haben, meinte die Vorsitzende Dr. Monika Hölscher.
11. April 2008, 18:20 Uhr
Richard Kehm erinnerte an die Tabak-Fabriken in Alsfeld.

Alsfeld (ml). Auf ein »außerordentliche turbulentes und in Teilen unschönes Jahr« blickte am Donnerstag der Geschichts- und Museumsverein zurück. Die derzeitige finanzielle Situation der Stadt Alsfeld könne auch für den Verein »dramatische Konsequenzen« haben, meinte die Vorsitzende Dr. Monika Hölscher. Dabei bezog sie sich auf die Rückgabe der Bilder und die anstehende Rückabwicklung. Darüber hinaus wurden einige Mitglieder geehrt und Armin Ziegler wurde zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, nachdem Günther Schulz zuvor sein Amt niedergelegt hatte. Abgeschlossen wurde die Versammlung mit einem Vortrag von Richard Kehm über die Tabakfabrik Köster.

Auch das Museum sei von den politischen Wirren nicht verschont geblieben, sagt die Vorsitzende zu Beginn ihres Jahresberichtes. Die öffentlich kontrovers geführte Debatte über die Rückgabe der Bilder habe auch die Vorstandssitzungen geprägt. Diese Gegenstände hätten durchaus in den Bereich des Museums gehört, die Umstände der Beschaffung dieser Objekte habe jedoch dazu geführt, dass der Vorstand einstimmig die Rückgabe beschlossen habe. Die von Bürgermeister Ralf Becker veranlasste Rückabwicklung beziehe sich nicht nur auf die Bilder, sondern auch auf weitere Zuwendungen der Stadt an das Museum. Da dies ein »schwebendes Verfahren«, werde man vorerst keine weiteren Äußerungen dazu machen, so Hölscher. Für sie als Vorsitzende sei es das aufregendste und auch schwierigste Jahr gewesen und sie habe sogar die Vertrauensfrage gestellt. Jetzt jedoch stehe der Vorstand geschlossen zusammen.

Neben diesem Thema war auch die Inventarisierung ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr. Man habe viel geschafft, es sei aber »immer noch für Jahre zu tun«. Große Sorge bereite der Zustand einzelner Objekte, speziell in der Scheune. Holzwürmer und Rostbefall machen sich breit. Eine Restaurierung sei jedoch zu teuer. So würde die Sanierung eines Leichenwagens zirka 20000 Euro kosten. Ebenso sei die mangels Geld ausgefallene Sanierung des Neurathhauses ein großes Problem. Je länger nichts passiere, desto schlimmer werde der Zustand des Hauses. Erfreulich dagegen sei die Mitgliederzahl, die auch im vergangenen Jahr auf 272 angestiegen sei. Auch bei den Besucherzahlen könne man durchaus zufrieden sein, auch wenn man etwas weniger als im Vorjahr verbuchen konnte.

Schatzmeister Wilhelm Herzog erklärte anschließend, dass 2007 ein Minus von rund 1400 Euro erzielt wurde. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes folgte die Wahl eines neuen Stellvertreters. Günther Schulz legte sein Amt nieder. Durch seine Arbeit in anderen Gremien sei er zeitlich sehr stark eingeschränkt. Er appellierte an die Vorstandskollegen, dass der Verein nicht nur Politik machen solle, sondern sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren solle, die Geschichtsforschung. Denn diese sei im vergangenen Jahr zu kurz gekommen. Zudem forderte Schulz mehr Transparenz gegenüber den Mitgliedern. Bei vier Enthaltungen wurde Armin Ziegler, bisheriger Beisitzer, zum Nachfolger gewählt. Danach folgten die Ehrungen. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Helmar Bünneke, Lotte Grundmann, Dr. Günther Hrabe de Angelis, Helmut Knierim, Dieter Müller, Heinz Pier, Heinrich Rössner und Otto Zulauf. Ebenfalls in Abwesenheit geehrt wurden: Fritz Apel, Dr. Klaus Grundmann, Peter Rössner, Emil Walther, Willi Weide, Hans Zeitler und Dr. Jochen Zwecker.

Im Anschluss an die knapp einstündigen Versammlung folgte ein Vortrag von Richard Kehm. Mit vielen alten Bildern und Dokumenten ließ er die Geschichte der Tabakfabrik Köster Revue passieren. Wenige Alsfelder wissen, dass die Stadt auch mal eine gut florierende Tabakindustrie hatte, meinte Kehm. Die 1812 gegründete Fabrik existierte bis zur Weltwirtschaftskrise 1929. Ein Teil der Fabrik wurde umgebaut zum evangelischen Gemeindezentrum »Am Lieden«.

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