10. Juli 2009, 20:12 Uhr

»Blick zurück« hilft bei der Altstadtanierung

Alsfeld (jol). Fachwerk prägt das Gesicht der Alsfelder Altstadt - nur wie kann man dieses Gesicht pflegen und verschönern? Da ist ein Blick in die Vergangenheit hilfreich, wie Bernhard Hofmann, Leiter des Bauamts der Stadt, bei der Eröffnung einer Ausstellung über die »Alsfelder Modellstadt« im Regionalmuseum sagte.
10. Juli 2009, 20:12 Uhr
Prof Gerner vor Fachwerkmodellen der Azsstellungv zur Fachwerk-Modellstadt, mit, von rechts: bürgermeister Becker, Michael Hölscher, Bernhard Hofmann (Bauamt). (Foto: jol)

Alsfeld (jol). Fachwerk prägt das Gesicht der Alsfelder Altstadt - nur wie kann man dieses Gesicht pflegen und verschönern? Da ist ein Blick in die Vergangenheit hilfreich, wie Bernhard Hofmann, Leiter des Bauamts der Stadt, bei der Eröffnung einer Ausstellung über die »Alsfelder Modellstadt« im Regionalmuseum sagte. Bis 19. Juli sind alte Fotos und Erläuterungen zu der Sanierungswelle der 1960er und -70er-Jahre zu sehen. Am Freitag eröffnete sie Prof. Manfred Gerner als Teil der »Fachwerktriennale«, einer überregionalen Veranstaltungsreihe. Führungen gibt es am heutigen Samstag um 10 und 14 Uhr ab Regionalmuseum. Dort sind Alsfeld-Filme der 1950er, von 1961 und 1975 um 11 und 15 Uhr zu sehen.

Zur Begrüßung sagte Bürgermeister Ralf A. Becker, dass in den 60er Jahren viele Engagierte gemeinsam dafür eingetreten sind, die Altstadt zu einer echten »Europäischen Modellstadt« zu machen. Das wurde ja dann auch gewürdigt, als die Stadt an der Schwalm 1975 die Auszeichnung des Europarats erhielt. Die Anstrengungen um herausragende Gebäude der Altstadt sind in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten, nun wolle man auch mithilfe des Programms Stadtumbau West wieder mehr Schwung für die Altstadt bekommen. Prof. Gerner verwies darauf, dass Alsfeld immer eine wichtige Rolle in Debatten um Fachwerksanierungen gespielt habe. Nun gebe es Nachholbedarf bei Pflege von Fachwerkensembles, so der Leiter der AG Historische Fachwerkstädte.

Aktivposten vor Ort war Bernhard Hofmann, der gemeinsam mit Michael Hölscher durch die Ausstellung in er Ständerhalle des Regionalmuseums führte. Er fand es ausgesprochen lohnenswert, sich mit den Anfängen der Altstadtsanierung beschäftigen. Damals gab es ähnliche Probleme wie heute und man könne von den Lösungen von einst viel lernen. Anfänge der Altstadtsanierung datieren von 1963, als die erste Ortsbausatzung für die Altstadt erlassen wurde. Die Planungen in den 60er und 70er Jahren hatte zum Ziel, Moderne und Hergebrachtes zu verbinden. So sollten die alten Häuser mit Ofenheizung moderne Standards erhalten, mehr Parkplatz (Schnepfenhain) und die Fußgängerzone sollte her. Heute lege man Wert auf touristische Attraktivität und seniorengerechten Ausbau.

Ausstellung und Führungen sind Ko-Produktionen von Stadt Alsfeld, Geschichts- und Museumsverein, Schmalfilmklub und Neue Arbeit.

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