31. März 2010, 18:20 Uhr

»Kleine Kulturgeschichte in fotografischen Bildern«

Alsfeld (ml). Einen Querschnitt aus 50 Jahren Deutscher Jugendfotopreis zeigt seit Freitag eine Ausstellung im Regionalmuseum. Unter dem Titel »Familien:Bilder« werden dort zirka 120 Fotos auf 33 Tafeln präsentiert, die sich mit dem Thema Familie auseinandersetzen.
31. März 2010, 18:20 Uhr
Dr. Torsten Scheid gab eine kurze Einführung in die Ausstellung. (Foto: ml)

Alsfeld (ml). Einen Querschnitt aus 50 Jahren Deutscher Jugendfotopreis zeigt seit Freitag eine Ausstellung im Regionalmuseum. Unter dem Titel »Familien:Bilder« werden dort zirka 120 Fotos auf 33 Tafeln präsentiert, die sich mit dem Thema Familie auseinandersetzen. Dabei sind Fotos zu sehen, die zwischen 1962 und 2004 am Wettbewerb teilnahmen. Seit 2004 ist diese Ausstellung des Kinder- und Jugendfilmzentrums in ganz Deutschland unterwegs. Eröffnet wurde sie am Freitag von Dr. Torsten Scheid vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an der Universität Hildesheim. Zu sehen sind die Fotos noch bis zum 21. April jeweils zu den Öffnungszeiten des Museums.

Seit 1962 veranstaltet das Kinder- und Jugendfilmzentrum des Deutschen Jugendfotopreis, der im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verliehen wird, den Wettbewerb. Der alle zwei Jahre stattfindende Wettbewerb ist vergleichbar mit Projekten wie »Jugend forscht« oder »Jugend musiziert« und hieß auch in denAnfängen »Jugend fotografiert«. Er bietet jungen Menschen die Chance, ihre Gefühle und Gedanken visuell auszudrücken. Ziel des Wettbewerbs ist es, die ganz besonderen Sichtweisen junger Menschen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Eingangs begrüßte zunächst Bodo Runte vom Geschichts- und Museumsverein die Gäste in »Alsfelds guter Stube«, dem Regionalmuseum. Anschließend gab es eine kurze Einführung in die Ausstellung durch Dr. Torsten Scheid. Der Teilnehmerkreis bei diesem Wettbewerb habe sich in den vergangenen Jahren enorm vergrößert, sagte Dr. Scheid. Zum einen sei die Altersgrenze auf 25 Jahre heraufgesetzt worden, andererseits würden die Teilnehmer immer jünger. Der jüngste Preisträger des Wettbewerbs sei gerade einmal drei Jahre alt gewesen. Diese Ausstellung sei auch eine historische, weil sie einen Querschnitt aus 50 Jahren Jugendfotopreis zeige. Die Bilder zeigen viele unterschiedliche Motive zum großen Thema Familie. Aus den meisten der Bilder habe die Zeit längst Geschichte gemacht. Das Individuelle sei aus den Bilder verschwunden, und das Zeittypische gewinne die Oberhand beim Betrachten der Bilder. Daher handele es sich dabei auch um »eine kleine Kulturgeschichte in fotografischen Bildern«. Diese halten den Wandel der Zeit fest, sowohl modisch als auch bei den Einrichtungsgegenständen, so Dr. Scheid. Und auch der Wandel der Familie werde dargestellt. Sie verändere sich zwar, bleibe aber zentrale Sozialisationsinstanz. Familie sei jedoch nicht nur eine soziologisch relevante Gruppe, sie sei auch dort, wo man sich liebe, aber auch dort, wo man sich hass. Sie sei sowohl ein Ort der Geborgenheit als auch der Gleichgültigkeit. Viele Bilder setzten den familiären Zusammenhalt ins Bild, andere betonten die Konflikte, erklärte Scheid. Die Fotografie sei dabei ein Medium zur Identitätssuche. Sie biete die Möglichkeit, Bedürfnisse nach Nähe aber auch Distanz kundzutun. Mit Hilfe der Kamera würden Ideen in Szene gesetzt, und sie sei so ein Medium zur Kommunikation. Kinder und Jugendliche teilten sich so in einer Sprache mit, die ohne Worte auskomme, so Dr. Scheid abschließend.

Die Bilder zeigen viele verschiedene Motive, mal idyllisch, mal humorvoll und überspitzt, aber auch familiäre Konflikte und Differen- zen werden durch die Bilder ausgedrückt. Die sehenswerte Ausstellung kann noch bis zum 21. April besucht werden jeweils donnerstag bis sonntags von 11 bis 13 und 14 bis 16 Uhr. Parallel zur Ausstellung veranstaltet der GMV gemeinsam mit dem Schmalfilm- und Fotoclub auch einen Fotowettbewerb zum Thema Familie. Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 21 Jahren können ihre Fotos zum Thema Familie bis zum 15. Oktober abgeben. Weitere Informationen dazu gibt es im Regionalmuseum.

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