05. Februar 2012, 17:53 Uhr

Einst gab es offene Kamine im Alsfelder Rathaus

Alsfeld (ml). Gelungener Auftakt der Feier für das 500 Jahre alte Rathaus der Stadt Alsfeld: Mit Fachvortrag zu Umbauten, Festschrift und Ausstellung feiert der Geschichts- und Museumsverein das Wahrzeichen der Stadt.
05. Februar 2012, 17:53 Uhr
Das Regionalmuseum zeigt nun eine Ausstellung zum 500 Jahre alten Rathaus. (Fotos: ml)

Alsfeld (ml). Mit einer gelungenen Veranstaltung wurde am Samstag das Jubiläumsjahr »500 Jahre Rathaus Alsfeld« eingeläutet. Im Regionalmuseum stimmten ein Vortrag, die Präsentation der Festschrift und eine Ausstellung auf den Geburtstag des Alsfelder Wahrzeichens ein. Was hier auf die Beine gestellt wurde sei außerordentlich, lobte Bürgermeister Ralf A. Becker die vom Geschichts- und Museumsverein organisierte Veranstaltung.

Die Gegenwart könne man nur verstehen, wenn man etwas von der Vergangenheit wisse. Geschichtsbetrachtung sei kein Selbstzweck sondern liefere Aufschlüsse über das Heute und Morgen. Doch nicht nur Staatsaktionen, Schlachten und Diplomatie gehöre zur Geschichte, auch der Alltag und die sogenannten kleinen Leute seien ein wesentlicher Bestandteil, so Becker. Der GMV habe Zeugnisse der Geschichte zum Sprechen gebracht, die Vergangenheit des Rathauses erhellt und für die Gegenwart nutzbar gemacht. Und das Wissen um die eigenen Wurzeln schaffe ein Gefühl der Zugehörigkeit. In seinem anschließenden Vortrag ging der Vorsitzende des GMV Jochen Weppler auf die Generalrenovierung des Rathauses 1910 bis 1912 ein. Dabei befasste er sich mit der äußeren und inneren Sanierung, berichtete von den Widrigkeiten, mit denen Bauleiter Konrad Kuhlmann zu kämpfen hatte und reicherte seinen Vortrag mit vielen historischen Bildern und Skizzen an. Man dürfe die heutigen Ansprüche an die Denkmalpflege nicht mit dem damaligen Wissen vergleichen. Es sei so manche Bausünde begangen worden, aber dennoch wolle er die Sanierung nicht ins schlechte Licht rücken, so Weppler.

1906 habe der Prozess der geplanten Sanierung mit Untersuchungen, Skizzen und Entwürfen begonnen, leider seien viele dieser Unterlagen bei einem Brand des Weinhauses zerstört worden. Im Sommer 1910 begann dann das Mammutprojekt mit Kosten in Höhe von 59 000 Reichsmark, die vom Großherzogtum Hessen übernommen wurden. Lediglich die Kosten für den Bauleiter musste die Stadt tragen. Zwar gab es dort einige Streitigkeiten zwischen Gemeinderat und Bauleitung, aber dennoch konnte das Rathaus am 4. Februar 1912 wieder feierlich eingeweiht werden. Doch bis dahin war es ein langer Weg, so Weppler. Der bauliche Zustand sei mangelhaft gewesen und die Arbeit gestaltete sich schwierig und teilweise lebensgefährlich für die Arbeiter.

Im Inneren wurden Reste von offenen Kaminen entfernt. Der Erhalt des Rathauses sei auch für zukünftige Generationen ein wichtiges Bestreben. Denn der Erhalt von Kulturdenkmälern habe auch einen psychologischen Wert. »Eine Stadt ohne Kulturdenkmäler ist wie ein Mensch ohne Gedächtnis«. Das Rathaus gebe auch in unsicheren Zeiten Sicherheit, Orientierung und lasse das Geschichtsbewusstsein neu entstehen, so Weppler. Mit viel Applaus wurde Wepplers Vortrag bedacht und lieferte eine gelungene Vorlage für die sehenswerte Ausstellung, in der neben vielen historischen Zeichnungen und Skizzen einige Gemälde, die einst im Rathaus hingen zu sehen sind. Und auch Bauteile gehören zur Ausstellung. So ist neben einer Schranktür aus dem 16. Jahrhundert ein Türaufsatz aus dem 17. Jahrhundert zu sehen. Mit dem gelungenen Auftakt am Samstag startet nun das Jubiläumsjahr, an dem sich viele Vereine beteiligen. Höhepunkt ist der Festakt des Magistrats am 19. und 20. Mai.

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