18. November 2012, 17:43 Uhr

Opfer vor dem Vergessen bewahren

Alsfeld (ml). »Die Frage von Krieg und Frieden ist aktuell geblieben«, meinte Bürgermeister Ralf A. Becker bei der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages am Sonntag.
18. November 2012, 17:43 Uhr
Das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt stand am Sonntag im Zentrum der Volkstrauertagsfeiern – hier in Alsfeld. Bernhard Schmidt (Stadtrat) und Karl Prang (ehemaliger Stadtrat) und Bürgermeister Ralf A. Becker bei der Kranzniederlegung. (Foto: ml)

Am Ehrenmal auf dem Alsfelder Friedhof gedachten wieder viele den Opfern von Gewalt und Krieg. Für den würdigen musikalischen Rahmen sorgten wie in jeden Jahr der Posaunenchor unter Leitung von Ulrich Beyenbach sowie der Gesangverein Liederkranz Harmonie. Friede und Freiheit seien Grundlage jeder menschenwürdigen Existenz, betonte Becker.

Man denke an diesem Tag an »die schlimmste Zeit der deutschen Geschichte«, die beiden Weltkriege und die Nazi-Herrschaft. Diese Zeiten liegen lange zurück, doch ihre Schatten reichen bis heute, so Becker. Das Bestreben sei es, die Opfer vor dem Vergessen werden zu bewahren. Denn erst wenn man sie vergesse, seien sie auch tot. Der Volkstrauertag setze daher ein Zeichen gegen das Vergessen.

Es handele sich um »ein Gedenken, das sich der Geschichte stellt«. Doch auch heute kämpften weltweit Menschen um ihr Leben und ihre Freiheit. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit und der Vernunft, solche Konflikte einzudämmen. Der Einsatz deutscher Soldaten im Ausland werde nur wenig wahrgenommen, die Krisenherde seien nicht nur geografisch weit entfernt.

Dabei müsse man sich fragen, ob man immer das Richtige tue, um Krieg und Terror zu verhindern. Oft seien Verhandlungen ein besseres Mittel als militärische Interventionen, so Becker weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten Annäherung und Befriedung stattgefunden, ein teilweise schwerer, aber erfolgreicher Weg.

»Die Versöhnung über den Gräbern« habe funktioniert und zur längsten friedlichen Spanne des Kontinents geführt. Man müsse junge Menschen zum Nachdenken über den Zweiten Weltkrieg sowie die Bedeutung von Frieden und Freiheit bringen, das müsse das große Ziel sein. »Denn Freiheit und Demokratie entstehen nicht von allein, sie brauchen Menschen, die sie erkämpfen und bewahren«. Daher komme auch dem Volkstrauertag eine hohe Bedeutung zu. Dieser Tag sensibilisiere dafür, Menschen zu achten und Frieden und Freiheit hoch zu schätzen.

Im Anschluss an die Ansprache folgte die Kranzniederlegung durch Bürgermeister und Magistrat der Stadt Alsfeld. Ebenso legten auch die Reservistenkameradschaft Alsfeld und der Bund der Vertriebenen Kränze nieder. Stellvertretend für die Vereine und Verbände beteiligten sich auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr an der Niederlegung eines Kranzes am Ehrenmal.

In der folgenden Totenehrung betonte Joachim Brenneis vom VdK-Ortsverband Alsfeld, dass man »den Opfern sinnloser Gewalt« gedenke, den Männern, Frauen und Kindern, die den beiden Weltkriegen sowie den »Bürgerkriegen unserer Tage« zum Opfer gefallen seien.

Man habe die Hoffnung auf Versöhnung unter den Völkern und trage gemeinsam die Verantwortung für den Frieden unter den Menschen.

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