Uhuklippen »Geotop des Jahres«

14. September 2017, 19:06 Uhr
Die Uhuklippen sind eine touristische Attraktion zwischen Ilbeshausen-Hochwaldhausen und dem Hoherodskopf. (Foto: au)

Die Sektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft hat die Uhuklippen oberhalb des Grebenhainer Ortsteils Ilbeshausen-Hochwaldhausen zum »Geotop des Jahres 2017« gekürt. Zum »Tag des Geotops« am kommenden Sonntag, dem 17. September, wird nun eine Tafel an den Dirigent Werner Betzormationen angebracht und eingeweiht. Auf dieser Tafel wird das Geotop beschrieben.

Die Uhuklippen bestehen aus dem Vulkangestein Basalt. Aber was hätte man vor etwa 15 Millionen Jahren wohl dort gesehen, wo heute die Uhuklippen sind? Einen enorm hohen Lavastrom, der relativ langsam bergab fließt. Allerdings kann es sein, dass man ihn zunächst gar nicht für Lava gehalten hätte, denn solche mächtigen Lavaströme werden nicht von dünnflüssiger Gesteinsschmelze gebildet. Sie entstehen, wenn Lava so zähflüssig ist, dass sie an ihrer abkühlenden Oberfläche zerbricht. Das sieht dann aus wie ein wandernder Schlackenhaufen.

Des Weiteren ist zu lesen, wie man erkennen kann, dass die Felsen mal ein Lavastrom waren. Den ersten Hinweis gibt der Verlauf der Felswände. Sie bilden eine Hangkante, die sich über eine längere Strecke, etwa 500 Meter, ungefähr auf einer Höhe verfolgen lässt. In Lavaströmen stehen Säulen mehr oder weniger senkrecht. Dies ist auch bei den dicken Säulen der Uhuklippen der Fall.

Mit etwas Fantasie lassen sich in vielen der Felsformationen spannende Figuren oder Gesichter erkennen. Mehrere Sagen nach typischer Vogelsberger Art ranken sich um die Felsklippe. Eine davon wird auf einer Informationstafel an den Uhuklippen wie folgt beschrieben: »Das Müllerehepaar der Teufelsmühle in Ilbeshausen hatte einen kleinen Sohn bekommen. Die Frühlingssonne schien warm, und so legten sie den Kleinen in eine Krippe unter den blühenden Apfelbaum im Garten. Die Eltern schauten immer nach dem Jungen, damit ihm ja keine Biene oder Fliege etwas zuleide tun könne. Als der Müller wieder einmal aus dem Fenster schaute, sah er einen großen Vogel davonfliegen, der etwas im Schnabel hatte. Beide Eltern liefen zur Wiege, und die war leer. Die Müllerin begann so fürchterlich zu heulen, dass man es im ganzen Dorf hörte. Der Müller aber bewaffnete sich mit einer Mistgabel und eilte, dem Lauf des Schwarzbaches entlang, zu den Felsklippen. Diese hatten damals noch keinen Namen, doch es hatte sich herumgesprochen, dass dort große Uhus hausten. Dem Müller war es zwar nicht wohl in seiner Haut, doch in der Angst um seinen Sohn suchte er die Klippen ab, bis er ein leises Wimmern hörte, das ihm sofort bekannt vorkam. Er ging dem Geräusch nach bis zu einer Höhle, die von einem mannsgroßen Uhu bewacht wurde. Es entwickelte sich ein Kampf um Leben und Tod, bei dem der Müller mit seiner Mistgabel den Uhu besiegte und seinen Sohn unversehrt nach Hause bringen konnte. In rasender Eile hatte sich die Sache herumgesprochen, sodass alle zum Müller eilten, um ihm zu danken und den riesigen Uhu zu sehen, der dann ausgestopft seinen Platz vor der Teufelsmühle fand. Von dieser Zeit an nannte man die Felsformationen »Uhuklippen«.

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