05. Oktober 2017, 19:40 Uhr

Nazis prügeln sich

05. Oktober 2017, 19:40 Uhr

Ein Stelldichein für Schläger und Hooligans aus der Nazi-Szene ist der »Kampf der Nibelungen«. Wie im Vorjahr kann dieses Kräftemessen europäischer Fighter durchaus im Vogelsberg stattfinden, zumindest nimmt die Vogelsberger Polizei die Ankündigung in diversen Medien so ernst, dass sie sich organisatorisch vorbereitet. Zudem hat sie in den vergangenen Tagen Kommunen und den Kreis darauf hingewiesen, für den 14. Oktober keine dubiose Anmietung von Hallen zuzulassen. Denn im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Gemünden erst während der laufenden Fight-Veranstaltung mitbekommen, dass an die 200 Nazis und Nahestehende in der »Blauen Lagune« ein braunes Kräftemessen feiern.

Immerhin: Eine Umfrage in mehreren Stadtverwaltungen hat ergeben, dass zumindest bislang kein »Kampf der Kulturen« in Homberg, Gemünden, Feldatal und Mücke zu erwarten ist. Auch die Stadt Ulrichstein und der Vogelsbergkreis mit seinen Sporthallen sind sensibilisiert.

Zu dem »Kampf der Kulturen 2017« wird auf einer Internetseite und einer Facebook-Seite aufgerufen. Dort kann man sich anmelden, der Veranstaltungsort wird nicht genannt. Dafür grenzt man sich schon einmal von »normalen« Kampfsport-Events ab. Nach dem Verweis darauf, dass man eine Veranstaltung für »junge Deutsche« mache, heißt es: »Der Kampf der Nibelungen will daher allen Sportlern und Sport-Anhängern, die sich nach einer Alternative zum vorherrschenden ehr- und wertelosen Zeitgeist sehnen, eine Bühne bieten. Beteiligt euch ... und animiert über euer Vorbild andere dazu, dem System der Versager, der Heuchler und der Schwächlinge den Rücken zu kehren.« Die Website läuft auf den Namen eines bekannten Nazi-Aktivisten aus Dortmund. Die Sparten sind Mixed Martial Arts, K 1 (Mischung aus mehreren Kampfsportarten) und Boxen.

Rechtsextreme aus Russland

In der SPD-nahen Zeitschrift »Blick nach rechts« wird der Kampf der Nibelungen als »mittlerweile bedeutendste Kampfsportveranstaltung der Neonazi-Szene auf deutschem Boden« bezeichnet. Zu den Organisatoren, deutsche »Hammerskins«, aber auch Aktivisten aus dem Raum Dortmund und Köln, heißt es da weiter. Die »Hammerskins« seien eine Kampfgruppe der harten Nazi-Szene. »Blick nach rechts« berichtet weiter, dass dieses Jahr auch Starter aus Bulgarien ihre Zusage gemacht hätten, eingeworben bei einem »NS Fight Club«-Besuch in Sofia. Freundschaftliche Verbindungen gebe es zu dem französischen Kampfsportler Tomasz »Gamin« Szkatulski. Er stehe für die Kampfsportmarke »Pride France«, die für sich wirbt mit »fabriziert von Weißen für Weiße«. Skatulski zähle zum Umfeld der französischen »Blood & Honour«-Sektion »Hexagone«. Auch Blood & Honour (Blut und Ehre) ist eine militante Nazi-Gruppierung, in Deutschland ist sie verboten. Unterstützt werde der »Nibelungen«-Termin von »Pride« sowie »Sport Frei« aus Bremen, »Greifvogel Wear« und »Black Legion« aus Brandenburg.

Auf der antifaschistischen Webseite »Belltower« wird darauf hingewiesen, dass im vergangenen Jahr ein Team der russischen Modemarke »White Rex« in den Ring stieg. Sie sei von Denis Nikitin gegründet worden, der auch in der Hooligan-Szene aktiv sei.

In rechtsextremen Medien hat es laut Belltower beim »Kampf der Kulturen 2015« Kommentare von Teilnehmern gegeben, dass man sich mit Kampfsport für die Auseinandersetzungen auf der Straße fit mache.

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