Fürsten nutzen Luther aus

22. Oktober 2017, 20:42 Uhr
Candrac von Hainrich alias Cornelius Klein (l.) spielt in der Rolle des Luther ein differenziertes Bild dessen, um auch seine Widersprüchlichkeit zu zeigen. (Foto: pm)

Homberg (pm). Interessante Einblicke in eine weitgehend unbekannte Seite des Reformators Martin Luther bekommt man demnächst bei dem Stück »Martin Luther und Thomas Münzer oder die Einführung der Buchhaltung«, das in der Stadtkirche aufgeführt wird.

Das Stück von Dieter Forte (1970 in Basel uraufgeführt) hat folgenden Inhalt: Albrecht von Brandenburg möchte Erzbischof von Mainz werden und nimmt dafür einen Kredit von den Fuggern auf. Dieser soll mit Hilfe von Ablassreliquien und Handel getilgt werden. Er wird zum Ablasskommissar ernannt. Kurfürst Friedrich bekommt Wind von dieser neuen Markteröffnung und möchte diese unterbinden, weil sein eigener Markt darunter leidet. Sein Berater Spalatin wird in diesem Sinne zu Luther geschickt, und dieser wird ermutigt seine 95 Thesen gegen den Ablass zu veröffentlichen.

Das Stück behandelt weniger die Themen Religion und Reformation, sondern versteht sich vielmehr als eine radikale Finanzkritik. Luther wird von den Fürsten ausgenutzt, die vom Kapitalisten Fugger, dem Erfinder der Buchhaltung, gekauft wurden. Luther verschafft ihnen dafür ein gutes Gewissen.Ursprünglich für die Waggonhalle in Marburg neu inszeniert, geht das Stück nun auf Gastspielreisen. Candrac von Hainrich alias Cornelius Klein spielt in der Rolle des Luther ein differenziertes Bild dessen, um auch seine Widersprüchlichkeit zu zeigen. So sei es für ihn äußerst interessant gewesen, die verschiedenen Facetten des Reformators kennenzulernen und für das Stück die Balance zwischen der historischen Figur, der echten Person und der Jetztzeit zu finden, resümiert Cornelius Klein. Regie führen Annina Munk und Willi Schmidt.

Marburger Ensemble

Dass der Arbeitskreis »Geschichte« der Schlosspatrioten Homberg an der Ohm sich dem Thema »Luther und die Reformation« seit vergangenem Jahr in vielfältiger Weise angenommen hat, war ein Glücksfall. So entstand auch diese Kooperation mit dem Ensemble für das Gastspiel. Die evangelische Kirchengemeinde Homberg stellt mit der Stadtkirche den Veranstaltungsort zur Verfügung. Aufführungstermin ist Freitag, der 27. Oktober, um 19.30 Uhr. Karten für zehn Euro sind nur an der Abendkasse erhältlich.

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