Gemeindefusion

Aus Hombergs Sicht noch ganz weit weg

Gemeinden sollen fusionieren, um Geld zu sparen. Das wünscht sich zumindest das Land. Die Reaktionen im Vogelsberg sind noch verhalten. In Homberg hat die Debatte jetzt begonnen.
15. November 2017, 12:00 Uhr
Amöneburg will im touristischen Bereich gern mit Homberg zusammenarbeiten, hat aber darüber hinaus erst einmal kein weitergehendes Interesse, hat Bürgermeisterin Claudia Blum von ihrem Kollegen Michael Plettenberg erfahren. (Foto: Archiv)

Immer wieder war die mögliche Fusion von Gemeinden in den vergangenen Monaten ein Thema. Aber so richtig voran geht es noch nicht. So ist es hessenweit mit Oberzent erst einer Kommune gelungen, diesen Schritt zu vollziehen. In Homberg hat die CDU das Thema auf die politische Tagesordnung gebracht. Im Haupt- und Finanzausschuss wurde darüber diskutiert und in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend wird das Thema auf der Tagesordnung stehen.

Insgesamt gestaltet sich das Ganze nicht so einfach, sagte Eckhardt Hisserich (CDU). Er verwies auf die Schritte von Kirtorf und Antrifttal aufeinander zu, doch sei auch dort die Tendenz recht unterschiedlich. So hat er erfahren, dass manche Ortsteile dazu neigen, dass sich die Gemeinde lieber mit Alsfeld als mit Kirtorf zusammen tun sollte. Er nannte ein positives Beispiel für eine interkommunale Zusammenarbeit: »Das mit Pohlheim und Linden läuft richtig gut.« Dr. Claus Gunkel (SPD) hält es für wichtig, »ergebnisoffen mit allen zu reden.«

Das hat Bürgermeisterin Claudia Blum im Vorfeld mit einigen ihrer Kollegen auch bereits getan, um einmal abzufragen, wie die grundsätzliche Bereitschaft so ist. Die Fühler wurden auch über die Kreisgrenzen hinaus ausgestreckt. Klar ist demnach, dass Stadtallendorf, aber auch Kirchhain und Amöneburg (hier außer beim Tourismus) derzeit kein größeres Interesse haben, sich mit Homberg zusammen zu tun. Man dürfe auch Rabenau nicht vergessen, das an Homberg angrenzt, »und das von der Größe her zu uns passt,« sagte Alexander Stock (SPD). Ebenso gelte das für Ebsdorfergrund, sagte Eckhardt Hisserich.

Und im Vogelsbergkreis? Hier zeigt sich bisher Gemünden offen für Gespräche, »da ist Interesse da.« Allerdings müsse das Thema erst einmal in den politischen Gremien diskutiert werden. Und ohne die Beteiligung der Bürger gehe es sowie nicht, so Blum. Angesprochen wurde auch, ob nicht die Stadtverordneten Kontakte mit ihren Kollegen in anderen Gemeinden aufnehmen sollen, um das Thema zunächst auf einer nicht so förmlichen Ebene anzusprechen. Auch eine Bürgerversammlung wurde vorgeschlagen. Gabriele Schäfer-Langohr verwies darauf, dass eine Machbarkeitsstudie nötig ist, auch um abzuklären, »wer von der Region und von der Mentalität her zu uns passt«. Für eine Machbarkeitsstudie zu einem späteren Zeitpunkt sprach sich auch Rolf Süßmann (FW) aus. Diese solle aber erst dann im Auftrag gegeben werden, wenn vorher Gespräche mit kommunalpolitischen Vertretern aus anderen Gemeinden stattgefunden haben, sagte CDU-Vertreter Hisserich. Was eine mögliche Zusammenarbeit angeht, so warnte Norbert Reinhardt vor voreiligen Schlüssen oder auch Hoffnungen: »Eine Fusion, du lieber Himmel. Das ist ganz weit weg.« Vielleicht könne man in »10 oder 20 Jahren darüber reden.«

Claudia Blum betonte, ein solcher Schritt gehe überhaupt nur mit einer breiten Mehrheit und ohne die Bürger schon gar nicht. Auschussvorsitzender Kai Widauer meinte, die ganze Debatte gehe jetzt erst richtig los und man werde sich mit dem Thema weiter befassen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Claudia Blum
  • Claudia Blum (Homberg)
  • Homberg
  • Machbarkeitsstudien
  • SPD
  • Homberg
  • Kerstin Schneider
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.