Stadtwald

Holz stützt Haushalt

Er hat Erholungswert, ist ein Tourismusfaktor und Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Der Wald unterstützt in Ulrichstein allerdings auch den Haushalt.
27. Dezember 2017, 08:00 Uhr
Forstamtmann Peter Kraus (l.) und Bürgermeister Edwin Schneider bei der Kontrolle des Holzeinschlags. (Foto: au)

Der land- und forstwirtschaftliche Ausschuss der Stadt Ulrichstein wurde dieser Tage über das Ergebnis des Waldwirtschaftsplanes 2017 sowie für das Jahr 2018 informiert. Forstamtmann Peter Kraus, Leiter der Revierförsterei Ulrichstein, erläuterte das detaillierte Zahlenwerk anhand von zahlreichen Tabellen, Grafiken und aktuellen Fotos aus dem Stadtwald.

Zu Beginn der Ausschusssitzung gab Kraus einen Rückblick auf das fast abgelaufene Haushaltsjahr 2017. Es wurden noch vorhandene Freiflächen mit 9000 Fichten, Bergahorne, Kirschen und Erlen bepflanzt. Die Jungwuchspflege in den älteren Kulturen konnte fortgeführt werden, wobei edrängende Weiden und Birken entfernt und auf Naturverjüngungsflächen die zu dicht stehenden Fichten vereinzelt wurden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Weiterführung der Instandsetzung der Hauptwege im Bereich der Kernstadt Ulrichstein. Dazu wurden die Wege mit Fällerbündler-Technik großzügig freigestellt, Banketten abgeschoben, die Seitengräben ausgehoben, nachprofiliert und Drainagen erneuert.

Fast 35 000 Euro Überschuss

Ab Ende September lag der Schwerpunkt der Betriebsarbeiten auf dem Schutz der Kulturpflanzen gegen Wildverbiss. Fast 10 000 Euro wurden dafür aufgewendet, um die jungen Kulturpflanzen gegen das Abbeißen der Terminalknospe durch Rehwild zu schützen. Trotz der Aufwendungen in Höhe von rund 61 000 Euro konnten der ideellen Waldrücklage, gleichbedeutend mit dem Überschuss aus der Waldbewirtschaftung, ein Überschuss von rund fast 35 000 Euro zugeführt werden, die damit einen Stand von 2,309 Millionen Euro erreichte.

Im Bereich des Stadtwaldes wurden 2017 durch Gewitterstürme nur geringfügige Schäden verursacht. Allerdings zeichneten sich im Spätsommer Borkenkäferschäden ab, die sich auf insgesamt 700 Festmeter summierten. Kraus erläuterte, dass sich die Klimaveränderung auch 2017 durch steigende Temperaturen, Trockenperioden und Unwetter mit Sturm, Starkregen und Hagel bemerkbar gemacht hätten. Dabei sei der Witterungsverlauf entscheidend für das Wachstum des Waldes und seiner Bewirtschaftung. Während sich kühle und feuchte Frühjahr- und Sommermonate positiv auf das Baumwachstum, gerade auch bei den Kulturen auswirkten, würden regenreiche Herbst- und Wintermonate ohne größere Frostperioden die Holzernte stark erschweren.

Weitläufige Aufforstung

Detailliert ging Forstamtmann Peter Kraus auf die Ziele des Waldwirtschaftsplanes 2018 ein, der wiederum mit einem deutlich positiven Betriebsergebnis abschließen soll. Auf der Agenda stehen die Wiederaufforstung der noch verbliebenen oder neu entstandenen Kalamitätsflächen und die Sicherung der bereits angelegten Kulturen durch Nachbesserungen und Verbissschutz. Weiterhin stehen die Gliederung der Jungbestände, Bestandspflege und Pflegenutzung an. Ein weiterer Schwerpunkt werde die Fortführung der Instandsetzungsarbeiten im Bereich der stark in Anspruch genommenen Hauptwege sein, sagte der Förster.

Im Einzelnen führte der Forstmann weiter aus, dass der diesjährige Waldwirtschaftsplan Einnahmen in Höhe von 111 035 Euro und Ausgaben in Höhe von etwa 95 634 Euro aufweise und damit voraussichtlich mit einem Plus von 15 401 Euro abschließe. Der Holzeinschlag orientiert sich dabei an der Nachhaltigkeit und wird gemäß den Vorgaben der aktuellen Forsteinrichtung insbesondere auf die pflegebedürftigen Bestände konzentriert. Die immer noch guten Holzpreise bei der Fichte, vor allem im Stammholzsegment, schaffen gute Rahmenbedingungen, um den prognostizierten Überschuss im Waldwirtschaftsplan 2018 zu erreichen.

Die Schwerpunkte auf der Ausgabenseite seien Aufwendungen für Wiederaufforstungen, Nachbesserungen, Jungwuchspflege und den Schutz der bereits angelegten Kulturen, sagte Kraus. Durch die im nächsten Jahr geplanten Kulturen vergrößere sich die wieder aufgeforstete Waldfläche auf 135 Hektar.

Einen informativen Überblick verschaffte Revierleiter Peter Kraus den Ausschussmitgliedern zur Entwicklung der Beförsterungskosten bezogen auf den städtischen Waldbesitz und erläuterte die forstpolitischen Hintergründe für den Anstieg im Spannungsfeld von Schuldenbremse, Kartell- und Wettbewerbsrecht. (au/Foto: au)

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