Spitzenmäßige Ausstellung

27. Dezember 2017, 20:41 Uhr
Friedeburg Diefenbach und Tochter Tochter Sophia Buchtalek bei der Ausstellung mit Klöppelarbeiten, darunter Bilder, Dekoration und ein Cape. (Foto: sf)

Kürzlich war die Ernst-Eimer Stube letztmalig in diesem Jahr geöffnet. Der Kunst- und Kulturverein hat hier schon eine Menge an unterschiedlichen Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Zum einen locken die Werke des Kunstmalers und Dichters Ernst Eimer, die in der Dauerausstellung zu sehen sind. Aber es werden im Laufe des Jahres auch regelmäßig Sonderausstellungen angeboten, denn viele Privathaushalte stellen Bilder von Eimer zeitweise zur Verfügung.

Auch andere Kunst hält in gewissen Zeitabständen Einzug in der Stube. Nun konnte dort Friedeburg Diefenbach begrüßt werden. Die 79-Jährige aus Gießen zeigte in Groß-Eichen ihre Klöppelkunst. Der Legende zufolge kam die Spitzenklöppelei um 1560 ins Erzgebirge und zwar durch eine Flüchtlingsfrau. Sie soll ihr Klöppelkissen bei sich gehabt und so die Technik mitgebracht haben. Friedeburg Diefenbach hat ihre Wurzeln ebenfalls im Erzgebirge und hatte einen wunderschönen Klöppelständer geerbt.

Zur Dekoration stand er in ihrem Haus und sie wurde von Freunden und Bekannten darauf angesprochen, ob sie die Technik des Klöppelns beherrscht. Sie musste dies verneinen. Aber ihr Interesse war geweckt und so besuchte sie 1994 einen Kurs bei der Volkshochschule und fortan klöppelte Friedeburg Diefenbach.

Fäden kunstvoll verschlingen

Sie erlernte das alte Handwerk von der Pike auf hat viel Spaß daran. Sie bildete sich ständig weiter, besuchte Ausstellungen und begab sich auf Bildungsreisen im In- und Ausland. »Mit meinen 79 Jahren wird mir erst richtig bewusst, dass mir das Klöppeln eigentlich schon in die Wiege gelegt wurde«, erzählt die Künstlerin. Kragen, Fächer, ganze Tischdecken, Taschentüchereinfassungen, Bett- und Tischwäschespitzen sowie zahlreiche Entwurfszeichnungen zeigen, mit welcher Kunstfertigkeit fantasievolle Blüten- und Blattornamente aus Klöppelspitze hergestellt werden. Es werden auch Metallelemente verarbeitet.

Mitgebracht hatte die Künstlerin auch Tannenbaumdekorationen aus feinstem Garn und Tischdekorationen. Sie selbst trug eine selbst geklöppelte Jacke, ebenso Tochter Sophia Buchtalek, die in Lothringen lebt, aber die Ausstellung ihrer Mutter erleben wollte. Die Herstellung der Klöppelspitze beruht auf einem systematischen Verdrehen, Verkreuzen und Verschlingen von Fäden.

Zur Herstellung braucht man eine Mustervorlage, den sogenannten Klöppelbrief. Die Klöppelspitzen entstanden, als man den Rändern von Kleidungsstücken eine feste und gleichzeitig dekorative Kante geben wollte. Viele schauten Friedeburg Diefenbach bei der Arbeit staunend über die Schulter. In der Ausstellung waren auch viele geklöppelte Bilder zu sehen. Auch hatte sie ein Fotobuch mitgebracht, das sie selbst gestaltet hat. Darin konnte man eine Vielfalt an Spitzen sehen. Als gelernte Schneiderin hat sie Stoff und Spitze kombiniert. Des Weiteren konnte man Grußkarten in der sogenannten Encaustic-Technik bestaunen. Andrea Grube aus Lauterbach hatte dazu schon eine Sonderausstellung in der Stube. Bei Kaffee und Kuchen saßen die Besucher lange beisammen. Manfred Wagner bot den Gästen auch Lebkuchen und Glühwein an.

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