03. Januar 2018, 05:00 Uhr

Weitblick

Frankfurter Feuerwerk von Schotten aus geknipst

Wer weit blicken möchte, muss hoch hinaus. Falsch. Denn Standort für eine Aufnahme des Feuerwerks zum Jahreswechsel über eine Strecke von 40 Kilometer war nicht der Hoherodskopf.
03. Januar 2018, 05:00 Uhr
Hessen zwischen dem Hoherodskopf und dem Rhein-Main-Gebiet begrüßen das neue Jahr 2018. Links unten erkennt man den Schottener Stadtteil Rudingshain, am oberen Bildrand links den fast 340 Meter hohen Sendeturm von Frankfurt Bockenheim, (Foto: Astrid Hall)

Am Schluss musste es ganz schnell gehen: Die Alsfelderin Astrid Hall kam erst kurz vor Mitternacht am Silvesterabend auf dem Parkplatz Ludwigsbrunnen oberhalb von Schotten an. Für ihre Absicht, ein Übersichtsbild vom Feuerwerk aus den Hochlagen des Vogelsberges bis in das Rhein-Main-Gebiet zu schießen, blieben nur wenige Minuten. Während unten in den Tälern die ersten früh gestarteten Raketen und Böller in die Luft zischen, lädt sie ihr extra schweres Stativ aus dem Wagen, um bei der Langzeitbelichtung gegen die stürmischen Böen gewappnet zu sein. Das Stativ ist zwar aus leichtem Karbon, aber der Kopf alleine wiegt rund ein Kilogramm. Dazu kommt das Gewicht ihrer Kamera Fuji X-T2 von über einem Kilo – das sollte dem Wind mit Geschwindigkeiten von fast 60 Stundenkilometer stand halten. Der Blick nach Süden ist frei, viel besser als beispielsweise von den Gipfeln des Hoherodskopfes, wo immer wieder mal Bäume die Sicht teilweise versperren. Die Erfahrung hat bereits der Sohn von Astrid Hall gemacht, als er von den Vogelsberger Hochlagen mal Bilder der Milchstraße machen wollte. Von ihm kommen auch Idee zum Motiv und die Standortwahl. Er begleitet seine Mutter mit seiner Freundin, auf dem Parkplatz sind zudem rund zwei Dutzend weiterer Leute in Feierlaune zum Jahreswechsel gekommen.

Blick bis Bockenheim

Allerdings verzichten die anderen Besucher auf Fotografierversuche, zu schwer erscheinen die Rahmenbedingungen: neben dem Wind die Dunkelheit und die durch die Raketen sehr unterschiedlichen Lichtverhältnisse. Eine halbe Stunde später ist Astrid Hall mit sich, ihrer Kamera auf Stativ und dem Bild sehr zufrieden: 13 Sekunden lang hat die Ausrüstung den widrigen Bedingungen getrotzt, die Flugbahn der Raketen und Böller im Nahbereich von wenigen Kilometern kann man gut erkennen, in über 40 Kilometer Entfernung auch ein differenziertes Lichtermeer über dem Rhein-Main-Ballungsraum und den Sendemast »Europaturm« von Frankfurt im Stadtteil Bockenheim. Das fast 340 Meter hohe beleuchtete Bauwerk von 1979 ist am linken Bildrand klar auszumachen.

Entstanden ist die Aufnahme übrigens mit einem Fuji-Vario-Objektiv 55-140/F 2.8. Astrid Hall hat mit einer Brennweite von 140 Millimeter bei Blende 5.6 und mit 800 ISO fotografiert. Mit dem Bild ist der nebenberuflichen Fotografin aus Alsfeld ein seltener Schnappschuss von einem Standort gelungen, von aus ansonsten gerne Sonnenuntergänge festgehalten werden. Außerdem ist der Parkplatz am Ludwigsbrunnen ein Aussichtspunkt für die Wetterlagen, in denen die Täler von Wolken abgedeckt werden, bis zum Horizont nur die Gipfel des südlichen Hessenlandes herauslugen.

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