Weiberfasching

Männer kämpfen um die Pfanne

An Weiberfasching jubeln über 400 Frauen in der Homberger Stadthalle. Dann kämpfen sexy Männer beim »Stramme-Max-Turnier« um die goldene Pfanne.
08. Februar 2018, 08:05 Uhr
Pünktlich zum Weiberfasching lassen die Männer heute in der Homberger Stadthalle die Hüllen fallen. (Fotos: nr)

Die Geschichte dahinter: Das Homberger Männerballett gibt es seit über 30 Jahren innerhalb des Stiefelclubs (HSC). Irgendwann kam der Gedanke auf, sich mit anderen bei einem Turnier zu messen. Schnell war der Name »Stramme-Max-Turnier« geboren, benannt nach einem beliebten Abendbrotgericht. Dabei liegen Schinken und Spiegeleier auf einer Scheibe Mischbrot. Deshalb heißt die Trophäe, die es beim Turnier zu gewinnen gilt, »goldene Pfanne.«

Der eigene Anspruch: Das Männerballett schreibt Solidarität groß, selbst wenn mal jemand wegen altersbedingter Wehwechen nicht mehr jede Hebefigur hinkriegt. Mit dabei sind die Sportlichen, die Jungen, die Älteren, die Leichtathleten, die Invaliden. Gegenseitig motivieren sich die Männer zu Höchstleistungen: Das packen wir! Und schon hat sich jeder flink in die Formation »Raupe« hineinmanövriert. Oder wie es ein Mitglied formuliert: »Da kannst Du mich nachts wecken, die Raupe kann ich.« Und einer ergänzt: Ob »30 Jahre Altersunterschied oder 40 Kilo Körpergewicht«, die Truppe zeichnet ein großer Zusammenhalt aus. Deshalb wird genau geschaut, wer dazu kommen darf, es muss menschlich passen.

Die Chefin : Unbestrittene Chefin im Ring ist Maja Metz. Die überzeugte Fasse- nachterin arbeitet die Choreografien aus, dabei dürfen die Männer natürlich ein Wörtchen mitreden. Ansonsten fehlt es ihr nicht an natürlicher Autorität, denn manchmal ist das Training wie einen Sack Flöhe hüten, geben die Männer freimütig zu. Ab Oktober wird zweimal in der Woche trainiert. Maja Metz über »ihre« Jungs: »Eine geile Truppe.« Deshalb steht sie immer auf dem Platz, im Zweifelsfall sogar mit einem »geparkten« Baby hinter der Bühne.

Die Stimmung: Fantastisch. Sogar die jungen Leute schwärmen, dass es trotz Arbeit (Aufräumen, Trainieren) total lustig ist. Der Zusammenhalt sei spitze. Und: Man ist unter Leuten, die man kennt und gern hat. Ein Blick in die Gesichter verrät, dass das nicht geflunkert ist. Obwohl Ehrgeiz und Anspruch natürlich eine Rolle spielen. Nicht ohne Grund hat das Homberger Männerballett zweimal die Pfanne erobert. Aber: Man muss gönnen können, wie der Kölner sagt. Können sie: »Wir freuen uns, wenn ein anderes Männerballett die Pfanne mitnimmt.« Dann ist auch mehr Spannung drin.

Das Ambiente: Es wird nicht nur getanzt beim Stramme-Max-Turnier, sondern eine Unterhaltungshow geboten. Dazu gehören lustige Bewertungen der Jury, eine Gewinnspiel, Videoeinspieler, die witzige Moderation von Raphael Bernhart und einiges mehr.

Das Turnier: Schon Wochen vorher sind die Karten ausverkauft. Frauen stehen teilweise morgens um halb halb sechs an, um Tickets zu ergattern, obwohl sich die Tür zum Vorverkauf erst um zehn öffnet. Heute dürfte die Stimmung schon kurz nach dem Beginn der Show auf dem Siedepunkt sein. Mit dabei sind Teams aus Maulbach, Reiskirchen, Nonnenroth, Schweinsberg, Ehringshausen, Dannenrod, Homberg, Laubach und Amöneburg. In der Jury sitzt unter anderem Bürgermeisterin Claudia Blum. Die antretenden Männerballets haben ihre Fanclubs, die jeweils ein Jurymitglied stellen. Den Gastgruppen scheint es ebenfalls zu gefallen, die Laubacher, die eigentlich gar mehr nicht auf Turnieren auftreten wollen, kommen immer gern nach Homberg.

Sexiness-Faktor: Hoch. Auch wenn mann Waschbrettbauch und Sixpack inzwischen gern mal den Jüngeren überlasst, präsentieren die an Jahren etwas Reiferen stolz ihr Papa-Bäuchlein. Es gibt reichlich nackte Haut, mal mehr verhüllt, mal weniger, mal im Netzhemd, mal in knallengen Hotpants. Sportlich anspruchsvoll wird es ohnehin. Von wegen ein paar Männer im Röckchen wackeln auf der Bühne herum.

Nachwuchs? Kein Problem, viele Väter tanzen inzwischen mit ihren Söhnen. Es gibt spezielle Auftritte einer jungen Garde und das Mehrgenerationenballett. Die etwa 15 aktiven Tänzer sind zwischen 19 (»Küken« Felix Weck) und über 50 Jahren alt.

Gibt es noch Karten? Nein. Die Tickets für heutige Show sind »ratzeputz« ausverkauft. Am besten schon für nächstes Jahr vormerken lassen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Claudia Blum
  • Claudia Blum (Homberg)
  • Sex
  • Stadthallen
  • Vogelsberg
  • Homberg
  • Kerstin Schneider
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.