12. März 2018, 12:00 Uhr

Wasserbüffel

Rinder helfen Gelbbauchunke

Vor kurzem berichtete die AAZ über einen Biber am Ohmufer bei Nieder-Ofleiden. Jetzt würde Naturschützer Karl-Heinz Zobich gerne Wasserbüffel in der Ohmaue bei Wäldershausen weiden lassen.
12. März 2018, 12:00 Uhr
Wasserbüffel auf Hof Wiegel in Rimlos. Naturschützer halten eine Ansiedlung der seltenen Tiere an der Ohm für sinnvoll. (Foto: jol)

Er träumt von einem gedeihlichen Nebeneinander von Weißstorch, Gelbbauchunke und Biber im Naturschutzgebiet Ohmaue/Igelsrain: Karl-Heinz Zobich nimmt deshalb die jüngste Veröffentlichung über die schrittweise Verbreitung des Bibers in Hessen zum Anlass, auf eine erwünschte Änderung im Naturschutzgebiet bei Wäldershausen hinzuweisen. Ein Termin mit der Oberen Naturschutzbehörde ist bereits in Arbeit, wie die ONB bestätigt. In seinem Konzept setzt der Kreisvorsitzende des NABU auf vierbeinige Naturschützer, eine Herde Wasserbüffel. Die würden das Gras für den Biber kurzhalten und der seltenen Gelbbauchunke bessere Überlebensbedingungen bieten. Ziel ist eine Uferlandschaft, die weiteren Tierarten beim Überleben hilft.

Eisvogel hat sich angesiedelt

»Das Ohmufer ist ein hervorragender Lebensraum für Amphibien«, sagt Zobich. Diese Lebewesen sind dann wiederum Nahrungsgrundlage für Störche. Schon bislang ist der kurvige Ohmabschnitt bei Homberg ein Paradies für Eisvogel, Wasseramsel, Bekassine und Schwarzmilan sowie einige Spechtarten. Weil die Wiesen selten gemäht werden, bieten sie auch gute Nahrungsgrundlage für Biber. »Die Tiere fressen vom Frühjahr bis zum Winter Gras und Kräuter,« fasst Zobich zusammen. An der aufgestauten Wasserfläche hinter dem Wehr an der Dicknertsmühle finden die Wasser-Nager ideale Bedingungen, einen Bau zu erreichten. Bislang wurde allerdings noch kein Biber in diesem Bachabschnitt gesichtet, wie die ONB bestätigt.

Gelbbauchunken in Sandkaute

Aktuell werden die Wiesen am Bachlauf zweimal im Jahr gemäht, damit sie nicht zuwachsen. Doch die Naturschützer im Regierungspräsidium haben registriert, dass einige Flächen zunehmend vernässen und kaum noch gemäht werden können. »Deshalb ist in diesem Jahr vorgesehen, ein Pflegegutachten mit Handlungsempfehlungen in Auftrag zu geben,« teilt die Naturschutzbehörde mit. Dafür hat Zobich einen Vorschlag, der vor allem seltenen Amphibien hilft. Wasserbüffel sollen die Uferwiesen extensiv abweiden. Die Tiere haben den großen Vorteil, dass sie auf nassen Wiesen gut leben können. Denn normale Kühe würden Leberegel bekommen, die ihnen »vermutlich Schmerzen zufügen«, wie es Zobich formuliert.

Wasserbüffel sind aber für Geldbauchunken ein idealer Partner. Denn die friedlichen Hornträger legen sich bei Hitze gern in Wasserkuhlen, die dadurch weitgehend frei von Wasserpflanzen bleiben. Das begünstigt Tiere wie die Gelbbauchunke, deren Nachwuchs in Pfützen aufwächst, um nicht von Fischen gefressen zu werden. Die seltene Gelbbauchunke ist in der Sandgrube Homberg heimisch, der NABU hat in den letzten Jahren zudem einige Tümpel zwischen Homberg und Kirchhain angelegt, um die Population zu verbreitern. Der NABU würde gerne auch in der Ohmaue Gelbbauchunken ansiedeln.

Die Wiederansiedlung der seltenen Tiere im Naturschutzgebiet Ohmaue müsse noch fachlich geprüft und abgestimmt werden, wie die Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Gießen mitteilt. Zur Abstimmung notwendige Termine sollen voraussichtlich zeitnah stattfinden.

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