Brandschutz

Feuerwehrleute schauen auf gelbe »Kinderfinder«

Feuerwehrleute geben in Gemündener Mädchenwohngruppe Tipps, wie man sich bei einem Feuer verhalten soll. Dabei stellen sie die Ausrüstung vor, damit die Kinder sich im Ernstfall nicht erschrecken.
16. April 2018, 08:00 Uhr
Beeindruckende Erscheinung: Lukas Wehrwein stellt in der Mädchenwohngruppe die Ausrüstung eines Feuerwehrmanns mit Atemschutz vor, flankiert von Stefan Wehrwein und David Laubinger. Ein Mädchen probiert die Brandschutzhaube aus. (Foto: eva)

Die Angst vor Feuer zu nehmen, aber gleichzeitig Kindern den nötigen Respekt im Umgang mit dem Feuer zu vermitteln, dieser wichtigen Aufgabe widmet sich die Brandschutzerziehung. In Gemünden ist es seit Jahren in erster Linie Stefan Wehrwein, der in Kindergarten und Grundschule die Aufgaben der Feuerwehr vorstellt und darüber informiert wie man sich verhält, wenn es brennt.

Kürzlich kam er hierfür in die vom Marburger St. Elisabeth-Verein geführte Mädchenwohngruppe »FaM« in Ehringshausen. Stefan Wehrwein, David Laubinger und Lukas Wehrwein brachten Gruppenleiterin Judith Klein, den Erzieherinnen und den Kindern den sicheren Umgang mit Feuer näher. So lernten die Kinder im Rollenspiel mit dem Telefon, was alles beim Durchgeben eines Notrufes zu beachten ist, damit die Rettungskräfte schnell vor Ort sein können. Auch bei schlechtem Handyempfang funktioniert der Notruf.

Die Feuerwehrleute erklärten Verhaltensregeln, die Brände vermeiden helfen. Selbst achtlos weggeworfene vermeintlich leere Batterien können einen Brand verursachen, wenn sie mit Stahlwolle in Berührung kommen. Ein gefahrloser Umgang mit Kerzen und Streichhölzern wurde praktisch geübt und dabei vermittelt, dass man zur Sicherheit nur ganze Streichhölzer verwendet und sie stets vom Körper weg anzünden soll. Dabei soll man auf langes Haar achten und Streichhölzer immer ausblasen statt sie auszuschütteln.

Die Kinder lernten das richtige Verhalten beim Verlassen von Räumen im Notfall. Dazu gehörte, die Fluchtwege zu beachten, sich Rettern bemerkbar zu machen und möglichst auf dem Boden kriechend den verrauchten Raum zu verlassen. Sie können bei einem Brand auch am Fenster um Hilfe rufen und sollten nicht ins Obergeschoss laufen, wenn es brennt, da der Rauch nach oben steigt.

Wie wichtig es ist, den Kindern zu vermitteln, im Brandfall alles im Zimmer zu lassen, wurde deutlich, als sofort Protest kam, dass dazu auch die geliebten Kuscheltiere gehören. Jedoch waren die Mädchen beruhigt, dass Hauskatze »Rayo« ebenfalls gerettet wird. Bei der Vorführung mit dem »Rauch-Haus-Modell« wurde anschaulich demonstriert, wie schnell sich der lebensgefährliche Qualm im Gebäude ausbreiten kann. Wichtig sei ein Feuermelder. Auf den Nachbarhof als Sammelplatz im Notfall hatte man sich bereits bei einer früheren Begehung des Mädchenwohnheims geeinigt.

Damit die Kinder keine Angst vor Einsatzkräften in voller Montur bekommen, legte Lukas Wehrwein eine komplette Ausrüstung mit Atemschutz an. Wer wollte, konnte einmal eine Brandschutzhaube aufsetzen.

»Die Kinder und Jugendlichen waren aufmerksam und mit Begeisterung dabei«, sagte Stefan Wehrwein. Er informierte noch über die Gemündener Feuerwehren.

Zum Abschluss wurden »Kinderfinder« verteilt. Wenn es brennt, können Minuten über Leben und Tod entscheiden. Kinder gehören bei einem Brand zu den Schwächsten. Sie sind oft so verängstigt, dass sie sich vor den Flammen verstecken und nicht um Hilfe rufen. Um besser feststellen zu können, ob und wo sich bei einem Brand noch Kinder im Gebäude befinden, wurde mit dem Hessischen Landesfeuerwehrverbandes ein »Kinderfinder« entworfen.

Der Kinderfinder wurde auf einer stark reflektierenden Folie erstellt. Das etwa acht Zentimeter hohe neongelbe »Warndreieck« zeigt ein symbolisiertes Kind mit Teddy. Es kann leicht von der Trägerpostkarte gelöst und an jede Kinderzimmertür angebracht werden. Da Brandrauch aufsteigt, sollte sich der Kinderfinder im unteren Drittel der Tür befinden. Der Rettungstrupp erhält so einen wichtigen Hinweis, dass sich hinter dieser Tür womöglich ein Kind befindet.

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