13. Juni 2018, 08:05 Uhr

Festival

Hypnotiseur begeistert bei Homberger Schlossfestival

Sie spielten im Orchester von André Rieu, tanzten irischen Stepptanz, imitierten Helene Fischer, DJ Ötzi und Roberto Blanco oder telefonierten per Turnschuh mit Andreas Gabalier. Alles in Hypnose.
13. Juni 2018, 08:05 Uhr
Die Freiwilligen auf der Bühne wissen gar nicht wie ihnen geschieht: mal schlummern sie, mal steppen und singen sie. Markus Götz alias Zyculus (ganz links) hat sie hypnotisiert. (Foto: eva)

Dies alles und noch viel mehr präsentierten die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich am Freitag auf dem Gelände des Homberger Schlosses mutig vom Hypnotiseur Zyculus (alias Markus Götz) in Trance versetzen ließen. Begeisterung und ungläubiges Staunen bei den rund 100 Zuschauern und den direkt Beteiligten waren die Reaktionen nach dem Auftritt von Zyculus.

Mit der Comedy-Hypnose-Show »Schlaf« wurde das erste Homberger Schloss-Festival eröffnet, mit dem unter Federführung der OVAG und in Kooperation mit der Stadt sowie den Schlosspatrioten eine neue Kulturreihe ins Leben gerufen wurde.

Am Freitagabend war es Markus Götz, assistiert von Stefan Heim, der die Zuschauer mit einer atemberaubenden, witzigen und außerordentlichen Hypnose-Show zum Staunen und Lachen brachte. Bangen herrschte zuvor, ob die Freilichtbühne und die Veranstaltung im Schlosspark vom über die Region ziehenden Unwetter verschont bleiben würde. Doch dann ging alles gut.

Regen und Gewitter zogen rechtzeitig ab und pünktlich zum Beginn der Show lachte die Sonne. »Man darf ja auch mal Glück haben und man sollte das auch gerne annehmen«, sagte er Vorsitzende der Schlosspatrioten, Markus Haumann, sichtlich erleichtert. Auch Hypnotiseur Markus Götz betonte seine Freude über die positive Wetterentwicklung und er meinte augenzwinkernd, zwar habe Petrus gerade noch ein bisschen mit dem Wetter über Homberg gespielt, doch kaum sei die OVAG am Werk, da funktioniere es.

Hypnose, so erklärte er, sei ein Aufmerksamkeitszustand, aber kein Schlaf. »Eine Teilnahme ersetzt sieben bis acht Stunden Schlaf«, sagte er mit Augenzwinkern. Gleichzeitig betonte er, dass niemand gegen seinen Willen in Hypnose versetzt werde. »Und niemand wird hier heute nackt auf der Bühne tanzen«, beruhigte er mögliche Freiwillige. Keiner werde bloßgestellt oder vorgeführt. Im Gegenteil, die Mitwirkenden auf der Bühne mache er zu den »Stars des Abends«.

Rosa Elefant im Wasserglas

Nach einem kurzen Auswahlverfahren, waren rasch zehn Kandidaten gefunden und nahmen auf den Stühlen auf der Bühne erwartungsvoll Platz. Innerhalb weniger Minuten hatte Zyculus seine Probanden fast ohne Berührung oder nur mit einem kräftigen Händedruck in eine Art Trance versetzt. Schließlich saßen die Mitwirkenden mit geschlossenen Augen und scheinbar schlafend aneinander gelehnt auf den Stühlen. Was dann folgte, war schier unglaublich.

Für fast jeden Kandidaten hatte Zyculus Aufgaben und demonstrierte mit ihnen seine Kunst, ohne diese, auch wenn dabei viel gelacht wurde, der Lächerlichkeit preiszugeben. Erstaunlich die Selbstverständlichkeit, mit der die Freiwilligen jede an sie gerichtete Aufforderung erfüllten, oder Fragen beantworteten, bevor sie, nach einem Fingerschnippen oder einer kurzen Berührung des Hypnotiseurs wieder in den tranceartigen Zustand fielen.

Die Freiwilligen dachten, sie kleben am Boden fest, vergaßen ihren Namen, erkannten den Partner nicht mehr, oder hatten beim Nachzählen plötzlich zwölf Finger. Sie spielten fiktive Instrumente, steppten, sahen rosa Elefanten in einem Wasserglas, erlebten Temperaturschwankungen von Minus- zu Plustemperaturen bis 40 Grad, kuschelten mit fiktiven Tieren oder konnten plötzlich nur noch die vermeintliche Sprache der Marsmenschen sprechen.

Sie sahen durch eine scheinbare Zauberbrille die Zuschauer oder den Hypnotiseur ohne Kleidung, dachten, sie verbrennen sich an den plötzlich heiß gewordenen Stühlen oder waren zum Teil so entspannt, dass sie von den Stühlen zu gleiten drohten.

Nach rund 45 Minuten holte Zyculus die Kandidaten allmählich wieder in die Realität zurück. Sie konnten sich zwar schemenhaft an ihre Aktionen erinnern, waren im Großen und Ganzen aber ziemlich erstaunt über das, was mit ihnen auf der Bühne geschehen war, fühlten sich etwas müde, irgendwie sehr entspannt.

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