10. Juli 2018, 08:00 Uhr

Kuh-Paradies

Streicheleinheiten und Leckerlis für Kühe in Mücke

Die Kühe genießen ihr Leben in Groß-Eichen bei Carina Dietz-Thörner. Ist es zu heiß auf der Wiese, gibt es Sonnenschirme. Kälber werden im Bollerwagen nach Hause in den Stall gefahren.
10. Juli 2018, 08:00 Uhr
Streicheleinheiten und Leckerlis lassen sich die Kühe von Carina Dietz-Thörner gern gefallen. Die Hobbylandwirtin tut alles für das Wohlergehen der Vierbeiner. (Foto: sf)

Carina Dietz-Thörner (48) ist waschechte Groß-Eichenerin, quasi aufgewachsen im Lebensmittelgeschäft Fuchs, das zuerst ihre Eltern und heute ihr Bruder führen. Nach der Schule hat sie bei den Eltern Verkäuferin gelernt, dann bewarb sie sich um eine Pflegerstelle in der Tierklinik. Als die Großmutter mit 84 Jahren nicht mehr an der Kasse stehen konnte, fragten die Eltern, ob die Tochter nicht lieber bleiben möchte? Das machte Carina Dietz-Thörner dann auch, zumal sie immer in der Mittagspause mit Pferd Filou trainieren konnte. Noch heute hilft sie im Geschäft mit, soweit drei Kindern, Haushalt und die Nebenwerbs-Landwirtschaft die Zeit dazu lassen.

Sie hat immer noch eine Stute, die das Gnadenbrot bekommt. Das Reiten gab Carina Dietz-Thörner irgendwann auf und sie widmete sich den Kühen, für die sie schon länger ihr Herz entdeckt hatte. Und so kam es, dass sie im Internet nach einer Milchkuh Ausschau hielt. Nachdem sie ihren zunächst etwas skeptischen Ehemann überzeugt hatte, fuhren beide nach Darmstadt und holten Kuh »Blume« in den Vogelsberg. Sie stammte aus einem Biobetrieb.

In Groß-Eichen kam dann ein Bullenkalb zur Welt. Der »Kleine« ist heute in Geilshausen ein stolzer Deckbulle. Als dann ein Bekannter mit Thörners Ehemann Timo Dietz einen Schlachttermin für seine Kuh suchte, fackelten die Ehefrau und die Kinder nicht lange und machten dem Papa einen Strich durch die Rechnung.

Butter und Quark hergestellt

Statt beim Schlachter wurde die Kuh noch einmal trächtig, und sie »wohnt« nun auch bei Carina Dietz-Thörner und heißt »Babsi«. Zum weiteren Kuhbestand zählen noch »Butterblume« (Tochter von Blume), »Britta«, Tochter von »Babsi«, und »Bärbel«, ebenfalls eine Tochter von »Blume«.

Die Jungbäuerin betreibt eine sogenannte Mutterkuhhaltung. Aus der Milch werden für den eigenen Haushalt Butter oder Quark hergestellt. Die Kühe hören auf ihre Namen, wenn man sie ruft. Dann werden sie massiert und gestreichelt, bekommen frisches Gras sowie gesunde Kräuter. Verwöhnt werden sie zudem mit Selen als Nahrungsergänzungsmittel und mit Schrotleckerli.

Das Weideland, so Carina Dietz-Thörner, wird ihr von örtlichen Landwirten zur Verfügung gestellt. Dafür bedankt sie sich sehr. Die Kühen grasen die Flächen fleißig ab, und mit dem Klein-Trecker hält sie ihren Kollegen das Grundstück sauber. Die Grundstücke, wo die Kühe grasen, verfügen über natürlichen Schatten – sprich Bäume. Sollte dies aber einmal nicht der Fall sein, wurden schon Sonnenschirme aufgestellt und Bettlaken für den Sonnenschutz gespannt. Gar mancher belächelt die Jungbäuerin, aber daraus macht sich nichts. Das Wohlergehen ihrer Kühe geht ihr über alles.

Karotten und Streicheleinheiten

Im Stall der Großeltern in Ruppertenrod wurde das Fundament für die Tierliebe gelegt. In der Regel bewerkstelligt die ambitionierte Hobbybäuerin ihr Arbeitsaufkommen alleine. Doch in Zeiten des Urlaubs oder beim Heumachen ist sie auf Hilfe angewiesen. Ehemann Timo ist Metzger und in einer modernen Landwirtschaft aufgewachsen, er unterstützt seine Ehefrau gern. Aber auch die Kinder Marsha, John und Bastian stehen bereit, wenn Mama Hilfe braucht. Oftmals bringt Carina Dietz-Thörner ihren Kühen etwas mit auf die Weide, alte Brötchen, Brot- reste, Äpfel oder auch Karotten

Wenn es im Treibwagen von einer zur nächsten Weide geht, dann geschieht Wundersamens. Während andere Bauern ihre Tiere in den Wagen treiben müssen, ruft Carina Dietz-Thörner die Namen, und die Kühe trotten brav nacheinander in den Viehwagen. Oft sieht man sie gemeinsam mit Hund Lucky, der aus Hamburg stammt, auf dem Trekker fahren. Da muss das Wasserfass auf der Weide gefüllt werden, oder sie sind zum Melken unterwegs. Carina Dietz-Thörner hat eine kleine Einhand-Melkmaschine und mit der wird auf der Weide gemolken.

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