12. September 2018, 08:00 Uhr

Notfälle

DRK in Nieder-Ohmen aus Rettungsdienst raus

Die Johanniter Unfallhilfe (JUH) wird im alten Bahnhof in Nieder-Ohmen übergangsweise eine Rettungswache einrichten. Denn das DRK ist aus dem Rettungsdienst in Nieder-Ohmen raus.
12. September 2018, 08:00 Uhr
Ein Fahrzeug der JUH vor dem alten Bahnhof in Nieder-Ohmen, wo ab dem 1. Oktober eine Rettungswache betrieben wird. (Foto: pm)

Das DRK Mittelhessen hatte sich bei der letzten Ausschreibung nicht beworben, ergo erhielt der einzige Bewerber JUH den Zuschlag. Darüber ist der DRK-Ortsverein Nieder-Ohmen sehr verärgert. Die Alsfelder Allgemeine spricht darüber mit Vorsitzendem Helmut Reitz.

 

Eine Ära DRK-Rettungsdienst in Nieder-Ohmen geht zu Ende. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Helmut Reitz: Vor 20 Jahren haben die DRK-Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach die »Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst« gegründet, die für den gesamten Vogelsbergkreis zuständig war. In dieser Formation war der Rettungsdienst im Vogelsbergkreis hervorragend organisiert. Vor kurzem wurde aber diese Arbeitsgemeinschaft in die »Rettungsdienst Mittelhessen GmbH« mit Sitz in Marburg überführt. Bei dieser Beschlussfassung wurden wir als Ortsverein nicht beteiligt. Jetzt werden alle Entscheidungen in Marburg getroffen. Die Vorstände und Geschäftsführer der Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach haben keine Kompetenz mehr im Rettungsdienst des Vogelsbergkreises. Wir bedauern das sehr und halten diese Entscheidung auch nicht für richtig!

Seit Jahrzehnten ist in Nieder-Ohmen eine Rettungswache stationiert, die vom DRK besetzt ist. Ab dem 1. Oktober soll das nun die JUH übernehmen. Warum ist es nicht weiterhin das DRK?

Reitz: Als der Vogelsbergkreis den Auftrag für den Rettungsdienst neu vergeben hat, wurde für die Rettungswache Nieder-Ohmen ein separates Los gebildet. Die Gründe für diese Vorgehensweise sind uns nicht bekannt und wurden auch nicht mit uns besprochen. Es ist sicher kein Zufall, dass die Rettungsdienst GmbH ein Angebot abgegeben hat für alle Wachen des Kreises – nur nicht für Nieder-Ohmen. Auch über diese Entscheidung wurden wir vorher nicht informiert. Gespräche, die dann noch geführt wurden, haben sich als zu spät erwiesen und änderten leider nichts mehr an der in Marburg getroffenen Maßnahme.

Dann war es also so, dass für die Rettungswache Nieder-Ohmen nur andere Angebote vorlagen, keines vom DRK?

Reitz: So kam es, dass für die Rettungswache Nieder-Ohmen nur ein einziges Angebot der Johanniter-Unfallhilfe vorlag und dieses aufgrund dessen, den Zuschlag bekam, welches vom Landrat angenommen wurde. Für uns als ehrenamtliche Aktive des Roten Kreuzes in Nieder-Ohmen ist diese Entwicklung eine große Enttäuschung! Wir wären sehr gerne auch weiterhin für unsere Bürgerinnen und Bürger zuständig gewesen. Die Rettungswache in Nieder-Ohmen vom DRK besetzt, wurde immer von der Bevölkerung hoch angesehen, geschätzt und anerkannt.

Der Verlust des Betriebes der Rettungswache ist das Eine. Es bleibt Ihnen ja noch die ehrenamtliche Arbeit in Nieder-Ohmen.

Reitz: Leider geht eine Ära zu Ende. Machen wir doch im ehrenamtlichen Bereich sehr viel: bei Blutspenden und der Seniorenarbeit, wofür viele Stunden geleistet werden. Nicht zu vergessen ist die Gruppe Technik und Sicherheit, die Wasserwacht mit ihren vielen Jugendlichen, die Krankentransportwagen-Besetzung im Sanitätsdienst und vieles mehr.

Sie wollen jetzt die Öffentlichkeit über den neuen Sachverhalt informieren. Wie ist der Ablauf der Veränderung, und wie schätzen sie die JUH ein?

Reitz: Weil wir im DRK-Vorstand von der Bevölkerung Nieder-Ohmen und Umgebung täglich angesprochen werden, und man kein Verständnis hat für die Änderung, haben die Bürger ein Anrecht darauf informiert zu werden. Ab dem 1. Oktober 2018 wird eine neue Rettungswache im ehemaligen Bahnhof in Nieder-Ohmen von der Johanniter-Unfallhilfe besetzt. Wir sind uns aber sicher, dass diese Organisation die Bevölkerung, so wie wir das in der Vergangenheit gewohnt waren, rund um die Uhr versorgt. In Vergangenheit haben sich beide Organisationen auch schon ergänzt, und so wird es auch in der Zukunft sein. Denken wir an die Johanniter Luftrettung, den ärztlichen Notfalldienst und nicht zuletzt den Rettungsdienst.

Was wünschen Sie dem DRK in Nieder-Ohmen für die kommenden Jahre?

Reitz: Wir können nur bitten, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, uns auch in Zukunft ihr Vertrauen zu schenken, denn unsere Aktivitäten beim Blutspenden und in der Bereitschaft müssen weiter gehen, und dafür brauchen wir Ihre Unterstützung.

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