15. Februar 2019, 22:38 Uhr

Andreas Fey verpflichtet

15. Februar 2019, 22:38 Uhr
Freudestrahlend legt der künftige Bürgermeister Andreas Fey den Diensteid ab, den Vorsteher Dieter Wössner vorspricht, rechts Ulrich Künz, links Heinrich Raab. (Foto: jol)

Der neue Kollege Lothar Bott warnte schon einmal vorsorglich, der Landrat sei nur bei der Amtseinführung so freundlich, später werde er ihn noch kennenlernen. Das klang etwas bedrohlich, auch wenn der Anlass für Andreas Fey eigentlich ein durchweg guter war: Am Freitag ist der neue Bürgermeister von Kirtorf in sein Amt eingeführt worden. Zudem legte er bei Stadtverordnetenvorsteher Wössner den Amtseid ab und erhielt von SPD-Fraktionschef Raab eine Kapitänsmütze. Fey tritt am 12. März sein Amt im Rathaus an, er folgt auf Ulrich Künz, der die Geschicke der Kleinstadt 42 Jahre lang bestimmte. In der Sitzung vergab das Parlament an Künz die Auszeichnung Ehrenbürgermeister.

Die Sitzung war gleich in mehrfacher Hinsicht besonders, so tagte man vor einem großen Publikum in der Gleentalhalle. Die Amtseinführung für den im Dezember gewählten Bürgermeister umrahmte der Männergesangverein Kirtorf stimmgewaltig mit »Ihr von morgen« und »Tage wie diese«. Die ersten elf Punkte der Tagesordnung waren mit einstimmigen Beschlüssen in einer guten halben Stunde abgearbeitet. Der gemeinschaftliche »Kirtorfer Stil« zog sich dann auch durch die Grußworte.

So äußerte Fey, er sei »sehr stolz darauf, die Urkunde vom dienstältesten Bürgermeister Deutschlands erhalten zu haben«. Er sagte zu, »das Haus der Zukunft mit Leben zu gestalten«. So sollen die wichtigen Vorhaben der Stadt fortgeführt werden. Man könne an das besondere Engagement zur 1100-Jahrfeier der Stadt anknüpfen, Direktvermarkter für einen Bauernmarkt auf dem oberen Marktplatz finden und die wichtige »Kirtorfer Mitte« fortführen. Fey lobte die bürgerfreundliche Verwaltung und gelobte, mit den Nachbarbürgermeistern offensiv für Verbesserungen im ländlichen Raum einzutreten.

Wichtig war es ihm, zum Einsatz gegen Rechtsextreme aufzurufen, so wie Künz das als Schirmherr des Bündnisses für Vielfalt getan habe. »Wir müssen demjenigen, der die NPD einlädt zu kommen, sagen, dass das nicht geht«, sagte Fey. Und er lud gleich zum Europafest des Bündnisses am 19. Mai ein. Um seinen Beitrag zum Ehrenamt zu leisten, will Fey noch aktiv in der Feuerwehr mitmachen, »ich bin ja nun mehr in Kirtorf«.

Amtsvorgänger Ulrich Künz sagte zur Amtseinführung: »Ich drücke dir die Daumen, dass Du eine erfolgreiche Amtszeit hinlegst«. Vorsteher Dieter Wössner wünschte Besonnenheit, Einfühlungsvermögen und gute Nerven. Er hoffte, man werde im Parlament weiterhin offen und konstruktiv miteinander umgehen. Applaus gab es, als er Künz für seinen unermüdlichen Einsatz dankte. Er überreichte Blumen an Feys Ehefrau. Auch Ralf Völzing (FWG-CDU) und Heinrich Raab (UWL-SPD) warben dafür, den Weg der Kompromisse im Stadtparlament weiterzugehen.

Landrat Manfred Görig sagte auch im Namen von Kreistagsvorsitzendem Dr. Hans Heuser, dass für Kirtorf eine gute Infrastruktur wichtig sei, damit die Menschen gerne hier leben. Er verwies auf Zuzug in den Vogelsberg aus größeren Zentren entlang der Hauptstraßen. Lothar Bott als Vertreter einiger Bürgermeister sagte Unterstützung der Kollegen zu. Es sei abzusehen, dass die Straßenausbaubeiträge fallen. Aber das Geld für den Straßenbau müsse irgendwoher kommen, über Gebühren oder höhere Grundsteuern. Der Landtagsabgeordnete Michael Ruhl will demnächst zum Gespräch vorbeikommen. Und Pfarrer Walter Bernbeck wünschte Gottes Segen für Feys Tun.

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