10. März 2019, 08:30 Uhr

Bürgerbus

Feldataler Senioren fahren mit dem Bürgerbus zum Arzt und zum Einkaufen

Der Supermarkt ist ein paar Orte weiter, der Facharzt in der Kreisstadt. Hier kann ein Bürgerbus helfen. Die ersten Gemeinden machen ihre Erfahrungen damit.
10. März 2019, 08:30 Uhr

Groß war kürzlich das Interesse der Feldataler Bevölkerung am Thema Bürgerbus Der Gewerbeverein hatte eingeladen, um auf die vielen Fragen der Bürger Antworten zu geben. Bürgermeister Leopold Bach und der Vorsitzende des Gewerbevereins Michael Schneider waren überrascht, aber auch sehr erfreut über das voll besetzte Haus.

Und wie sieht es einige Wochen nch der Übergabe des Bürgerbusses an die Gemeinde aus? Es sind schon 15 Fahrer dabei, neun Sponsoren haben bereits Werbefläche auf dem Bus gebucht, so dass nur noch zwei Flächen frei sind. Zudem gibt es Gespräche zwischen den Fördervereinen, ob der Bus zum Transport für die Kinderbetreuung eingesetzt werden kann. In Feldatal läuft es also rund in Sachen Bürgerbus.

In Grebenhain hat der Projekt noch etwas Anlaufschwierigkeiten. Deshalb wollen einige Gemeinden, etwa Grebenau, erst einmal schauen, wie sich das Ganze entwickelt.

In Gemünden wird es am 19. März einen Infoabend geben, bei dem Bürgermeister Lothar Bott das Interesse an einem solchen Bus abklopfen will. Denn es braucht genügend Fahrer, die bereitstehen, auch wenn sich bekanntlich die Probleme in den kleinen Ortschaften ähneln.

Einkaufsmöglichkeiten verlagern sich auf zentrale Orte, meist sind dort die Hausärzte und für Fachärzte muss man nach Alsfeld oder Lauterbach fahren, manchmal auch in einen Nachbarkreis.

Wie sehr das Projekt Bürgerbus vom ehrenamtlichen Engagement abhängig ist, zeigt sich in Feldatal. Der Gewerbeverein und die Gemeinde sind »nur« der Initiator gewesen sei. »Der Bus gehört nicht dem Verein, sondern allen Bürgern«, sagt deshalb Michael Schneider, Vorsitzender des Gewerbevereines. Und: »Dass wir den Bürgerbus für das Feldatal bekommen haben, ist ein Jackpot« Mit dem Bus wird ein Ausgleich beziehungsweise ein Lückenschluss zum unzureichenden öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angestrebt. So sollen Fahrdienste zu Kindergärten aufgebaut werden und die vorhandene Seniorengruppen und die Vereine mit Jugendarbeit vom Bus profitieren. In Sachen Senioren ist das schon gut angelaufen, sie fuhren unter anderem zu den Faschingsveranstaltungen mit dem Bürgerbus.

Ein Beispiel für eine Fahrt über die Kreisgrenze hat Bürgermeister Leopold Bach parat. Wenn jemand einen Facharzt-Termin in Fulda hat, weiß er das langfristig, kann das melden. Andere sehen es und können sich anschließen. Beim ersten Bauernmarkt am 12. April will man den Bürgerbus dann noch einmal einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und dafür werben.

Soweit wie in Feldatal ist man in Gemünden noch nicht. Dort will Bürgermeister Lothar Bott am Dienstag, 19. März, ab 19 Uhr in Nieder-Gemünden im Dorfgemeinschaftshaus das Interesse an einem Bürgerbus abfragen. Denn er hat schon eine Negativerfahrung hinter sich: Als das Pilotprojekt mit dem E-Auto lief, war das Interesse zunächst groß. Als es dann aber auf der Basis ehrenamtlichen Engagements weitergehen sollte, schlief die Sache wieder ein. »So etwas kann man nicht verordnen«, ist sich Bott sicher: »Das Interesse muss da sein.«

Und Bürgermeister und Kreistagsabgeordnete nutzt das Landesprogramm für den Bürgerbus noch für den Hinweis, dass Förderprogramme nicht immer zielführend sind: »Die Kommunen wissen besser, was zu tun ist. Man muss ihnen nur das Geld dafür geben ohne das bürokratische Drumherum,« so Bott.

Bisher nur als Wunsch ist ein Bürgerbus in anderen Vogelsbergkommunen formuliert worden.

In Homberg kann sich der Seniorenbeirat das vorstellen und in Kirtorf hat es der neue Bürgermeister Andreas Fey (ab Dienstag im Amt) so formuliert: »Die größer werdenden Mobilitätserfordernisse gerade für ältere Bürger bedingen, dass wir uns auch Gedanken um neue Mobilitätskonzepte wie zum Beispiel einen Bürgerbus machen müssen. Wie kommen denn sonst die älteren Bewohner von Gleimenhain oder Heimertshausen in die Kernstadt zum Arzt, zum Einkaufsmarkt oder zur Bäckerei?«

Auf der Internetseite ist unter Gewerbeverein-Feldatal.de für die Feldataler Nutzer ein Online-Buchungsportal freigeschaltet. Dort kann man seine Fahrtenwünsche eintragen. Diese werden dann mit den Fahrern koordiniert und man erhält Bescheid, ob es klappt.

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