14. März 2019, 05:00 Uhr

Kriminalstatistik

Polizei: Landleben im Vogelsberg bleibt sicher - ein Tötungsdelikt in 2018

2018 gab es im Vogelsbergkreis 3808 Straftaten. Damit liegt der Kreis rund 40 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. In einigen Bereich hat die Kriminalität jedoch zugenommen.
14. März 2019, 05:00 Uhr
Bodycams, spezielle Schutzwesten und Protektoren sollen Polizeibeamte gegen zunehmende Gewalt schützen, rechts Polizeipräsident Günther Voß. (Foto: pm)

Die genauen Zahlen der Straftaten in 2018 legten Vertreter des Polizeipräsidiums Osthessen in Fulda vor. Sie berichteten stolz von einer sehr niedrigen Kriminalitätsrate in Osthessen und einer Aufklärungsquote von 67,7 Prozent, »ein Höchststand.« Im Vogelsbergkreis lag sie mit 64,4 Prozent nur wenig darunter. Gleichwohl ist im Kreis bei allen Straftaten ein Gesamtschaden von rund drei Millionen Euro entstanden. Darin ist der hohe Sachschaden, der oft mit Einbrüchen einhergeht, nicht eingerechnet.

Unter den Straftaten war im vergangenen Jahr im Vogelsbergkreis nur ein versuchtes Tötungsdelikt. Einen Anstieg gab es bei den einfachen Diebstählen, wobei die Zahl mit 650 Fällen noch erheblich unter der von 2014 und 2015 liegt. Auch die schweren Diebstähle gingen im Laufe von vier Jahren zurück.

Laut Polizei sind auch die Wohnungseinbruchs-Diebstähle auf einen »historischen Tiefstand« zurückgegangen. Das liegt auch daran, dass der Druck auf Wohnungseinbrecher, häufig Mitglieder von Banden, die von der Autobahn abfahren und dann zuschlagen, deutlich erhöht wurde.

 

Viel weniger Ladendiebstähle

Zudem ist die Zahl der Ladendiebstähle in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Ebenfalls rückläufig ist die sogenannte Straßen- und die Rauschgiftkriminalität. Warenkreditbetrug bleibt dagegen »beliebt«, das gilt besonders für bekannte Verkaufsplattformen wie etwa ebay.

Ein besonderes Augenmerk legt die Polizei weiter auf die Vorbeugung von Betrugsdelikten gegenüber Senioren wie etwa beim bekannten Enkeltrick.

Auffallend gestiegen ist die Zahl der einfachen Körperverletzungen, es waren 360 (im Vorjahr 298). Das zeigt auch der Trend der vergangenen Jahre an, wo hier die Kurve stetig nach oben geht. Die höheren Zahlen hängen aber auch damit zusammen, dass die Delikte öfter als früher angezeigt werden.

Von den 3808 Straftaten im vergangenen Jahr im Vogelsberg wurden 2452 aufgeklärt. Unter den Tatverdächtigen sind 80 Prozent Männer. 79,8 Prozent waren Deutsche. Zudem kommen die Verdächtigen in der Regel aus der Tatortgemeinde (61 Prozent). Von den rund 1900 Tatverdächtigen war über die Hälfte schon polizeibekannt, sind sind sogenannte Wiedderholungstäter.

 

312 Polizeibedienstete als Opfer

388 Nichtdeutsche wurden als Tatverdächtige ermittelt. Hier ist laut Polizei ein recht hoher Anteil bei bestimmten Delikten auffällig. Das betraf im vergangenen Jahr vor allem sexuelle Nötigung (Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 50 Prozent). Allerdings handelte es sich laut Polizei um sechs Fälle, also um drei nichtdeutsche Täter. Es folgten Ladendiebstahl (36,7 Prozent), Diebstähle an Kraftfahrzeugen (60 Prozent) und Urkundenfälschung (53,4 Prozent).

Im Jahr 2018 wurden zudem 312 Polizeibedienstete als Opfer registriert (251 im Vorjahr). Polizeipräsident Günther Voß zeigte sich besorgt über die Zunahme und wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass der Strafrahmen für Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verschärft worden ist und die Polizeibeamten in Osthessen eine moderne Schutzausstattung erhalten. Dazu zählten unter anderem Bodycams, Schutzwesten oder sogenannte Protektoren.

Info

Unklare Todesursachen

Diebstähle machen den allergrößten Bereich bei den Straftaten aus. Es folgen Vermögens- und Fälschungsdelikte und Körperverletzung. Bearbeitet hat die Polizei im vergangenen Jahr aber auch 91 Vermisstenfälle, das waren in der überwiegenden Zahl junge Leute, die aus Einrichtungen, wo sie untergebracht sind, abhauten und die rasch gefunden wurden. Einen Vermisstenfall, bei dem jemand nicht wieder aufgetaucht ist, gibt es derzeit nicht bei der Polizei, wie eine Nachfrage ergab. Registriert wurden auch 17 Freitodfälle (drei weniger als im Jahr 2017), fünf Unglücke mit tödlichem Ausgang (häusliche oder Arbeitsunfälle). Es gab zudem zehn sogenannte unklare Todesfälle. Dies kommt in der Regel bei alten Menschen vor, wenn der Arzt nach seinem Eintreffen nicht gleich feststellen kann, was die genaue Todesursache war. Wenn sich diese dann im weiteren Verlauf nicht klären lässt, muss eine Obduktion stattfinden.

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