23. März 2019, 08:00 Uhr

Kochwettbewerb

Wenn der Sternekoch echten Vogelsberger Salzekuchen probiert

Hier treffen Welten aufeinander. Sybille Krick, überzeugte Biolandwirtin aus Heimertshausen, und Profikoch Ali Güngörmüs aus München. In seinem Gourmet-Restaurant wird auf höchstem Niveau gekocht. Die Herausforderung heißt Hausmannskost gegen Sterneküche. Wer gewinnt?
23. März 2019, 08:00 Uhr
Schmeckt ein bisschen wie elsässischer Flammkuchen, meint der Experte: Sternekoch Ali Güngörmüs (München) in der Küche von Sybille Krick in Heimertshausen, links ihre Mutter Doris Schmidt. Das Blech mit Salzekuchen spielt gleich eine große Rolle. (Foto: ks)

In der gemütlichen Küche von Sybille Krick in Heimertshausen ist alles für die »oberhessische Pizza« vorbereitet. Unter diesem Namen wird dem Gast die Spezialität des Hauses angepriesen. »Moment mal, für eine Pizza fehlen doch die Tomaten?« Ali Güngörmüs will es ganz genau wissen, denn der Sternekoch will die Vogelsberger Landküche kennenlernen. Möglich macht es die Sendung »Koch’s anders – hessische Küche neu entdeckt«, ein Film von Bettina Schrauf.

Als Schmankerl zum Einstieg bereitet Sybille Krick am Freitag vor der Kamera den typischen Vogelsberger Salzekuchen zu, als Hauptgang eine traditionelle Gerstensuppe. Was auf den Tisch kommt, weiß der Profikoch vorher nicht. Schon vorab werden die Zutaten der vorbereiteten Teigmasse genau analysiert, Kümmel und Lauch herausgeschnuppert »und Zwiebeln sind auch drin«.

Obendrauf kommt Speck: »Das gibt ein schönes Raucharoma«, meint der prominente Gast. Die Kreation erinnert Güngörmüs an den typischen elsässischen Flammkuchen.

Dann ist der Kuchen auch schon fertig (Güngörmüs: »Ich hasse Backen!«) und muss jetzt den Geschmackstest bestehen. Zuerst aber stellt der Küchenchef eine »schöne Farbe« fest, nämlich Goldgelb. Und dann der erste Bissen, eine nachdenkliche Miene, angespannte Gesichter bei den Frauen des Hofes. Dann fällt das Urteil: »Der ist perfekt, ich wüsste nicht, wie man den verbessern oder anders machen kann.« Er lässt seinen Gastgeberinnen und Gastgebern gern diesen Triumph und spricht ein bayerisches Lob aus: »Er ist auch schön schlotzig.« Ergänzt wird noch, dass die Randstücke immer besonders beliebt sind und es in früheren Zeiten Getreidekaffee zum Salzekuchen gab.

Das Lob des Meisters hat Sybille Krick (48), Ehemann Horst (52) und die Seniorchefin des Hofes mächtig stolz gemacht. Fünf- bis sechsmal im Monat kommt die Leckerei bei ihnen auf den Tisch, immer wenn auch Brot gebacken wird. »Es ist ein schnelles Essen«, sagt Doris Schmidt, »und mit Zutaten, die früher schon zur Hand waren.« Güngörmüs: »Und es ist nicht teuer.«

Aber der Gastkoch ist nicht zum Spaß da, scherzt Sybille Krick. Er sucht eine Herausforderung und betont: »Ich bereite euch gerne etwas zu.« Schon überlegt er, aus den Zutaten der Oberhessenpizza vielleicht einen Snack zuzubereiten, eine Beilage – oder?

Eine Idee hat er natürlich, mehr wird nicht verraten. Nach einer Übernachtung auf Schloss Romrod wird er heute unter anderem im Hofladen Rühl und bei der Bäckerei Stanzel einkaufen und aus den gleichen Zutaten, die im Salzekuchen stecken, etwas Neues kreieren.

Auch die Gerstensuppe kommt gut an, und dann hat Hausherr Horst Krick noch eine besondere Herausforderung vorbereitet, das Vogelsberger Land-Abitur. Mit melken, hacken und Strohwagen fahren kann er den Gast nicht aus der Ruhe bringen, der gut gelaunt und souverän auch diese Aufgaben meistert. Auf dem Biohof mit 90 Hektar Land und 25 Kühen ist natürlich viel zu tun. Der Besucher ist schnell mit allen per Du und besonders die Seniorchefin ist begeistert, obwohl sie mächtig aufgeregt war: »Dass er wirklich herkommt, das hätte ich nicht gedacht.« Als Geschenk gibt es ein Güngörmüs-Kochbuch und der Küchenzauberer nimmt von seinem Besuch mit: »So nette Leute hier.«

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