13. April 2019, 08:50 Uhr

Müll

Es klappt mit weniger Mülleimern in Mücke

Baut man in der freien Natur Mülleimer ab, dann werden Abfälle in Wald und Feld entsorgt. Das war die Befürchtung in Mücke. Jetzt ist man schlauer.
13. April 2019, 08:50 Uhr
An zentralen Orten wie am Bahnhof Mücke ist die Gemeinde verpflichtet, Mülleimer vorzuhalten.

Vor einem Jahr schlugen die Wogen der Erregung in Nieder-Ohmen und Atzenhain hoch, als die Gemeinde einige der öffentlichen Mülleimer abbaute. Die Resonanz aus der Öffentlichkeit veranlasste den damals neuen Bürgermeister Andreas Sommer dazu, das Thema der öffentlichen Abfallentsorgung noch einmal mit den Ortsbeiräten zu beraten, und man einigte sich schnell. Rund 50 Müllgefäße wurden abgebaut.

Nun, ein gutes dreiviertel Jahr nach der »anrüchigen« Geschichte, sieht sich Sommer in seiner Annahme bestätigt, dass die Ortsbewohner sehr wohl mitziehen und der Gemeinde auf diese Weise einiges an Kosten sparen. Auch in Nieder-Ohmen und Atzenhain ist der Aufreger von einst keiner mehr.

»Die Leute haben es gelernt«, bilanziert Sommer. Im Juli 2018 wurden 54 Müllgefäße von insgesamt 124 abgebaut. Als die Müllgefäße in Außenbereichen der Gemeinde abgebaut waren, hätten manche Wanderer noch vier Wochen lang Picknickreste dort hinterlassen, dann aber nicht mehr.

»Ich gehe davon aus, das die Leute ihren Müll zu Hause entsorgen«, zeigt sich Sommer nach der Aktion zufrieden. Als im Juli Proteste gegen den Abbau der Behälter laut geworden seien, habe er mit den Ortsvorstehern geklärt, wo die Behälter auch weiterhin benötigt werden: »Nachher war Ruhe«. Ein von privater Seite aufgestellter Abfallkorb wurde nicht vom Bauhof geleert. Inzwischen werden zusätzlich aber Kotbeutelspender aufgestellt, damit Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere entsorgen können. »Sie werden rege genutzt«, hat Sommer beobachtet. Die gefüllten Beutel gehören daheim in die Restmülltonne.

Sommer erinnert daran, das der größte Teil der Mülleimer stehen geblieben ist. Denn die Gemeinde ist vertraglich verpflichtet, an Bushaltestellen und am Bahnhof Mülleimer aufzustellen und zu leeren. Das sorgt dafür, das innerorts kein Müll herumliegt. Auch an Spielplätzen bleiben die Mülleimer erhalten. Abgebaut wurden nur Gefäße im Außenbereich. Am Holzwiesenteich stehen inzwischen wieder Mülleimer, wie mit dem Ortsvorsteher abgesprochen. Zur Erinnerung: Die Kritik der Bürger entzündete sich am Abbau der Müllgefäße in diesem beliebten Freizeitgelände bei Atzenhain. »Es liegt erkennbar mehr Müll an den Feldern«, hat der Atzenhainer Ortsvorsteher Thomas Röhrich beobachtet. Er kann aber nicht sagen, ob der Abbau der Mülleimer an den Ortsrändern dazu beigetragen hat.

Am Gemeinschaftshaus sei der öffentliche Behälter abgebaut worden. »Da hat sich die Lage wieder normalisiert, die Leute nehmen den Müll mit nach Hause«, berichtet der Ortsvorsteher. Es sei gut, dass der Abbau noch einmal mit den Ortsbeiräten besprochen worden sei.

Dabei hatten sich die Atzenhainer für Müllgefäße am Holzwiesenteich eingesetzt, was umgesetzt worden sei. Positiv ist für den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, dass der gemeindliche Bauhof Zeit spart, die er früher für das Sammeln des Mülls aufgewendet hat. Die Mitarbeiter hätten nun Zeit für andere Dinge, meint Röhrich.

Auch der Nieder-Ohmener Amtskollege Jörg Matthias bestätigt, dass sich die Bürger offenkundig auf die neue Regelung eingestellt haben. Wo früher die Mülleimer standen, da werde auch kein Abfall abgelagert. »Im Wald ist es noch wie früher«, da werde immer noch einiges illegal abgeladen, benennt der Ortsvorsteher von Nieder-Ohmen einen anderen Missstand.

Positiv sei, dass die Befürchtung nicht eingetreten iste, wonach an bestimmten Stellen wie der »Burgschoan« mehr Abfall herumliegt. Matthias hat erst kürzlich nachgeschaut: »Da lag nichts«.

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