13. April 2019, 13:30 Uhr

Umwelt

Nabu wirft Behörden Unterstützung bei Heckenrodung in Homberg vor

Der Homberger Nabu sieht einen Skandal, der Vogelsbergkreis dagegen eine zulässige Rückschnittaktion am Söhrenteich bei Maulbach,
13. April 2019, 13:30 Uhr
Nach Einschätzung des Kreises wurden in diesem Bereich Hecken stark zurückgeschnitten, die wieder nachwachsen, das sei rechtskonform. Die Naturschützer verweisen auf gefällte Bäume und abrasierte Sträucher. (Fotos: jol)

An diesem Sonntag wollen die Vogel- und Naturschutzgruppe Maulbach und die Nabu-Gruppe Homberg mit interessierten Bürgern gleich zwei Eingriffe in die Natur betrachten. So ist ein Graben vertieft worden und ein Uferrandstreifen wird angelegt. Zudem will man die ausgelichtete Feldholzinsel besuchen, die bereits im Vorjahr Thema von Medienberichten war.

Ein noch recht junger Eingriff in die Landschaft ist der kürzlich vertiefte Graben zwischen zwei Ackerflächen. Wie der BUND mitteilt, soll dort im Auftrag der Autobahn-Planungsgesellschaft Deges eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Autobahn durchgeführt werden. Dafür ist wird ein Uferrandstreifen am Graben angelegt, der mit heimischen Pflanzen versehen werden soll. Ob das wirklich eine Bereicherung für die Natur in dem Bereich darstellt, will man vor Ort besprechen.

Klar ist die unterschiedliche Bewertung einer Fällaktion im benachbarten Feldgehölz. Dort hat ein Landwirt im Frühjahr vergangenen Jahres den Mittelteil mit Bäumen und Sträuchern »abrasiert«. Die Nabu-Gruppe und die Naturschutzgruppe beurteilen die Bewertung des Kreises als »skandalös«. In einer Mitteilung des Kreises hieß es, Bäume und Büsche in einem Teil der Feldholzinsel seien geschnitten und auf den Stock gesetzt worden. Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde hätten das Areal in Augenschein genommen, »konnten indes aus naturschutzrechtlicher Sicht keinen Rechtsverstoß feststellen«. Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak: »Es wurden keine unzulässigen Rückschnitte festgestellt, die zurückgeschnittenen Gehölze treiben bereits wieder aus.« Die Naturschützer monieren, dass Bäume gefällt und nicht bloß ein paar Sträucher zurückgeschnitten wurden.

»Die Naturfrevler werden von den Behörden ermuntert, ihre seit Jahren fortschreitende scheibchenweise Zerstörung unserer Umwelt fortzusetzen und diese nehmen das Angebot geradezu genüsslich an.« Hecken und Feldgehölze würden so aus der Agrarlandschaft getilgt, was sich mit Hilfe von alten Bildern sehr gut dokumentieren lasse.

In der Nabu-Stellungnahme wird darauf verwiesen, dass im Bundesbodenschutzgesetz gefordert wird, Hecken, Feldgehölze und Feldraine zu erhalten. In der Feldholzinsel seien ausgewachsene Bäume gefällt worden, die einen wichtigen Lebensraum für Insekten und Vögel darstellen. In der Landschaft seien biologische Inseln als sogenannte »Trittsteine« notwendig. Gerade diese kleinen Naturinseln würden verschwinden.

Treffpunkt ist an diesem Sonntag um 13.30 Uhr auf dem Rewe-Parkplatz Homberg. In Fahrgemeinschaften will man zum Damm des Söhrenteichs fahren, der Rundgang startet gegen 14 Uhr.

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