Melancholische Musik, die im Herzen nachklingt

Feldatal-Kestrich (jol). Jugendliche würden diese Musik zum »Chillen«, dem Ausruhen nach einer durchtanzten Disco-Nacht, nutzen, Ältere geraten ins Träumen: von Bootsfahrten durch einen grünen Sommerwald oder Mandala-malenden Mönchen. Das Duo »Leaf« schuf am Sonntag in der Alten Synagoge Kestrich eine beschwingte, melancholische und leichte Stimmung.
02. Juni 2009, 19:22 Uhr
Lounge-Jazz und musikalische Beschreibung von Robben im Meer - Georg Crostewitz und Daniel Guggenheim boten Klänge zum Träumen in der Alten Synagoge. (Foto: jol)

Feldatal-Kestrich (jol). Jugendliche würden diese Musik zum »Chillen«, dem Ausruhen nach einer durchtanzten Disco-Nacht, nutzen, Ältere geraten ins Träumen: von Bootsfahrten durch einen grünen Sommerwald oder Mandala-malenden Mönchen. Das Duo »Leaf« schuf am Sonntag in der Alten Synagoge Kestrich eine beschwingte, melancholische und leichte Stimmung. Viele der 50 Besucher gingen gut gelaunt nach Hause, mit der Musik von Georg Crostewitz, Gitarren, und Daniel Guggenheim, Saxofon im Ohr. Nach der Begrüßung durch Joachim Legatis, Verein Historisches Feldatal, entführten die Profi-Musiker in die Welt von Lounge-Jazz und Filmmusik. So boten die Musiker aus Ortenberg und Hanau zunächst ruhigere Stücke der US-Jazzgrößen Chick Corea und Miles Davis, um mit einer Filmmusik Crostewitz´ einen akustischen Eindruck davon zu geben, wie eine Robbe langsam im Meer abtaucht. Träumerische, schwebende Klänge waren einem verstorbenen Freund des Gitarristen gewidmet. Mit gepressten Sax-Tönen mutierte eine Volksweise um eine unerfüllte Liebe in Schottland zur Jazzversion mit leisen Dissonanzen.

Ein »Muss« für Saxofonisten war »Naima« von John Coltrane, einem der einflussreichsten Kollegen aus den 60er-Jahren. Das Stück »für die (verheiratete) Geliebte«, so Guggenheim, bot wunderbare Läufe für das Blasinstrument. Melancholischer kam »Vagabundo« daher, ein Stück Crostewitz´ um einen alternden Zauberer, dem kein Trick mehr gelang und der zum Gespött der Zuschauer wurde. Es waren kleine Geschichten oder Klanglandschaften, die die beiden Musiker mitbrachten - und das kam bei den Zuschauern sehr gut an, wie sich im mehr als herzlichen Applaus ausdrückte. Die warmen Farben im Innenraum des Baudenkmals verschmolzen mit dem gefühlvollen Spiel der virtuosen Musiker.

Meist erzählte Crostewitz noch in paar Takte zu den Stücken, zuletzt zu einer Melodie, die er für eine Fernsehdokumentation erstellte. Das beschreibt am besten, wie die Musik des Duos wirkt: Sie hallt im Innern nach und macht glücklich. Die Filmdokumentation drehte sich um Mönche in Tibet, die aus Sand aufwendige Mandalas herstellen - und wenn sie fertig sind, wird der Sand in den Fluss gestreut, das Bild des Mandalas wirkt im Herzen fort.

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