Kinder arbeiten mit »Blinde Kuh« im Internet

Kirtorf (rs). Wie können sich Kinder sicher im Internet bewegen? Anleitungen dazu gibt das »Mauszentrum«, das Regionale Medienzentrum für die Schulen im Bereich Gießen und Vogelsbergkreis.
02. Dezember 2009, 21:32 Uhr
Blick in den Computerraum der Kirtorfer Grundschule, im Vordergrund hilft »Mauszentrum«-Berater Peter Weißmüller einem Schüler, im Hintergrund berät Schulleiterin Renate Schmidt. (Foto: rs)

Kirtorf (rs). Wie können sich Kinder sicher im Internet bewegen? Anleitungen dazu sind in vielen Elternhäusern nicht möglich, der selbstverständliche tägliche Austausch der jungen Generation über den PC ist für Eltern oftmals ein Buch mit sieben Siegeln. Diese Lücke will das »Mauszentrum«, das Regionale Medienzentrum für die Schulen im Bereich Gießen und Vogelsbergkreis, schließen. In den Grundschulen macht ein »Mauszentrum«-Mitarbeiter die Viertklässler fit, die meisten Lehrer lernen auch noch etwas und können die Kinder vor allen Dingen weiter betreuen. An der Grundschule in Kirtorf fand jetzt der sechswöchige Ausbildungsgang statt, die Kinder machten ihren Internet-Führerschein.

Die Kinder pflegen ohne Anleitung aber mit meist viel Gameboy-Erfahrung einen spielerischen Umgang mit den Computern, berichtet Peter Weißmüller, Mitarbeiter des »Mauszentrums«, Hemmschwellen entstehen erst gar nicht, während viele Erwachsene Angst haben, am Rechner etwas kaputt machen zu können. Allerdings müssen die Kinder angeleitet werden, strukturiert vorzugehen, Informationen an den richtigen Stellen zu suchen und diese dann auch zum lernen zu benutzten. Denn immer wieder präsentieren Kinder stolz den Ausdruck einer Information aus dem Internet und meinen, damit gelernt zu haben. Lernen kann allerdings erst durch das Bearbeiten des Stoffen vonstatten gehen, indem man beispielsweise gewichtet, Texte mischt oder Bilder dazu stellt.

Basis des Kurses für den Internet-Führerschein ist das internet-ABC (www.internet-abc.de), das Wissen rund ums Internet vermittelt (auch für Eltern!). Weiter vermittelt werden Vorgehensweisen, um sich Wissen aus dem Netz zu holen, beispielsweise über kindgerechte Suchmaschinen wie »Blinde Kuh«, »Milkmoon«, »Helles Köpfchen« oder »FragFinn«. Das wurde bei der Vorstellung des Projektes deutlich, als Weißmüller die 4. Klasse in zwei Gruppen teilte: die eine sollte mit den Kindersuchmaschinen nach Informationen über Frankfurt/Main suchen, die andere über Kassel. Unter »Bilde Kuh« kommen beispielsweise 71 Einträge über Frankfurt, beim herkömmlichen Suchmaschinen-Marktführer sind es fast 21 Millionen Seiten. Wie sollen sich Kinder da zurecht finden?

Neben dem Vermitteln des Umgangs mit dem Computer als Unterstützung beim Lernen werden in dem Kurs des »Mauszentrums« auch Verhaltensweisen angesprochen, wenn es nach Kontakten in Chatrooms zu einem persönlichen Kontakt kommen sollte, denn Chatrooms werden auch von Pädophilen genutzt. Aber da zeigten sich die Kirtorfer Viertklässler bereits sicher: Auf die Frage von Weißmüller, was man dann bei so einem persönlichen Treffen machen sollte, kamen Antworten wie »es den Eltern sagen«, »beim ersten Mal einen Erwachsenen mitnehmen« sowie »auf einem Platz, wo auch viele andere Leute sind«.

Seit rund zwei Jahren läuft die Schulung des »Mauszentrums«, wobei Weißmüller die Erfahrung gemacht hat, dass an den Schulen, an denen sehr engagierte IT-Beauftragte arbeiten, das Wissen der Kinder so gut ist, dass sich der spezielle »Mauszentrums«-Kurs erübrigt. Aber das sind nicht viele Fälle. Zudem hat PC-Anleiter Weißmüller ein Stadt-Land-Gefälle ausgemacht. Auf den Vogelsbergkreis bezogen bedeutet dies, dass unter dem Begriff Stadt Alsfeld und Lauterbach verstanden werden, dort ist das Wissen der Kinder über PC/Internet besser als auf dem »flachen Land«, wo manchmal die Hälfte der Kinder zuhause keinen PC hat. Ein Grund könnte sein, dass schnelle Datenleitungen eher in den größeren Kommunen zur Verfügung stehen. Gute Datenanbindung begünstigt pri- vate Rechner genauso wie die zunehmenden Whiteboards (statt der Tafel mit Kreide) an den Schulen das Interesse der Pädagogen, Computer im alltäglichen Unterricht einzusetzen. Dementsprechend hat die Nachfrage nach den Schulungen zugenommen.

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