05. April 2011, 17:20 Uhr

Fest für Fachwerkkirche am neuen Platz

Mücke-Ilsdorf (sf). Das Dorf Ilsdorf stammt aus dem 13. Jahrhundert, aber erst vor 25 Jahren bekamen die Dorfbewohner eine eigene Kirche. Damals wurde die alte Fachwerkkirche Bernsfeld dort neu aufgeschlagen.
05. April 2011, 17:20 Uhr
Alte Fachwerkkirche vor 25 Jahren umgesetzt: Nun feierte man in Ilsdorf das seit 25 Jahren dort befindliche Gotteshaus. (Foto: sf)

Mücke-Ilsdorf (sf). Zum Jubiläum für ein »junges« Gotteshaus hatte die Kirchengemeinde Ilsdorf jetzt eingeladen. Feiern andere Orte 300 Jahre Kirche im Ort, so freute man sich in Ilsdorf über 25 Jahre im eigenen Gotteshaus. Das Besondere: Die Fachwerkkirche aus Bernsfeld aus dem 17. Jahrhundert hatte in Ilsdorf einen neuen Platz gefunden. Der Gottesdienst am Sonntag Lätare wurde ein richtiges Fest. Der Gesangverein aus Groß-Eichen unter Leitung von Monika Lies bereicherte den Gottesdienst mit Pfarrerin Kerstin Kiehl und an der Orgel war Carolin van gen Hassend zu hören. Im Anschluss stellte Rudi Velten im Gemeinschaftshaus die Baugeschichte vor.

Pfarrerin Kiehl gab zunächst einen geschichtlichen Ablauf. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf 1279 als »Olffirstorff«. 1417 wurde Ilsdorf aufgeteilt in Solms-Ilsdorf und Ilsdorf. Die Grundherren teilten sich das Land, auch die Kirchengemeinden waren geteilt. Solms-Ilsdorf gehört der Kirchengemeinde Lardenbach an und das restliche Ilsdorf der Kirchengemeinde Flensungen. 1910 wurde eine Schule erbaut und Kinder aus beiden Teilen besuchten die gemeinsame Schule. Im Jahre 1939 wurde der Ort vereinigt, doch 1945 spaltete sich das Dorf wieder und die beiden Feuerwehren übten wieder getrennt. 1972 kam die hessische Gemeindereform und beide Ilsdorf gehörten zur Großgemeinde Mücke, nur die Kirchenzugehörigkeiten war noch nicht reformiert. Dies geschah Mitte der 70er Jahre. Ilsdorf kam zur Kirchengemeinde Groß-Eichen, vorerst auf Probe und die Kirchengemeinde Klein-Eichen, welche zu Groß-Eichen gehörte, wurde Lardenbach zugedacht. Pfarrer Manfred Günther kam im Jahre 1979 und war somit erster Ilsdorfer Pfarrer und der Gottesdienst wurde 14tägig im Dorfgemeinschaftshaus abgehalten. Jutta Schütt-Frank war Organistin.

Ab 1982 gab es dann offiziell die Kirchengemeinde Groß-Eichen und Ilsdorf. Nun musste ein Kirchenraum herbei, um die sich Pfarrer und Kirchenvorstand bemühten. 1983 nahm der Wunsch Form und Gestalt an. Am 27. April 1983 gab es den ersten Spatenstich, an Weihnachten 1985 wurde der erste Gottesdienst gefeiert und an Ostern 19986 wurde die Kirche geweiht. Simone Rahn übernahm die Organistenstelle.

Die Kirche aus Bernsfeld, so stand nach einem langen Hürdenlauf fest, wurde in Ilsdorf neu aufgebaut. Der Innenausbau kostete 368500 DM, die Orgel 77000 DM und der Kirchenaufbau rund 400000 DM. Am 10. Dezember 1985 wurde eine Glocke mit dem Ton b angeschafft, 1992 eine Glocke mit Klang g. Auch die Kirchengemeinde Groß-Eichen beteiligte sich mit Spenden an dem Kirchenbau. Seit September 1996 spielt Carolin van gen Hassend die Kirchenorgel. 2003 ging Pfarrer Günther in den Ruhestand, August 2008 kam Pfarrerin Kerstin Kiehl.

2009 wurde das kleine Kirchlein außen renoviert, im Vorjahr wurde die Orgel überholt und eine Glocke renoviert. In diesem Jahr musste nun auch der Glockenmotor erneuert werden.

Mit einer aktiven Predigt gestaltete Dekan Norbert Heide die Festpredigt. So schritten die Kirchenvorstände durch ihre Kirche und nahmen mit einem Lineal aus der Schule Maß: Sie ist innen acht Meter lang, elf Meter breit und 4,50 Meter hoch. Dekan Heide zog Parallelen zu der Arche Noah, die ebenfalls bwegt worden ist. Auch die Kirche ist ein Schutzraum, es hat die Bezeichnung Kirchenschiff.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatte die Kirchengemeinde zu einer Feierstunde in das Gemeinschaftshaus eingeladen. Dort begrüßte Daniela Adamek die Gäste. Nach einem Mittagessen gratulierte Bürgermeister Matthias Weitzel, auch im Namen von Ortsvorsteher Holger Velten. Die Neuansiedlung einer alten Kirche sei wunderbar gelungen, denn sie werde mit neuem Leben erfüllt. Tina Specht vom Kirchenvorstand Groß-Eichen erinnerte daran, dass durch die gemeinsame Pfarrerin die Verbindung gestärkt werde.

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