Stehende Ovationen und Tränen der Rührung

Mücke-Nieder-Ohmen (ng). Das Kammerorchester des Heeresmusikkorps 2 der Bundeswehr gastierte jetzt in der Kirche und erhielt begeisterten Beifall.
19. Oktober 2011, 17:23 Uhr
Auftritt des Kammerorchesters, des Gesangvereins Ancora Amena und des Kammerchores des Gesangvereins Ober-Bessingen unter Leitung von Stefan Spielberger. (Foto: ng)

Pfarrvikarin Lea Winkel begrüßte die vielen Gäste und Musiker des gut besuchten Konzerts. Für den Gesangverein sprach Roswitha Schneidmüller Worte der Begrüßung und sie erwähnte namtlich auch Bürgermeister Matthias Weitzel.

Mit lang anhaltendem stehendem Beifall bedankte sich das Publikum am Sonntag bei den Sängerinnen und Sängern, Musikerinnen und Musikern, die den Zuhörern in der Evangelischen Kirche Nieder Ohmen ein unvergessliches Erlebnis bereitet hatten. Eingeladen zu diesem Konzert hatte der Chor »Ancora Amena« aus Nieder Ohmen, dessen Chorleiter Stefan Spielberger vor 25 Jahren Mitglied im Kammerorchester des Heeresmusikkorps 2 der Bundeswehr war.

Schnell war die Idee geboren, die Musiker von damals zum 25-jährigen Jubiläum zu einem Konzert einzuladen – und alle kamen. Sogar der ehemalige Chef des HMK 2, Oberstleutnant a.D. Dr. Bernhard Höfele, ließ es sich nicht nehmen, eigens von Bonn anzureisen, um mit seinen ehemaligen Schützlingen zu musizieren. Ebenso eingeladen waren die Mezzosopranistin Cornelia Haselbauer und der Kammerchor des Gesangvereins »Eintracht« Ober Bessingen, den Spielberger nunmehr seit 17 Jahren leitet.

Stimmungsvoll eingeleitet wurde das Konzert durch das gemeinsame »Cantate Domino« von Griecianinov, gefolgt vom berühmten »Ave Verum«, von W.A. Mozart, welches der Bessinger Chor mit großer Eindrücklichkeit und intensivem Klang musizierte.

In seiner Moderation, die er auf lockere und unbeschwerte Art vortrug, leitete Spielberger über zum ersten Stück des Kammerorchesters, dem Concertino Nr. II von Riciotti. Hierbei bedankte er sich insbesondere bei Dr. Höfele für die wegweisende Zeit beim Heeresmusikkorps 2, die für viele Musiker der Beginn einer langjährigen und großen Karriere als Berufsmusiker war.

Mit großer Hingabe und technischer Brillanz gaben die Musiker einen kleinen Einblick in ihr großes Können und ihre Musikalität. Herausragend dabei der Konzertmeister des Orchesters, Michael Durner, der nach seiner Zeit als Stipendiat der Karajan-Stiftung und als Musiker der Berliner Philharmoniker nun seit Jahren als erster Geiger an der Bayerischen Staatsoper München engagiert ist.

Auf das Orchester folgten drei der fünf Wesendonk Lieder von Richard Wagner. Das erste Lied »Der Engel« von Mezzosopran und Orchester, die anderen beiden wurden mit Klavierbegleitung präsentiert.

Cornelia Haselbauer faszinierte durch ihre große und warme, die Kirche problemlos füllende Stimme, und zeigte ihre ganzen musikalischen und technischen Fähigkeiten. Diese beeindruckende Interpretation ließ manches Sängerherz höher schlagen. Die kongeniale Klavierbegleitung zu den Liedern lieferte Konzertmeister Michael Durner mit unglaublicher Musikalität und Präzision. Das berühmte »Locus Iste« von Anton Bruckner und das »Agnus Dei« aus der Messe D-Dur von Dvorak, in hochromantischem Ausdruck vom Chor aus Ober-Bessingen klangvoll intoniert, und vom Orchester sensibel begleitet, gehörte zu den Höhepunkten des Konzerts. Ebenso die spannende Interpretation von Berlioz »Villanelle Nr. I«, interpretiert von der faszinierenden Cornelia Haselbauer und dem Kammerorchester.

Ein paar Tränen der Rührung liefen dem Einen oder Anderen schon über die Wangen, als das Orchester das berühmte »Air« von Johann Sebastian Bach spielte und die Faszination war ganz groß, als das Orchester sein Hauptstück des Tages, die sogenannte »Holberg Suite« von Edvard Grieg begann. Hier konnten sie alle glänzen.

Der Konzertmeister, die Cellisten, allen voran Oliver Wenhold (Solo-Cellist beim Rundfunkorchester des WDR) Carsten Jaspert (NDR Hannover), die durch ihren warmen und intensiven Ton insbesondere bei der Sarabande bestachen, aber auch die anderen Musikerinnen und Musiker, wie Albert Flügel (Solo-Bratsche), Dorothea Flügel (Cello), Dr. Bernhard Höfele (Kontrabass), Kai Blecken von der Bayer Philharmonie (Violine), Katharina und Björn Schmidt-Hurtienne (Violine), Manfred Wollersheim (Violine), Zoltan Fabian und Stefan Spielberger (Viola). Abgerundet wurde das Konzert durch eine schwungvolle Darbietung des »Hallelujah« aus dem Händelschen Oratorium »Der Messias« vom Bessinger Chor und dem Orchester, sowie einer Hommage an das Heimatland der Ehefrau des Dirigenten Spielberger, Litauen, mit dem romantischen »Jura«, präsentiert von beiden Chören und dem Orchester.

Die erste Feuerprobe hat der wieder zum Leben erweckte Gesangverein Nieder-Ohmen nun bravourös bestanden. Vorsitzende Roswitha Schneidmüller konnte also am Ende des Konzerts dankbar eine überaus gelungene Veranstaltung feststellen und mit Blumen für Cornelia Haselbauer und Dr. Höfele und mit einigen Gläsern guten Weines klang der Tag im DGH Nieder Ohmen voller Zufriedenheit aus. Im nächsten Jahr wird der Gesangverein Nieder-Ohmen 150 Jahre alt. Man darf äußerst gespannt sein, was die Sängerinnen und Sänger sich ausdenken. Es müsste schon etwas Besonderes sein, denn die Veranstaltung vom vergangenen Sonntag wird schwer zu überbieten sein.

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