31. Oktober 2011, 17:13 Uhr

Bioenergieregion: Holz und Wind bringen Einnahmen

Ulrichstein (sf). Regenerative Energieträger bringen Einnahmen für die Region - damit befasste sich das jüngste Bioenergie-Forum in Ulrichstein. Zudem wurde Ex-Bürgermeister Erwin Horst als Windkraft-Pionier geehrt.
31. Oktober 2011, 17:13 Uhr
Geehrte Bioenergie-Aktive, von links: Dieter Seip, Erwin Horst, Klaus Braun, Jutta Kneißel, Uwe Kühn mit Anette Kurth und Peter Momper (Bioenergie-Region). (Foto: sf)

Ulrichstein (sf). Holz als Brennstoff sorgt dafür, dass Geld in der Region bleibt und für größere Bioenergie-Projekte sollen Genossenschaften die Finanzierung sichern – das waren zwei Themen des jüngsten Bioenergie-Forums in Ulrichstein. Praktiker aus Politik und Wirtschaft tauschten dabei Erfahrungen und Informationen rund um erneuerbare Energieträger aus. Im Verlauf wurden Aktive aus dem Bioenergie-Bereich für ihr Engagement ausgezeichnet, darunter Ulrichsteins Ex-Bürgermeister Erwin Horst.

Das nunmehr vierte Bioenergie-Forum im Innovationszentrum Ulrichstein bot Fachvorträge zu regenerativen Energieträgern, daran nahmen viele Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft teil. Für die »Bioenergie Mittelhessen« übernahm Peter Momper die Begrüßung. 1. Stadtrat Funk lobte die Zusammenarbeit der Kreise Vogelsberg und Gießen im mittelhessischen Netzwerk für Bioenergie. Landrat Rudolf Marx freute sich über das vierte Bioenergie-Forum seit der Gründung vor zwei Jahren. Die Gründung der Energie-Genossenschaft mit der VR Bank Hessenland sei eine gute Sache und das Potential in der eigenen Region könne damit gefördert werden. Die regionale Wertschöpfung ziehe sich wie ein roter Faden durch das Programm, ergänzte Momper.

Landrat Bertram Fleck vom Rhein-Hunsrück-Landkreis referierte über Nahwärmenetze in kommunaler Hand. Jeder Bürger zahle mit seiner Stromrechnung eine Steuer in einen virtuellen Topf. Aus diesem Topf kommen Gelder in die Regionen, die sich für erneuerbare Energien einsetzen. Wenn die eigene Region nicht aktiv sei, greifen andere darauf zu und die eigene Region dürfe nur zahlen. Von der Abfallwirtschaft zum Energieversorger, so lautete sein Konzept. Weiterer Vorteil: Privathaushalte können ihre Holzschnittabfälle kostenfrei entsorgen. Er meinte weiter, die Windräder in der Vogelsbergregion seien nicht schön, aber das sei der Preis für den Atomausstieg.

Dr. Ulrich Gehrlein von der Bioenergie Mittelhessen berichtete über die kommunale Wertschöpfung, gerechnet am Beispiel der heimischen Region. Ralph Kehl von der VR Bank HessenLand und Mitglied der Energiegenossenschaft Vogelsberg warb dafür, Bürger, Kommunen und Handwerker als regionale Energieversorger zusammenzubringen, um die Zukunft zu gestalten. Nach dem Anlaufen der Projekte werde ein Überschuss erwirtschaftet. Dieser soll durch Unterstützung sozialer und kultureller Aufgaben in der Region verbleiben, so Kehl.

Geehrt wurden Partner der Bioenergie-Region Mittelhessen wie Jutta Kneißel als Vertreterin des Vereins Erneuerbare Energien Schotten. Im Berufsleben war die Ausgezeichnete viele Jahre bei der IG Metall tätig und zuletzt Schulleiterin der IG Metall Bildungsstätte Bad Orb. Die Rentnerin ist seit vier Jahren Vorsitzende des Schottener Vereins. Im Fokus steht die regionale Wertschöpfung, damit auf dem Land eine Zukunftsperspektive erhalten bleibt. Ihr Ziel: Schotten soll von fossilen und atomaren Ernergieträgern unabhängig werden. Nicht anwesend war Alexander Fitzenberger. Er ist seit 1983 in den bestehenden Familienbetrieb in Langgöns eingestiegen und hat dort den Bereich Agrar-Service aufgebaut. Er bietet Dienstleistungen rund um die Herstellung von Holzhackschnitzeln an. Uwe Kühn wurde als Vertreter der Energiegenossenschaft Sonnenland ausgezeichnet. Die Genossenschaft wurde im März 2010 von 76 Personen gegründet und hat nun über 110 Mitglieder. 14 Solarstromanlagen werden auf Schulen, Kindertagesstätte, Wohnhäusern und Hallenbad betrieben. Klaus Braun ist Koordinator der Pelleteinkaufsgemeinschaft Mittelhessen und Beteiligter der ersten Stunde. Mittlerweile hat die Gemeinschaft 200 Mitglieder und die Pelleteinkaufsgemeinschaft deckt nahezu die gesamte Bioenergieregion im Vogelsbergkreis ab. Landwirt Dieter Seip hat eine Kurzumtriebplantage gegründet. Er baut schnellwachsende Pappeln zur Produktion von Holzhackschnitzeln an und sein Betrieb befindet sich in Langgöns. Im Frühling 2010 wurden die ersten 6 Hektar angepflanzt. Erwin Horst war 26,5 Jahre Bürgermeister der Stadt Ulrichstein. Er ist ein Pionier auf dem Gebiet der Nutzung von Windenergie und wurde bereits im Juni 2006 vom Bundesverband für Windenergie ausgezeichnet. Mit der hessenEnergie GmbH hat Horst den bundesweit ersten kommunalen Windpark aufgebaut (1996, 1997 und 2000). Im Jahre 2009 hat er einen weiteren Windpark unter Beteiligung von 137 Kommandidisten aufgebaut. Die Anlage wird in diesen Tag an das Netz gehen und 18 Mio Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Er stellte die Weichen für die erste Repowering-Projekte und sicherte der Kommune dadurch Einnahmen von 250000 Euro plus Gewerbesteuereinnahmen. Von 2001 bis 2003 war er verantwortlich für die Errichtung des Inovationszentrums mit Rathaus und weiteren Einrichtungen. Es ist mit einer Photovoltaikanlage und Holzpelletheizung ausgestattet.

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