Ein Star unter den Vögeln

09. Februar 2018, 18:47 Uhr
NABU-Referent Heinz Kowalski und ein Star-Prachtexemplar. (Foto: pv)

Die große Zahl von Gästen konnte der Clubraum I im Karbener Bürgerzentrum kaum fassen; zahlreiche zusätzliche Stühle mussten organisiert werden, damit alle Besucher Platz fanden. Grund des großen Interesses war ein Vortrag des Naturschutzbundes (NABU) über den Vogel des Jahres, den Star. Ein hochrangiger Referent vom Bundesvorstand des NABU aus Berlin, der Schatzmeister Heinz Kowalski, war gekommen, um diesen scheinbaren Allerweltsvogel vorzustellen, der früher überall häufig und wohlbekannt war und deshalb auch den lateinischen Namen »vulgaris« – der »Vulgäre« trug.

Sein Bekanntheitsgrad zeigt sich nicht zuletzt darin, dass es viele Gedichte und Lieder über diesen Frühlingsboten gibt und in vielen Gärten und an Häusern Starenkästen aufgehängt sind, die der Höhlenbrüter sehr gerne annimmt. Heute sieht die Situation allerdings anders aus. Der Bestand der Stare ist dramatisch zurückgegangen, was vor allem durch den Verlust von geeigneten Lebensräumen (vor allem Viehweiden und Obstgärten) und dem daraus folgenden Nahrungsmangel verursacht wird. Darüber können auch riesige Schwärme zur Zugzeit nicht hinwegtäuschen, die vor allem durch Individuen aus den osteuropäischen Brutgebieten gebildet werden, wo die Art noch häufig ist. Diese Schwärme beeindrucken durch abenteuerliche Flugmanöver. Bei uns überwintert der »schwarze Geselle« inzwischen regelmäßig. Früher konnte der Star für Weinbauern und Kirschenbaumbesitzer eine Plage werden, da er sich gerne von süßem Obst ernährt. Das gibt es auch heute noch, aber nur schwerpunktmäßig und in geringerem Maße.

Der Star ist im Übrigen nur scheinbar gänzlich schwarz. Im Frühling zeigen seine Brustfedern leuchtend weiße Spitzen, weshalb der Vogel in dieser Jahreszeit auch Perlstar genannt wird und die Weibchen beeindruckt. Im Laufe des Sommers nutzen sich diese Spitzen ab, und es überwiegt ein metallisch glänzendes Federkleid, wobei Weibchen und Männchen gleich gefärbt sind. Die ausgeflogenen Jungen haben ein unscheinbares, dunkelbraunes Tarngefieder und fallen deshalb kaum auf. Zur Brutzeit gibt sich der Star sehr sangesfreudig und unterstreicht seinen Gesang durch kräftiges Flügelschlagen. Die Zuhörer konnten sich davon durch Gesangs-Hörproben überzeugen.

Zum Abschluss seines Vortrages bedankte sich der Referent für das große Interesse an seinem Vortrag. Er wies dann auch darauf hin, dass der NABU mit rund 640 000 Mitgliedern der größte Naturschutzverband in Deutschland sei und mehr Mitglieder habe als jede politische Partei. Der Kreisverband Wetterau zähle über 3600 Mitglieder, und besonders herausstechend sei der Stadtverband Karben, der stolz auf knapp 400 Mitglieder sein könne. Nach dem Vortrag kam sogar ein neues Mitglied dazu.

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