02. November 2018, 16:04 Uhr

Starker Rauch

Riesige Rauchsäule über Karben und Bad Vilbel: Mindestens 5000 Tiere verbrennen auf Hühnerfarm

Bei einem Großbrand in einem Stall für Legehennen sind am Freitagmittag 5000 Legehennen ums Leben gekommen. Die riesige Rauchwolke war nördlich von Frankfurt weithin sichtbar.
02. November 2018, 16:04 Uhr
Hühner-Stallanlage des Margarethenhofs Karben-Kloppenheim brennt an der B3 zwischen Karben und Bad Vilbel, einige tausend Legehennen sterben beim größten Eierproduzenten im Rhein-Main-Gebiet (Foto: Pfeiffer-Goldmann)

Einige Kunden in Supermärkten im Rhein-Main-Gebiet müssen sich in den kommenden Wochen darauf einstellen, dass sie ihre gewohnten Eier vom Margarethenhof in Karben nicht mehr bekommen können: Eine der Stall-Anlagen des Familienbetriebs ist am Freitagmittag zur Hälfte niedergebrannt. 5000 Legehennen sind tot.

Zwei von vier Ställen in der Anlage, die direkt neben der B3 zwischen Bad Vilbel und Karben liegt, brannten komplett nieder. Wie viele Hühner beim Ausbruch der Hühner in den Ställen waren, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Zunächst war von 20.000 Tieren die Rede. Offenbar waren die Ställe aber nicht vollbesetzt. Nach Angaben der Polizei konnten 500 Hühner gerettet werden. 

Diese Tiere sind derzeit in einer provisorischen Einzäunung auf einer Wiese neben dem Stall unterbracht. Am Abend sollen die Tiere eingefangen werden, erklärt Karl August Kliem, Seniorchef des Margarethenhofs in Kloppenheim, zu dem die Stall-Anlage gehört. Ein Lehrling des Betriebes könne die Tiere aufnehmen, sagt Kliem. Bei ihm sei zufällig derzeit ein Stall frei.

 

Feuer in Hühnerfarm Karben: Hoher Sachschaden

Das Feuer hatte ein Mitarbeiter 11.40 Uhr entdeckt und sofort Alarm geschlagen, erklärt Karl Wilhelm Kliem vom Margarethenhof. Als weitere Mitarbeiter vor Ort waren, sei versucht worden, so viele Tiere wie möglich ins Freie zu bringen. Etwa die Hälfte der Tiere habe es aber nicht mehr geschafft. Der wirtschaftliche Schaden allein dadurch liegt laut Polizei bei rund 40 000 Euro.

 

 
Fotostrecke: Hühnerfarm bei Karben in Flammen

Wesentlich teurer dürfte der Schaden an dem Gebäude sein. Auf dem Dach der Anlage waren Photovoltaikanlagen installiert. Der Sachschaden insgesamt kann bislang nur grob geschätzt werden und dürfte im hohen sechsstelligen Bereich liegen.

Kliems Sohn Karl Wilhelm ist wie sein Vater fassungslos. Warum das Feuer ausbrach, kann sich niemand erklären: „In den Gebäuden haben wir nichts Brennbares verbaut“, sagt Karl Wilhelm Kliem. Die Ställe hätten nur aus Betonwänden und Metalleinbauten bestanden. Erst vor einer Woche sei die gesamte Anlage außerdem von einer Fachfirma „blitzblank gereinigt“ worden.

Menschen wurden nach derzeitigem Stand nicht verletzt. Ein Notfallseelsorger betreute die Hofbetreiber und Mitarbeiter.

 

Feuer in Hühnerfarm Karben: Enorme Rauchwolke

Nach gut einer Stunde hatten die Feuerwehren aus Karben und Bad Vilbel den Brand unter Kontrolle. Kräfte aus dem gesamten Wetteraukreis kamen zur Unterstützung herbei geeilt. Die enorme Rauchwolke sorgte bei vielen Menschen im weitem Umkreis für Aufmerksamkeit. Bei der Polizei heißt es: "Eine Gefahr für die Bevölkerung durch den entstandenen Rauch bestand nach derzeitigem Kenntnisstand nicht."

Mit dem Ausfall der beiden Ställe rechnet Karl August Kliem mit Lieferengpässen. „Wir konnten bisher die Nachfrage schon nicht decken.“ Die Eier aus Karben werden unter anderem in den „Landmarkt“-Abteilungen vieler Rewe-Märkte angeboten. Die Hennen des Margarethenhofs produzieren täglich 55 000 Eier. Der Betrieb ist der einzige verbliebene seiner Art im Rhein-Main-Gebiet. Die Eier aus Karben decken allerdings nur rund zwei Prozent des Eier-Bedarfs der Region.

Zur Brandursache liegen auch nach Angaben der Polizei aktuell noch keinerlei Erkenntnisse vor. Der Brandursachenermittler der Kriminalpolizei Wetterau hat die Ermittlungen aufgenommen. Mit einem Ergebnis ist frühestens in der nächsten Woche zur rechnen.

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